Erdrutsch an der Askja [2.]

by Christian on 24 July, 2014

Zum Erdrutsch an der Askja gibt es jetzt ein paar mehr Informationen. Demnach ist ein Hangstück von gut 1 km Breite abgerutscht, ingesamt sind dabei ungefähr 50-60 Mio Kubikmeter Material abgerutscht. Als Folge entstanden mehrere bis zu 50m hohe Wellen, die sich über den See bewegten. Durch das in den See eingetragene Material ist der Wasserstand seit dem Erdrutsch um gut 2m erhöht. Und auch die Sperrung wurde bisher nicht aufgehoben, da unklar ist, ob es am Hang möglicherweise zu weiteren Erdrutschen kommt. Geologen sind mit der Untersuchung beauftragt, die in den nächsten Tagen stattfinden wird.

Es gibt auch einen Filmbeitrag aus dem isländischen Fernsehen von RÚV, der unten zu sehen ist (Kommentar auf isländisch). Man sieht darin recht gut die abgerutschten Hänge und auf Vergleichsbildern den höheren Wasserstand.

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Erdrutsch an der Askja

by Christian on 23 July, 2014

Am Vulkan Askja hat es gestern Nacht einen grösseren Erdrutsch in den dortigen Calderasee gegeben. Der Erdrutsch führte zu einer etwa 50m hohen Flutwelle, die nach Angaben des isländischen Wetterdienstes auf der gegenüberliegenden Seite über die die Seekante und teilweise in den Vitikrater floss. Auf dem Foto ist der Erdrutsch gut zu sehen:

askja erdrutsch

Foto des Sees an der Askja. Foto von der Vatnajökull Nationalparkbehörde.

Aufgrund des Erdrutsches ist der Zugang zu der Region im Moment gesperrt, da unklar ist, ob die Hänge stabil sind oder ob es zu weiteren Erdrutschen kommen kann.

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Erdbeben und erhöhte Wasserstände an der Katla

by Christian on 10 July, 2014

Seit einigen Tagen erlebt der isländische Vulkan Katla eine etwas unruhige Phase. Das äußert sich in einem kleinen Erdbebenschwarm dessen Beben sich relativ nahe an der Oberfläche ereignen und immerhin bis zur Stärke 3.1 reichte. Unten ist die aktuelle Bebenkarte des isländischen Wetterdienstes zu sehen, ein Klick auf die Karte führt zur aktuellen Version.

eq Katla 140710 1750

eqbars Katla 140710 1750

Die Ursache der Erdbeben ist im Moment unklar, sie können sowohl durch die Bewegung von Magma als durch erhöhte geothermale Aktivität hervorgerufen werden, klar ist für die Geologen, das die Ursache vulkanisch und nicht tektonisch ist. Vom isländischen Katastrophenschutz wurde über die Katla die niedrigste Warnstufe ausgerufen, da die Situation aktuell zu unklar ist. Nach Angaben der Geologen heisst diese Aktivität aber weder, das die Katla bereits ausbricht, noch das ein Ausbruch unmittelbar bevorsteht. Solche Episoden erhöhter Aktivität gab es in den letzten Jahren immer wieder einmal, bisher sind sie aber auch so wieder ausgeklungen.

 

Die erhöhte vulkanische Aktivität führt in Flüssen Múlakvísl und der Jökulsá á Sólheimasandi zu erhöhten Pegelständen, Schwefelgeruch im Wasser und erhöhter Leitfähigkeit. Der isländische Katastrophenschutz warnt vor einem Aufenthalt entlang der Gewässer, da es zu plötzlich ansteigenden Pegeln (es sei an dieser Stelle die Flutwelle erwähnt, die 2011 die Strassenbrücke über die Múlaksvisl wegspülte) sowie erhöhten Schwefelwasserstoffkonzentrationen (die gesundheitsschädlich sind) kommen kann.

