Schwefeldioxidkarte überarbeitet

by Christian on 19 September, 2014

Die Ausbreitungskarte für das von der Eruption freigesetzte Schwefeldioxid ist ebenfalls überarbeitet worden. Sie zeigt jetzt für verschiedene Tageszeiten die vermutliche Ausbreitungsrichtung unter Berücksichtigung der dann vorherrschenden Windrichtung. Ebenfalls ist jetzt eine grobe Beurteilung der Belastung möglich. Das kann man sich entweder stundenweise oder als Film ansehen. Zu finden ist die überarbeitete Karte hier.

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Ausbreitungsrichtung der Schwefeldioxidwolke des isländischen Wetterdienstes. Aktuelle Version hier.

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Entwicklung am Bárðarbunga [23.]

by Christian on 18 September, 2014

Der isländische Wetterdienst hatte vor einigen Tagen die GPS-Daten vom Bárðarbunga in Echtzeit im Netz zur Verfügung gestellt. Diese Graphik ist jetzt überarbeitet worden und zeigt jetzt auch die Erdbeben der Region an und markiert starke Beben zusätzlich auf der Absenkungskarte. Damit kann man gut sehen, ob Sprünge in der Absenkung mit Erdbeben in Verbindung stehen.

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Absenkungskarte am Bárðarbunga, Original und aktuelle Version beim isländischen Wetterdienst.

Dann gibt es zwei neue und recht interessant Ausbreitungskarten der Lava von der Spalteneruption im Holuhraun Lavafeld.

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Ausbreitungskarte der Lava bei Holuhraun. Karte von der Universität von Island.

Die erste Karte stammt von der Universität von Island und zeigt, das sich die Lava kaum noch weiter nach Nordosten in die Jökulsá, sondern an diversen Stellen deutlich in die Breite ausbreitet. Das wird mit einem Nachlassen der Intensität der Eruption erklärt.

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Satellitenbild des DLR-Satelliten Terra-X. Original hier.

Das zweite Bild wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) veröffentlicht. Es zeigt ein Bild des Terra-X Satelliten und darauf, wie sich die Lava in welchem Zeitraum ausgebreitet hat. Das Bild wurde aus drei Aufnahmen vom 13. August, dem 4. September und dem 15. September dargestellt. Die gelb markierte Fläche zeigt die Ausbreitung zwischen dem 13. August und 4. September (die Eruption begann eigentlich erst am 29. August und dann nochmal am 31. August), die rot markierte Fläche die Ausbreitung zwischen 4. und 15. September. Details zu der Aufnahme gibt es hier.

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Position der Bárðarbunga Webcams

by Christian on 18 September, 2014

Míla hat ja zwei Webcams (zu finden hier und hier) aufgestellt, die beide die Eruption beobachten. Wie diese positioniert sind, zeigt die untenstehende Karte:

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Karte mit der Position der Bárðarbunga Webcams.

Der erste Kamerastandort ist auf dem Grímsfjöll, gut 30km südlich des Bárðarbunga und in Richtung Norden ausgerichtet. Die Kamera wurde vom isländischen Rettungsdienst dort platziert, arbeitet im Moment aber nicht. Der zweite Kamerastandort is von der Telekommunikationsfirma Míla eingerichtet worden und hat zwei Kameras. Sie stehen nördlich der Eruptionsspalte in der Holuhraun auf dem Berg Vaðalda, gut 60km vom Bárðarbunga entfernt und nach Südwesten ausgerichtet. Die erste Kamera zeigt eine deutlich weitwinkligere Perspektive, die zweite Kamera ist auf die Eruptionsstelle gezoomt. Eigentlich waren diese Kamera für eine Eruption des Bárðarbunga aufgestellt worden, zufälligerweise hat man über sie auch einen sehr guten Blick auf die Holuhraun Eruption.

Da beide Kameras auf Bergen stehen, kommt es immer mal wieder vor, das sie in tiefhängenden Wolken stecken und nichts sehen. Ebenso ist in der Regel das Wetter (bzw. Wind) dafür verantwortlich, wenn die Kameras wackeln.

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Entwicklung am Bárðarbunga [22.]

by Christian on 18 September, 2014

Wenn auch etwas schwächer als vor einigen Tagen, ist die Eruptionsspalte im Holuhraun Lavafeld weiterhin aktiv. Nach den Schätzungen der Geologen sind zwischen 200 und 250 Mio Kubikmeter Lava ausgetreten. Da diese Zahl recht abstrakt ist, hat der Verlag Vísir dazu eine Visualisierung erstellt. Demnach beträgt das Volumen aller in Island gebauten Häuser etwa 146 Mio Kubikmeter, einen Wert den die Eruption schon seit ein paar Tagen hinter sich gelassen hat. Sie würde 8.300 und 10.400 mal die Hallgrimskirkja in Reykjavik füllen.

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Visualisierung des Lavavolumens der Holuhrauneruption. Bild von Vísir.

