Entwicklung am Bárðarbunga [26.]

by Christian on 29 September, 2014

Auch heute gibt es vom Vulkanausbruch keine wirklichen Neuigkeiten zu berichten. Die Lava breitet sich weiter aus und hat nach Angaben der Geologen ein Erupionsvolumen von gut 0,5 Kubikkilometern erreicht. Grösser ist jetzt nur noch die 13 monatige Eruption der Hekla im Jahr 1947. Sollte der Ausbruch mit der aktuellen Stärke weitergehen, rechnen die Geologen damit, das sie diese Marke in gut 2 Wochen hinter sich lassen werden. Die Lava bedeckt mittlerweile eine Fläche von etwa 44 Quadratkilometern.

Im isländischen Hochland hat mittlerweile der Winter begonnen und der erste Schnee ist gefallen. Die Erdbeben bei der Absenkung der Bárðarbungacaldera gehen weiter, das heutige Beben der Stärke 5.5 war bis nach Akureyri zu spüren. Die Absenkung liegt weiter bei 40-50 cm/tag.

Zum Abschluß noch ein paar bewegte Bilder des Filmemachers Stefan Erdmann. Neben der Eruption hat er auch noch Nordlichter mit abgelichter.

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Deutscher Tourist vermisst

by Christian on 28 September, 2014

In Island wird der deutsche Tourist Christian Mathias Markus vermisst. Er wurde zuletzt am 18. September gesehen, als er sein Hotel in Breiðavík in den Westfjorden verließ, danach ist er nicht mehr gesehen worden.

Nachdem die Familie sein Verschwinden den isländischen Behörden gemeldet hatte, wurde sein Auto am Parkplatz in Látrabjarg entdeckt. Die Polizei, der Rettungsdienst und ein Hubschrauber der Küstenwache konnten trotz einer grossangelegten Suchaktion in der Region keine Spur des Mannes entdecken.

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Lava versperrt Strasse

by Christian on 27 September, 2014

Von der isländischen Eruption gibt es keine Veränderungen zu melden. Der Ausbruch läuft weiter wie in den letzten Tagen, auch am Bárðarbunga gehen die Erdbeben und die Absenkung des Calderabodens weiter.

Die einzige wirkliche Neuigkeit ist, das die Lava mittlerweile die westlich der Eruptionsstelle gelegene Strasse F910 erreicht, überflossen und damit permanent geschlossen hat. Das ist an sich nicht wirklich schlimm, da in der Ebene ausreichend Platz vorhanden ist um die Strasse nach dem Ende der Eruption zu verlegen. Die Karte zeigt die ungefähre Ausbreitung der letzten Tage.

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Ausbreitung der Lava bis zum 26.09.2014. Karte veröffentlicht von der Universität von Island, Original und höher aufgelöste Version hier.

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Satellitenbilder und Schwefeldioxid

by Christian on 25 September, 2014

Die Eruption im Holuhraunlavafeld ist weiterhin stabil und breitet sich aus, die NASA hat heute mal wieder Bilder veröffentlicht, die das schön zeigen. Das erste Bild ist ein Infrarotbild auf dem die heisse Lava sehr gut zu sehen ist, neben dem Krater in der linken unteren Bildecke sieht man schön, wo sie sich in den letzten Tagen ausgebreitet hat. Die Spitze des Lavafeldes zeigt nur noch vereinzelte heisse Zonen an der Oberfläche, darunter ist es auch weiterhin sehr heiß.

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Satellitenbilder des NASA Earth Observatory Satelliten, Quelle und hochaufgelöste Bilder hier.

Das zweite Bild zeigt das Eruptionsgebiet im sichtbaren Licht und darauf erkennt man ausser der Eruptionswolke nicht besonders viel. Diese Eruptionswolke ist aber nach wie vor ein Problem, da sie erhebliche Mengen an Schwefeldioxid enthält. In den letzten Tagen waren vor allem wieder einmal die Regionen in Ostisland um Reyðarförður und am Mývatn betroffen.

Die Schätzungen wieviel Schwefeldioxid im Moment freigesetzt wird schwanken etwas und verlässliche Zahlen sind schwer zu finden. Die Geologen gehen aber aktuell von 20-30.000 Tonnen pro Tag aus, was mehr ist, als in der gesamten Europäischen Union freigesetzt wird (dort sind es geschätzte 14.000 Tonnen/Tag).

