Da ich in der letzten Zeit weder besonders viel Zeit hatte, aktuelle Beiträge zu schreiben, noch das Tagesgeschehen in Island allzu intensiv zu verfolgen, fehlt hier ein Beitrag zur aktuellen politischen Situation.
Das Icesavegesetz, was im Sommer nach langer Diskussion endlich beschlossen wurde, enthielt eine Klausel, das keinerlei Zahlungen mehr nach 2024 geleistet werden sollten, ein Umstand, mit dem sowohl Großbritannien als auch die Niederlande nicht einverstanden waren. So musste letztendlich ein neues Gesetz beschlossen werden, dessen Diskussion sich jetzt wieder eine lange Zeit hinzog – bis es dann Ende Dezember 2009 beschlossen wurde. [click to continue…]
Das neue Jahr beginnt leider nicht besonders gut – nachdem es bereits einige Feuer in alten Gebäuden gab, ist in am 02. Januar jetzt die Kirche in Krýsuvík erwischt. Das Gebäude brannte buchstäblich bis auf den Boden nieder, der Grund ist unklar. Da die Kirche aber keine elektrische Installation besitzt, liegen entweder Brandstiftung oder unvorsichtiger Umgang mit Feuer nahe, die Polizei ermittelt. Gebaut wurde die Kirche, die eine der ältesten Holzkirchen im Land war 1857. Glück im Unglück ist, das der Altarschmuck, das Altarbild und andere Verzierungen aktuell im Museum waren und so erhalten geblieben sind. Bilder gibt es hier zu sehen.
Damit auch alle diejenigen, die nicht in Deutschland wohnen, diesen netten Klassiker sehen können, hier zwei Videos bei Youtube mit Teil eins und zwei. Viel Spass.
Hallo,
ich wünsche allen Lesern hier einen guten Rutsch und ein gutes neues Jahr 2010.
Hier im Islandblog wird es dann auch wieder viele neue Beiträge und Fotos geben.
Schwerter zu Pflugscharen ist ja eine alte Forderung der Friedensbewegung. Hier in Island kam es zu einer leichten Veränderung dieses Themas: Hier wurde es zu Banken zu Buchläden. Die Bank SPRON wurde bereits vor der Finanzkrise von Kaupthing erworben, die Ereignisse des letzten Oktobers verzögerten die Übernahme dann aber. Dazu kam es dann in diesem Frühjahr, die Kunden wurden von Kaupthing übernommen, die Angestellten überwiegend entlassen, die Filialen standen eine ganze Weile volleingerichtet, aber ansonsten nutzlos herum. Dieser Zustand wurde irgendwann beendet und die Filialen ausgeräumt, in die freien Räume in der Skolavördustigur zog eine neue Filiale des Buchladens Eymundsson. Auch keine schlechte Nachfolge.
Laufabrauð gehört zu einem typisch isländischen Weihnachtsessen, klassischerweise mit Butter bestrichen und zu Hangikjöt, geräuchertem Lammfleisch.
Erste Quellen erwähnen es im Jahr 1736, seinen Ursprung findet es in den damals äußerst geringen Vorräten an Mehl in dieser Zeit. Die typischen Verzierungen sollten über das dünne Brot hinwegtäuschen.
Auch wenn heute wohl die Masse des Laufabrauð im Supermarkt gekauft wird, was angesichts der geruchsintensiven Herstellung verständlich ist, gibt es durchaus noch einige Familien, die die Herstellung als Weihnachtstradition erhalten haben. Wie Laufabrauð hergestellt wird, zeigt folgender Film (allerdings mit englischer Kommentierung):
Die Whisteblowerplattform Wikileaks, die es ermöglicht, Dokumente anonym zu veröffentlichen, hat jetzt einen aus isländischer Sicht brisanten Emailwechsel veröffentlicht. Anlaß für diese Kommunikation war Icesave, gelaufen ist sie zwischen Indriði H. Þorláksson, der im isländischen Finanzministerium mit dieser Affäre betraut war und Mark Flanagan vom Internationalen Währungsfonds.
Brisant an diesen Enthüllungen ist unter anderem, das Indriði zwischendurch versucht, Flanagan davon zu überzeugen, seine private Emailadresse für diese Kommunikation zu verwenden (und so der Archivierung der Regierungsemails zu entgehen) und ausserdem versucht, Teile (nämlich erhöhte Staatsschulden) erst nach der Wahl zu verhandeln (und damit öffentlich zu machen).
Dieser Emailwechsel ist Teil der Icesavedokumente, die dem isländischen Parlament zur Verfügung gestellt worden sind, vermutlich sind sie auch von dort aus öffentlich gemacht worden.