 

Die Absenkung der Bárðarbunga Caldera setzt sich fort, auch wenn sich die Senkungsrate in den letzten Tagen auf etwa 0.5m pro Tag reduziert hat. Die tiefsten Stellen im Eiskrater haben sich jetzt gut 25m abgesenkt.

Einen neuen und sehr sehenswerten Film des Fotografen Ólafur Haraldsson gibt es bei Vimeo zu sehen. Wer kann, sollte sich das Video auf jeden Fall in möglichst hoher Auflösung ansehen. Weitere spannende Fotos sind hier zu finden.

 

Holuhraun Eruption (Bárðarbunga) from Olafur Haraldsson on Vimeo.

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Vorhersage der Zugrichtung der Schwefeldioxidwolke

by Christian on 17 September, 2014

Die Holuhrauneruption spuckt immer noch grosse Mengen an Schwefeldioxid aus, pro Sekunde im Moment etwa eine Tonne, am Tag demzufolge über 85.000. Da das Gas je nach Windlage in Island für mehr oder weniger hohe Luftschmutzungen sorgt, die unter Umständen gesundheitsschädlich sein können (für Personen mit Atemwegserkrankungen oder auch bei lokal hohen Konzentrationen) hat der isländische Wetterdienst eine Seite eingerichtet, auf der es eine Vorhersage zu betroffenen Gebieten gibt. Diese ist hier zu finden. Nach der heutigen Vorhersage ist im wesentlichen das zentrale Hochland und der nördliche Rand betroffen, für morgen soll der Wind drehen und dann ist das südliche Hochland betroffen.

Das eine Region betroffen ist, muss nicht heissen, das die Konzentrationen gesundheitsschädliche Bereiche erreichen (besonders, wenn man weiter von der Ausbruchsstelle weg ist), aber ein wenig Vorsicht schadet sicher nicht.

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Vorhersagekarten zur Zugrichtung der Schwefeldioxidwolke in Island. Karte vom isländischen Wetterdienst, aktuelle Karte hier.

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Vulkane, nordische Mythologie und Schwefeldioxid

by Christian on 17 September, 2014

Der etwas merkwürdige Titel kommt durch die Sammlung mehrerer interessanter (externer) Artikel zustande, die sich bei mir in der letzten Zeit angesammelt haben. Sie sind alle mit Vulkanismus in Island verbunden und ich denke sie passen recht gut. Die Artikel sind allerdings alle auf englisch.

Der erste Artikel wurde von Alexandra Witze geschrieben, eine Wissenschaftsjournalistin, die unter anderem für das renommierte Magazin Nature arbeitet und die ein Buch über die Laki-Eruption geschrieben hat. Sie beschäftigt sich mit einem Ausbruch des Bárðarbunga im Jahr 870 zur Zeit der Besiedelung (der Landnahme) Islands. Ihre These ist, das dieser Vulkanausbruch und der damit verbundene temporäre Einfluß auf das Klima Islands einen Niederschlag in der nordischen Mythologie des Ragnarök gefunden haben. Der Artikel heisst “Bárðarbunga and the Winters of Winds, of the Sword, of the World“.

Ein weiterer Artikel (verlinkt im ersten) beschäftigt sich mit den Ängsten der Wikikinger vor Vulkanausbrüchen und welche Folgen das hatte. Er basiert auf der Doktorarbeit von Mathias Nordvig, einem Experten für Skandinavistik an der Universität von Aarhus in Dänemark. Er hält den Ausbruch der Eldgjá im Jahr 934 für entscheidend in ihrem Einfluß auf die nordische Mythologie. Der Artikel heisst: “Were the Vikings scared of volcanoes?

Und zu guter Letzt noch ein komplett anderes Thema, diesesmal geht es um die Schwefeldioxidemissionen der Holuhrauneruption. Hier beschreibt die ESA in einem kurzen Artikel, wie die Beobachtung der Wolke mit Hilfe von Satelliten geschieht um Vorhersagen treffen zu können. Der Artikel heisst “Bardarbunga belches

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Eruption und Erdbeben am Bárðarbunga

by Christian on 16 September, 2014

Heute vor einem Monat, am 16. August begannen die Vorzeichen für die vulkanische Aktivität am Bárðarbunga und nördlich davon mit einem Erdbebenschwarm. Die Erdbebenaktivität begann einigermassen unauffällig, steigerte sich in Spitzenzeiten gegen Ende August/Anfang September bis auf 1300 Erdbeben am Tag und liegt so um 250 Beben (die Beben der letzten 10 Tage finden sich hier). Insgesamt haben sich seit Mitte August in der Vatnajökullregion gut 20.000 Erdbeben ereignet, was sehr viel ist. Zum Vergleich: In “normalen” Jahren ohne Vulkanausbrüche ereignen sich um 12.000 Erdbeben in ganz Island im Jahr.

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Karte der manuell überprüften Erdbeben seit dem 16. August in Island. Karte vom isländischen Wetterdienst, aktuelle Version hier.