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Entwicklung am Bárðarbunga [25.]

by Christian on 24 September, 2014

Auch heute ging bei der Spalteneruption alles so weiter wie in den letzten Tagen. Die Lavamengen breiten sich im Moment zwar etwas anders aus (siehe Karte), ansonsten scheint es aber keine Veränderungen zu geben. Auch die Absenkung der Bárðarbunga Caldera setzt sich fort, die tiefsten Punkte haben sich aktuell zwischen 27 und 28 abgesenkt, die tägliche Rate liegt um 50cm.

Für die Ausbreitung des Lavafeldes gibt es von gestern abend frische Meßdaten der Geologen an der Westseite, die Ausbreitung an der Ostseite muss weiterhin aus Luft- und Satellitenbildern abgeschätzt werden, weil der Zugang dort erheblich schwieriger ist.

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Karte veröffentlicht von der Universität von Island, Original und höher aufgelöste Version hier.

Und zum Schluß gibt es heute noch ein Video. Es zeigt zum einen die Ausbreitung der Lava und zum anderen die Entnahme einer frischen Lavaprobe für chemische Analysen.

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Absenkung des Calderabodens und mögliche Szenarien

by Christian on 23 September, 2014

Die Absenkung der Bárðarbunga Caldera geht, wenn auch auf niedrigerem Niveau, weiter. Aktuell senkt sich der Calderaboden “nur” noch um gut 50cm pro Tag, seitdem am 12. September das Meßgerät auf dem Gletscher aufgestellt wurde, um insgesamt gut 5m.

140923 GPS Bardarbunga

Absenkung der Bárðarbunga Caldera. Graphik von der Universität von Island.

Über mögliche Folgen sind sich die Geologen mittlerweile nicht mehr einig. Zunächst ging man davon aus, das die starke Absenkung zu einem Ausbruch des Bárðarbunga führen kann. Der Geologe Magnús Tumi Guðmundsson sagte gestern gegenüber RÚV, das die Wahrscheinlichkeit einer subglazialen Eruption des Bárðarbunga abnehmen würde, solange die Eruption im Holuhraunlavafeld stabil bleibt und die Absenkung des Calderabodens nicht wieder stark zunehmen würde. Wenn sich die Bedingungen allerdings ändern, könnte es immer noch zu einem grösseren Ausbruch kommen. Er sagte auch, das eine so lange und stabile Eruption wie aktuelle ungewöhnlich sei.

Der Geologe Ármann Höskuldsson hingegen sagte gegenüber Eyjan, das er mit einem subglazialen Ausbruch des Bárðarbunga rechnet, da unterirdisch erheblich mehr Magma vorhanden sei, als momentan in der Holuhrauneruption an die Oberfläche kommt und der Druck daher nicht nennenswert abnehmen werde. Zusätzlich würden die im Eis entstandenen Krater auf bereits vorhandene subglaziale Aktivität hinweisen, auch wenn diese bisher nicht signifikant gewesen sei.

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Vermessung des Lavafeldes

by Christian on 23 September, 2014

Auch heute geht die Eruption weiter und nachdem die Geologen das frische Lavafeld neu vermessen haben, gibt es dazu auch mehr Daten. Demnach ist das Lavafeld im Durchschnitt 14m stark (im Bereich der Krater auch erheblich mehr) und bedeckt eine Fläche von etwa 38 Quadratkilometern. Aus diesen Werten lässt sich ein Volumen von etwa 500 Mio Kubikmetern (oder 0.5 Kubikkilometern) errechnen, was einer durchschnittlichen Förderrate von ungefähr 290 Kubikmeter/Sekunde (am Anfang deutlich mehr, jetzt niedriger) entspricht. Die Holuhrauneruption ist damit die zweitgrösste Eruption seit der Eruption der Hekla 1947. Details gibt es (auf isländisch) hier.

