Vulkanausbruch dauert 2 Monate

by Christian on 30 October, 2014

Seit heute dauert der Nornahraunausbruch (meinetwegen auch der Holuhraunausbruch) genau zwei Monate. Die Lava bedeckt mittlerweile gut 65 Quadratkilometer Fläche, was sie zur grössen effusiven Eruption in Island seit der Lakieruption macht. Die Karte zeigt die aktuelle Ausbreitung an.

141030 Karte Lava

Ausbreitung der Lava, Karte vom isländischen Wetterdienst.

Ausser einer erheblichen (und regional wechselnden) Schwefeldioxidbelastung sorgt die Eruption im Moment für nicht besonders viel Aufregung. Die hohen Werte werden durch das kalte, relativ windarme Wetter begünstigt, so das sich das Gas relativ problemlos sammeln kann. Sobald Wind aufkommt, verflüchtigt sich das Problem im wahrsten Sinne des Wortes. Die hohen Schwefeldioxidemissionen der Lava erstaunen die Wissenschaftler, wen das Thema näher interessiert, der findet hier einen interessanten Artikel (allerdings auf englisch): Gas-spewing Icelandic volcano stuns scientists.

Der sich über dem Bardarbunga bildende Eiskrater ist auch auf Satellitenbildern zu sehen, wie hier von Landsat 8. An der Spitze des Pfeils ist die kleine Einbuchtung zu erkennen.

141030 Landsat8 Holuhraun

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Roundtrip to Hell – neue Bilder der Eruption

by Christian on 28 October, 2014

Unter dem Titel “Roundtrip to Hell” gibt es einen neuen Film mit Bildern der Nornahrauneruption zu sehen. Dabei wurde auch wieder eine Drohne eingesetzt, um Luftbilder zu erhalten. Wer kann, sollte sich den Film in HD-Qualität ansehen.

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Entwicklung am Bárðarbunga [31.]

by Christian on 26 October, 2014

Die immer noch laufende Eruption im Holuhraun (oder evtl. bald Nornahraun) Gebiet ist ein klein wenig langweilig, sie läuft weiterhin ohne sich gross zu verändern. Ebenfalls weiterhin steigend ist die von frischer Lava bedeckte Landfläche, das sind nach Angaben der Geologen mittlerweile mindestens 63 Quadratkilometer.

Die Universität von Island hat am Samstag eine Infrarotaufnahme des Landsat 8 Satelliten veröffentlicht, die schön das frische Lavafeld zeigt.

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Infrarotaufnahme der Spalteneruption von Landsat 8, veröffentlicht von der Universität von Island.

Auch an der Bárðarbunga selber gibt es keine grossen Veränderungen. Die Caldera senkt sich weiterhin ab (die Rate liegt immer noch bei ca. 40cm am Tag), weitere Anzeichen für Aktivität gibt es nicht. Interessant ist nur die Erdbebenaktivität der letzten Tage, hier gab es bei ca. 280 Beben gesamt für die letzten 48h immerhin 60 Beben der Stärke 3 und höher. Diese konzentrieren sich am Bárðarbunga entlang der ringförmigen Bruchlinie am Calderaboden, stehen also im Zusammenhang mit der Absenkung. Ob sich hier nur eine Anzahl von angesammelten Spannungen gelöst haben oder ob das eine andere Bedeutung hat, ist aktuell unklar.

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Erdbebenkarte der Vatnajökullregion, Original und aktuelle Version beim isländischen Wetterdienst.

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Bevölkerungsentwicklung in Island

by Christian on 23 October, 2014

Die Bevölkerung Islands ist auch 2014 weiter gewachsen, nachdem die Zahl der Einwohner des Landes nach der Finanzkrise zunächst zurückgegangen war. Demzufolge wohnten am Ende des dritten Quartals 2014 328.170 Menschen auf Island, davon sind 163.460 Frauen und 164.710 Männer. In der Hauptstadtregion (Reykjavik und angrenzende Städte) leben 210.660 Einwohner und damit gut 2/3 der Bevölkerung.