Aktuelle Informationen gibt es auf der Webseite des isländischen Wetterdienstes sowie auf der Webseite des isländischen Katastrophenschutzes (diese Seite ist zwar überwiegend auf isländisch, alle wichtigen Informationen gibt es aber auch auf englisch). Wenn es zu akuten Gefahrensituationen kommen sollte, dann gibt es auch Informationen durch die lokalen Behörden (und Anwohner), die man unbedingt beachten sollte.

Nachtrag 15.07.2014: Die Warnstufe rund im die Katla ist heute aufgehoben worden, nachdem die Leitfähigkeit und auch die Pegel der Flüsse deutlich gesunken ist. Die Behörden fordern Reisende aber trotzdem weiterhin zur Vorsicht auf, da sich die Lage auch schnell ändern könne.

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isländische Wörter [1.]

by Christian on 4 July, 2014

Ich hatte ja schon vor einer Weile angekündigt, über interessante isländische Wörter schreiben zu wollen, heute gehts dann endlich los.

Das erste Wort ist “hvalreki”, was übersetzt Fallobst bedeutet. Wenn man die Wortbestandteile “hval” und “reki” einzeln übersetzt bedeutet das ungefähr “gestrandeter Wal”, was auch die wahre Bedeutung zeigt. Fallobst gibt es in Island nicht, dafür ist die Vegetationsperiode schlicht zu kurz. Ein gestrandeter Wal bedeutete früher für das Dorf oder die Farm in der Nachbarschaft für einen längeren Zeitraum eine sichere Versorgung mit Fleisch und Fett. Da das Leben überwiegend eher von Armut geprägt war, stellten solche Anlandungen ausgesprochene Glücksfälle dar. Und in diesem Sinne wird das Wort auch heute noch in der isländischen Sprache verwendet.

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Für Dienstag (01. Juli 2014) und Mittwoch (02. Juli 2014) gibt es für ganz Island eine Sturm- und Unwetterwarnung. Der isländische Wetterdienst warnt vor starkem Sturm, der besonders für die Fahrer von Wohnmobilen und Caravangespannen gefährlich ist. Ihnen wird dringend empfohlen einen sicheren Standplatz aufzusuchen und nicht zu fahren, da die Gefahr von der Strasse geweht zu werden sehr hoch ist (was prinzipiell auch für andere Fahrzeuge gilt). Wetterberichte lokal erfragen und unbedingt auf den Rat von Einheimischen hören! Weitere Wetterinformationen beim isländischen Wetterdienst.

Für Südisland und das Hochland sind starke Regenfälle zu erwarten, die die Flüsse möglicherweise stark anschwellen lassen werden. Der isländische Rettungsdienst warnt vor möglicherweise gefährlichen Flussquerungen und fordert zu besonderer Sorgfalt beim durchfahren von Furten auf. Auch hier gilt: Um Hilfe fragen und unbedingt die Empfehlungen annehmen, besonders wenn vom durchqueren abgeraten wird! Weitere Informationen auf der Webseite safetravel.is.

Wem das übertrieben vorkommt, der sei vor starken Unwettern in Island gewarnt. Diese fallen typischerweise aufgrund der Lage Islands mitten im Nordatlantik um einiges heftiger aus, als man das aus Mitteleuropa gewohnt ist. Wenn die isländischen Behörden derartig massiv warnen, dann ist das auch so gemeint und entspricht einem “Katastrophensturm” in Mitteleuropa.

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Gebührensituation eskaliert

by Christian on 25 June, 2014

Nachdem die Situation um die Eintrittsgebühren an Geysir und Dettifoss zumindest zeitweise beruhigt ist, bricht der Konflikt an anderer Stelle voll auf. So werden seit letzter Woche im Geothermalfeld Námaskarð nahe dem Mývatn 800 ISK Eintritt genommen, der Landbesitzer von Stokksness (nahe Höfn) will 600 ISK für den Zugang haben. Besonders der letzte Fall ist pikant, da auf dem Gebiet von der isländischen Küstenwache (vormals von der NATO) eine grosse Radarstation betrieben wird und dafür das Land gemietet ist. Die Küstenwache kündigte auch schon an, rechtlich gegen die Gebühr vorgehen zu wollen.