Vulkan

Jahr

Eruptionsvolumen

Hekla

1974-48

0,8 km3

Holuhraun

2014

0,4-0,6 km3

Surtsey

1963-1967

0,4 km3

Heimaey

1973

0,23 km3

Hekla

1970

0,2 km3

Krafla

1975-1984

0,25 km3

Askja

1921-1929

0,2 km3

140923 PIA18802

Das Bild des NASA Earth Observing 1 Satelliten zeigt die Eruptionspalte am 06. September 2014 aus 705km Höhe. Die Eruption ist zu diesem Zeitpunkt eine Woche alt ist und hat sich noch nicht so weit ausgebreitet. Bild von der NASA, Original hier.

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Heute Journal berichtet über Eruption

by Christian on 22 September, 2014

Das Heute Journal vom 20.09.2014 hat einen recht eindrucksvollen Bericht über die Holuhrauneruption gezeigt. Zu sehen ist der Film entweder in der Mediathek (nur befristet) oder bei Youtube. Ich empfehle das Video so groß wie möglich anzuschauen.

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Entwicklung am Bárðarbunga [24.]

by Christian on 21 September, 2014

Die Spalteneruption in der Holuhraun läuft weiter wie in den letzten Tagen, die Lava emittiert auch weiterhin recht grosse Mengen an Schwefeldioxid. Ich werde das in den nächsten Tagen auch weiterhin so halten, wenn es keine Neuigkeiten gibt, kann ich auch kein Update schreiben. Der Vulkansmog (blauer Dunst) hat in den letzten Tagen Südisland und Reykjavik erreicht, so waren hier die Schwefeldioxidkonzentrationen zwar nicht sehr hoch, aber die Sicht war trotzdem beeinträchtigt. Siehe auch hier für mehr Details.

Das die im Schwefeldioxidkonzentrationen im Bereich der Eruption durchaus gefährliche Konzentrationen annehmen können (besonders in Senken bei wenig bis keinem Wind) zeigen in den letzten Tagen aufgefundene tote Vögel. Die sind zwar deutlich empfindlicher, weil sie kleiner sind, es zeigt aber, das die Sperrungen nicht aus der Luft gegriffen sind, sondern einen klaren Sicherheitsgrund haben.

Die Gesamtzahl der Erdbeben ist weiterhin relativ klein (zumindest verglichen mit den Zahlen die wir auch schon gesehen haben), seit gestern haben sich im Bereich der Bárðarbunga Caldera aber 24 Beben der Stärke drei und grösser ereignet, das stärkste Beben wurde mit 5.5 gemessen und ereignete sich am Sonntag vormittag. Nach diesem Beben senkte sich die Caldera erneut um 25cm – aber auch die anderen Beben in diesem Bereich werden mit der Absenkung in Verbindung gebracht.

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Erdbebenkarte der Vatnajökullregion. Karte vom isländischen Wetterdienst, aktuelle Version hier.

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Absenkung der Bárðarbunga Caldera und Erdbeben. Karte vom isländischen Wetterdienst, aktuelle Version hier.

Mit der seit einigen Tagen etwas geringeren Aktivität der Holuhrauneruption hat sich auch die Ausbreitung der austretenden Lava verändert. Breitete sie sich anfangs im wesentlichen nach Norden aus, geht das Feld jetzt mehr in die Breite. Das zeigt sich deutlich auf einer Karte, die von den Geologen der Universität von Island veröffentlicht wurde.

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Ausbreitung der Lava der Holuhrauneruption. Karte von der Universität von Island, Original hier.

Nach dieser Karte bedeckt die Lava eine Fläche gut etwa 38 Quadratkilometern. Die orangene Fläche in der Karte ist von den Geologen vor Ort vermessen worden, die gelbe Fläche (die in den letzten Tagen bedeckt wurde) wurde aus Flugaufnahmen abgeschätzt.

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Schwefeldioxidkarte überarbeitet

by Christian on 19 September, 2014

Die Ausbreitungskarte für das von der Eruption freigesetzte Schwefeldioxid ist ebenfalls überarbeitet worden. Sie zeigt jetzt für verschiedene Tageszeiten die vermutliche Ausbreitungsrichtung unter Berücksichtigung der dann vorherrschenden Windrichtung. Ebenfalls ist jetzt eine grobe Beurteilung der Belastung möglich. Das kann man sich entweder stundenweise oder als Film ansehen. Zu finden ist die überarbeitete Karte hier.

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Ausbreitungsrichtung der Schwefeldioxidwolke des isländischen Wetterdienstes. Aktuelle Version hier.

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