Auf Island leben 23.840 Ausländer und deren Zuzug ist für den aktuellen Bevölkerungszuwachs verantwortlich. So verliessen im letzten Quartal 440 Isländer mehr die Insel als zurückkehrten, die meisten von ihnen zog es nach Skandinavien. Bei den Ausländern sind diese Zahlen umgekehrt, hier zogen gut 860 Menschen mehr zu, als die Insel verliessen. Der restliche Anteil am Bevölkerungszuwachs haben die Geburten, hier kamen im 3. Quartal 1.200 Kinder zur Welt.

bevoelkerungsentwicklung 2014

Bevölkerungsentwicklung in Island zwischen 2000 und dem dritten Quartal 2014. Daten vom statistischen Büro Islands.

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Ausbreitung eines Gletscherlaufs

by Christian on 21 October, 2014

Im Zusammenhang mit einem subglazialen Ausbruch des Bárðarbunga wird ja auch immer wieder über den Gletscherlauf des Schmelzwassers gesprochen, der dabei entsteht. Der isländische Wetterdienst hat dazu jetzt eine Karte veröffentlicht, auf der eine Abschätzung getroffen wird, wie schnell sich die Flutwelle entlang der Jökulsá á Fjöllum und der angrenzenden Täler ausbreitet.

Die zugrundegelegte Geschwindigkeit ist dabei nicht klein, aus der Karte abgeschätzt geht der Wetterdienst davon aus, das sich das Wasser mit etwa 20km/Stunde ausbreitet. Den Rand der Spalteneruption hätte es bereits nach ca. 20 Minuten erreicht, sein Ende nach gut 75 Minuten. Das zeigt auch (neben der hohen Schwefeldioxidbelastung), warum es hier nicht sinnvoll ist, grosse Menschenmengen in der Nähe zu haben, die möglicherweise sehr schnell evakuiert werden müssten.

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Ausbreitungsgeschwindigkeit eines möglichen Gletscherlaufs vom Bárðarbunga, Original hier.

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Entwicklung am Bárðarbunga [30.]

by Christian on 19 October, 2014

Die Entwicklung der Eruption in Island läuft weiterhin stabil, aktuell sind gut 60 Quadratkilometer Land von der frischen Lava bedeckt, die ausgeworfene Lavamenge wird im Moment auf 850 Mio Kubikmeter (oder 0,85 Kubikkilometer) geschätzt. Die Ausdehnung lässt sich mit relativ geringer Unsicherheit aus Satellitenbildern und Bodenmessungen abschätzen, bei der Lavamenge ist die Unsicherheit allerdings grösser. Hier geht man von einer durchschnittlichen Dicke des Lavafeldes von etwa 14m aus, da gibt es aber gewisse Unsicherheiten. Sollten die Zahlen zutreffen, ist die aktuelle Eruption die größte in Island seit der Lakieruption von 1783, die mit gut 15 Kubikkilometern Ausbruchsmaterial erheblich grösser war.

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Karte der Lavaausdehnung veröffentlicht vom isländischen Wetterdienst.

Die Erdbebenaktivität am Barðarbunga geht ebenfalls weiter, der Vulkanologe Haraldur Sigurðsson sorgte hier mit einer relativ spektakulären Ankündigung in seinem Blog für Aufsehen. Basierend auf den Absenkungsdaten der Caldera prognostizierte er ein Ende der Spalteneruption für den 04. März 2015. Er geht davon aus, das sich der Druck langsam reduziert und damit die Eruption endet (eine Meldung dazu hier auf englisch). Eine so “exakte” Vorhersage ist aber schwierig, weil viele Parameter die einen Vulkanausbruch bestimmen unbekannt sind, Haraldurs Ankündigung wurde dann auch von einigen Kollegen kritisiert.

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Sperrzone verkleinert

by Christian on 17 October, 2014

Die Sperrzone um die Eruption ist mit heutiger Wirkung erheblich verkleinert worden. Sie gilt immer noch für die direkte Umgebung der Spalteneruption sowie entlang der Jökulsá á Fjöllum, ist aber in der Breite deutlich kleiner geworden. Die auf der untenstehenden Karte des isländischen Zivilschutzes rot schraffierte Fläche ist die aktuelle Sperrzone, die grau schraffierte die alte (Klick aufs Bild führt zur höher aufgelösten Version der Karte).