Von diesen Beben hatten 252 eine Stärke grösser als 3, 23 immerhin noch eine Stärke grösser als 5. Auf der Karte sieht man auch sehr schön, das sich die Beben auf zwei Regionen konzentrieren, zum einen auf die nach Nordosten reichende Magmaintrusion und zum anderen (ringförmig) auf die Caldera des Bárðarbunga.

Der Ausbruch im Holuhraun Lavafeld geht unterdessen weiter und die Geologen gehen auch davon aus, das das noch monatelang der Fall sein wird. Der Vulkanologe Armann Hoskuldsson wird heute in den isländischen Medien mit den Worten zitiert, das er davon ausgeht, das die Spalte an einer andere Stelle wieder aufbrechen würde, wenn sie jetzt ihre Aktivität einstellt.

Zum Abend noch ein Hinweis auf den Astrogeopodcast von Karl Urban (der ist auch sonst empfehlenswert). In seiner aktuellen Folge unterhält sich Karl mit dem Geophysiker Tobias Dürig von der Uni Würzburg über Vulkanismus in Island. Ich habe bisher zwar nur kurz reinhören können, was aber sehr interessant klang. Zu finden ist der Podcast hier.

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Quelle Gunnuvher auf Reykjanes aktiver

by Christian on 16 September, 2014

Island besteht nicht nur aus Vulkanen, daher gibts heute auch mal andere Nachrichten. Auf der Reykjaneshalbinsel nahe Reykjavik gibt es mehrere geothermale Quellen, die grösste (oder zumindest die aktivste) dürfte Gunnuhver sein. Sie hatte in den letzten Jahren deutlich verstärkt nachdem in der Nachbarschaft ein Geothermalkraftwerk in Betrieb gegangen war. Damals hatte ich aus diesem Anlaß schonmal hier darüber geschrieben).

Seit gestern ist die Quelle so aktiv, das sie Wasser und Schlammbrocken meterhoch in die Luft schleudert. Aus Sicherheitsgründen hat die Polizei den Zugang zur Beobachtungsplattform deshalb gesperrt.

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Entwicklung am Bárðarbunga [21.]

by Christian on 15 September, 2014

Auch heute nur ein kurzes Update, da nicht viel passiert ist. Die Eruption im Holuhraun Lavafeld hat seit gestern nicht weiter an Kraft verloren, allerdings läuft sie weiter auf etwas niedrigerem Niveau. Das führt dazu, das sie sich weiter in die Breite läuft und im Moment nicht genug Kraft hat, um weiter in die Jökulsá vorzudringen. Die Schwefeldioxidemissionen liegen zwar damit auch etwas niedriger, sie stellen allerdings immer noch ein Problem dar. Aufgrund der veränderten Windrichtung sind jetzt mehr die Regionen am Mývatn, Husavík und Kospasker betroffen. Dort empfahl der Wetterdienst die Werte genau zu beobachten und im Zweifel nicht ins Freie zu gehen. Der Wetterdienst hat jetzt auf seiner Webseite auch eine Vorhersage zur Zugrichtung der Emissionswolke.

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Absenkung des Calderabodens des Bárðarbunga. Der grün markierte Bereich zeigt die rapide Absenkung nach einem Erdbeben der Stärke 5.4. Graphik vom isländischen Wetterdienst/Universität von Island.

Im Bereich der Bárðarbunga ereignen sich nach wie vor starke Erdbeben, die mit dem absenken des Calderabodens in Zusammenhang gebracht werden. Da hier Gesteinsschichten aneinander vorbeigleiten müssen (der sich absenkende Calderaboden am festen Gestein vorbei) und diese Stellen nicht perfekt glatt sind, verhaken sich die Schichten. Wenn es dann zu einer grösseren Bewegung kommt, macht sich das auch in einem stärkeren Erdbeben (das stärkste heute hatte die Stärke 5.4) und gleichzeitig auch einer Absenkung. Das kann man gut heute für das Erdbeben gegen 09.04 (das erwähnte 5.4er) beobachten, nach dem sich der Calderaboden gleich um 0.5m absenkte. Die Stelle des Erdbebens und die nachfolgende Absenkung sind in der Graphik der Universität von Island grün markiert.

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Entwicklung am Bárðarbunga [20.]

by Christian on 14 September, 2014

Am heutigen 15. Tag der Eruption berichten die Geowissenschaftler vor Ort von einer leicht geringeren Eruptionsaktivität der Spalte, die im Moment nur im zentralen Bereich aktiv ist. Das äußert sich auch in einem geringeren Ausstoß von Schwefeldioxid.

Die Absenkung des Calderabodens des Bárðarbunga hingegen geht stark weiter. Aktuell ist die Tiefe des entstandenen Eiskraters gut 23m, alleine in den letzten 24h betrug sie bis zu 1m. Wen diese Daten interessieren, der kann sie live hier abrufen. Die untenstehende Graphik zeigt die Entwicklung der letzten 24 Stunden.

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Absenkung des Calderabodens des Bárðarbunga über die letzten 24h, aktuelle Version hier.

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