In diese Diskussion kommt ein radikaler Vorschlag der isländischen Tourismusvereinigung (Ferðamálasamtök Íslands), die Landbesitzer von vier für Island zentralen Gebieten zu enteignen und zu entschädigen um der Allgemeinheit den Zugang zu ermöglichen ohne zu zahlen. Dabei geht es um das Geysirgebiet, den Kerið, Dettifoss/Námaskarð und den Jökulsárlón.

Auch in Island ist das Verhalten der Landbesitzer vorsichtig gesagt äußerst umstritten, wie die heutige Karrikatur von Haldór im Frettabladid zeigt (das “þ” wird wie das “th” im englischen ausgesprochen, der Mann im Anzug ist einer der Landbesitzer):

gebuehren

Zusätzlich regt sich Widerstand gegen die durch den Tourismusboom teilweise stark gestiegenen (Saison)preise für Mietwagen, Touren oder auch einfach nur ein Stück Kuchen im Kaffee (da waren am Mývatn letzte Woche 1200 ISK fällig, ungefähr 8 Euro).

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Kein Eintritt am Dettifoss

by Christian on 5 June, 2014

Im Gegensatz zur Geysirregion, wo die Landbesitzer immer noch im Streit mit dem Staat über Eintrittsgebühren liegen (im Moment aber keine erheben dürfen), hat sich die Lage am Dettifoss komplett verändert. Dort war angekündigt worden, ab dem 01. Juni 2014 800 ISK Eintritt erheben zu wollen, um Infrastrukturmaßnahmen zu finanzieren.

Die Landbesitzer haben sich jetzt mit dem Vatnajökull Nationalpark (zu dem diese Region gehört) geeinigt, auf Gebühren mindestens bis zum nächsten Sommer zu verzichten. Im Gegenzug wird die Nationalparkverwaltung Wege anlegen, die Zahl der Toiletten erhöhen und eine 100 Quadratmeter grosse Aussichtsplattform bauen. Dafür hat sie vom Industrieministerium bereits 40 Mio ISK (gut 260.000 Euro) erhalten. Der Wasserfall wird im Jahr von ungefähr 300.000 Menschen besucht.

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Whale watching im Internet

by Christian on 4 June, 2014

Das isländische Meeresforschungsinstitut hat Ende Mai zwei Blauwale vor Husavík mit GPS-Sendern versehen, um damit ihre Wanderungen zu verfolgen. In den Gewässern um Island gibt es ungefähr 100 Blauwale, die die grössten lebenden Tiere sind.

Sie leben im Sommer in den Gewässern um Island, im Winter wandern sie aber bis vor die Küste Westafrikas, eine Reise von über 5000 km. Interessant ist jetzt, das man die beiden Wale live im Internet verfolgen kann, sie sind hier und hier zu finden.

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Kommunalwahlen in Reykjavik und Island

by Christian on 2 June, 2014

Am letzten Samstag fanden in Island Kommunalwahlen statt. Diese finden seit den veränderten Neuwahlen nach der Finanzkrise nicht mehr wie vorher am selben Tag wie die Parlamentswahlen statt, was sich möglicherweise negativ auf die Wahlbeteiligung auswirkt.

Besondere Aufmerksamkeit hat in diesem Zusammenhang die größte isländische Stadt, Reykjavik erfahren. Dort regierte die letzten 4 Jahre Jón Gnarr, der nach seinem überraschenden Wahlsieg zusammen mit den Sozialdemokraten eine sehr erfolgreiche Amtszeit hingelegt hatte. Ende letzten Jahres hatte er dann erklärt, trotz hoher Zustimmungswerte in den Meinungsumfragen (er wäre als Bürgermeister wohl wiedergewählt worden) nicht wieder anzutreten. Wer sich mehr dafür interessiert, findet im Tagesanzeiger einen sehr interessanten Bericht.

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Um Touristen die teilweise ungewohnten Bedingungen des isländischen Strassenverkehrs nahezubringen, ist ein neues und ziemlich amüsantes Sicherheitsvideo erstellt worden.

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