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Sperrzone um die Eruptionsspalte, Karte vom isländischen Zivilschutz, Original hier.

Oben in der Karte sind die genauen Koordinaten, zwischen denen die Sperrzone liegt vermerkt, ein Aufenthalt innerhalb dieser Grenzen benötigt eine besondere Erlaubnis. Zusätzlich sei angemerkt, das im Hochland jetzt Winter herrscht und ein Zugang ohnehin viel Erfahrung sowie ausreichend hohe Fahrzeuge erfordert.

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Bleiki dagurinn – rosa Tag

by Christian on 16 October, 2014

Wer sich heute auf isländische Webseiten begeben hat, wird sich möglicherweise über das Auftreten rosa eingefärbter Logos, Graphiken oder rosa Schleifen gewundert haben. Das hängt damit zusammen, das heute in Island der von isländischen Krebsgesellschaft ausgerufene “rosa Tag” ist, diese Aktion steht in Zusammenhang mit dem Monat gegen Brustkrebs, der im Oktober stattfindet. Und so tragen Leute heute rosa Kleidung, Webseiten erscheinen rosa und auch Gebäude werden entsprechend angeleuchtet. Ein paar Fotos gibt es hier zu sehen.

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Hintergrundgraphik von der Webseite der Stadt Reykjavik.

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Der isländischen Strassendienst hat die Gletscher des Landes rosa eingefärbt.

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Die Loginseite der Universität von Island (genannt Ugla (Eule)) wird heute von einer rosafarbenen Eule geschmückt.

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Schwefeldioxidvorhersage weiter verbessert

by Christian on 14 October, 2014

Da die Schwefeldioxidemissionen der Vulkaneruption weiterhin ein Problem für Island sind, ist die Vorhersagekarte erneut verbessert worden. Neben den vorherrschenden Windrichtungen zeigt sie auch eine detailliertere Vorhersage inkl. einer Legende für die zu erwartenden Konzentrationen an (ein Klick auf die Karte führt zur aktuellen Version). Der Schieber am unteren Bildrand der aktuellen Version erlaubt es, die Vorhersage für die nächsten Tage anzusehen.

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Vorhersage der Schwefeldioxidwerte für Island. Ein Klick auf die Karte führt zur aktuellen Version.

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Entwicklung am Bárðarbunga [29.]

by Christian on 13 October, 2014

Die Eruption läuft, soweit man das bei den eingeschränkten Beobachtungsmöglichkeiten der letzten Tage sagen kann, unvermindert weiter und breitet sich im Gelände aus. Aktuell sind etwa 56 Quadratkilometer Land von frischer Lava bedeckt (diese Zahl stammt vom Freitag, dem 10.10.) wobei mir scheint, das sich die Ausbreitung etwas verlangsamt hat. Das Wetter sorgt zudem für Ausfälle, so wird die Absenkung der Caldera zwar von den Meßgeräten aufgezeichnet, die Daten aber aktuell nicht übertragen.

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Ausbreitungskarte der Lava, Karte veröffentlicht von der Universität von Island und der isländischen Küstenwache. Original hier.

Der Geologe Thor Thordarson hat jetzt einen Vorschlag für die Benennung der Eruption und des Lavafeldes gemacht: Nornahraun (Hexenlava) für das Lavafeld, Nornagígar für die Kraterreihe und Nornaeldar, wenn von der Eruption die Rede ist. Er begründete das damit, da es zum einen bereits zwei Holuhraunlavafelder geben würde. Zudem produziert die Eruption Pele’s Haare (dünne und sehr feine Stränge aus vulkanischem Glas), die im isländischen Nornahár (Hexenhaar) genannt werden.

Es gibt nach verschiedenen Tagen auch wieder neue Videobilder von der Eruption beim Morgunbladid. In den letzten Tagen hatten Nebel und sehr schlechtes Wetter Flüge unmöglich gemacht. Den Bildern zufolge scheinen kaum noch Lavafontainen hochzuspritzen, sondern es hat sich eher ein Lavasee gebildet.

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