Übernahme von Wow Air geplatzt

by Christian on 29 November, 2018

Die Übernahme von Wow Air durch die Icelandairgruppe, die am 05. November vereinbart worden war, wird nicht stattfinden. Das haben heute beide Unternehmen bekanntgegeben. Genaue Gründe sind nicht genannt worden, es wird aber vermutet, das die wirtschaftliche Situation von Wow Air deutlich schlechter ist, als zunächst befürchtet.

Erste Anzeichen dafür hatte es bereits am Dienstag gegeben, als die isländische Börsenaufsicht für mehrere Stunden den Handel mit der Icelandairaktie aussetzte und Icelandair bekanntgab, das nicht klar ist, ob und wie die Übernahme stattfinden könnte.

Wowair gab zudem bekannt, das es einen weiteren Interessenten für die Übernahme der Firma gäbe, ohne weitere Details zu nennen. Aktuell würden alle Optionen geprüft, Hauptziel sei eine Sicherung des Flugbetriebes. Dabei könnte es aber auch zu Kündigungen von Mitarbeitern kommen.

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Wow Air vor der Übernahme durch Icelandair?

by Christian on 5 November, 2018

Die isländische Fluglinie Wow Air ist in finanzielle Turbulenzen geraten, Medienberichten zufolge machen hohe Treibstoffkosten dem Unternehmen zu schaffen, zusätzlich gelten das sehr weiträumige Liniennetz nach Amerika (hier wurden unlängst einige Routen gestrichen) und Investitionen des Eigners Skúli Mogensen in eine Frachtfluglinie als unrentabel.

Der Plan ist, dass Icelandair die angeschlagene Fluglinie komplett übernimmt, sie soll (zumindest vorerst) unter dem eigenen Label weiterfliegen. Ausstehend sind für den Verkauf die Zustimmung der Kartellbehörde, die der Anteilseigner von Icelandair und eine genaue Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Wow Air. Für Icelandair könnte der Zukauf hilfreich sein, da sie einen Teil der Flugkapazität über dem Atlantik unter ihre Kontrolle bekommen. Die Firma hat selbst wirtschaftliche Probleme und entschieden, sich von ihrem Hotelgeschäft in Island (Icelandair und Edda Hotels) zu trennen.

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Unruhe im Öraefajökull

by Christian on 19 November, 2017

In Island sorgen mal wieder die Vulkane für Unruhe. Sowohl Katla als auch Bárdabunga zeigen ja seit einiger Zeit immer wieder kleinere Erdbebenschwärme, deren stärkste Beben auch für Menschen spürbar sind, aber bisher keine Ausbrüche. Wobei bei der Bárdabunga die Aktivität im Moment nach Informationen des isländischen Wetterdienstes so hoch sein soll, das aus einem der Eislöcher im Vatnajökull Dampf aufsteigt.

Aktuell zeíeht aber ein anderer Vulkan unterhalb des Vatnajökull die Aufmerksamkeit der Fachleute auf sich: Der Öraefajökull. Dieser zeigte in letzter Zeit eine erhöhte Erdbebenaktivität und einer der Gletscherflüsse, die Schmelzwasser ableitet, das aus diesem Gebiet kommt, hatte einen deutlichen Schwefelgeruch. Daten zur Leitfähigkeit der Kvíá (was ein direkter Indikator über die Herkunft des Wassers ist), gab es bisher nicht, da der Fluß aufgrund von Ressourcenproblemen beim isländischen Wetterdienst nicht permanent überwacht wird (das soll jetzt geändert werden). Zusätzlich wurde auch weiteres seismisches Überwachungsgerät in der Region installiert.

Auf Satellitenbilder aus dem Gletscherbereich, der über dem Vulkan liegt, wurde jetzt eine neue Vertiefung im Eis entdeckt, die ungefähr 1km im Durchmesser und 21-25m tief ist.

Oraefajokull 20171117

Satellitenbild vom 17.11.2017 der Region im Vatnajökull, die neue Vertiefung ist gelb markiert.

Oraefajokull 20171101b

Vergleichsbild vom 01.11.2017, hier ist der Vertiefung im Eis noch nicht zu sehen. Beide Bilder stammen vom isländischen Wetterdienst, Original hier.

Mittlerweile wurde aufgrund dieser Messdaten auch die Warnstufe für den Vulkan von grün („nicht aktiv“) auf gelb („unsicher“) angehoben und der isländische Wetterdienst hat sein Ascheradar in die Region südlich des Vatnajökull verlegt. Das ganze ist aber eine Vorsichtsmaßnahme, aktuell steht nach Aussage der Experten kein Ausbruch unmittelbar bevor.

171119 volcano status

Vulkanstatus des isländischen Wetterdienstes. Aktuelle Version hier.

Interessant könnte dieser Vulkan aber noch aus einem anderen Grund werden, sein Name ist zwar nicht ganz so schwierig wie der des Eyjafjallajökull, aber immer noch kompliziert genug sein :-)

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Wieder Ruhe…

by Christian on 4 August, 2017

Nachdem der letzte Bebenschwarm der Katla wieder ausgeklungen ist, wurde auch der Status des Vulkans auf „grün“ zurückgestuft. Es ist also wieder alles normal, nur Bárdabunga rumpelt weiter vor sich hin.

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Aktivität der Katla

by Christian on 29 Juli, 2017

Vulkanische Aktivität und Erdbeben sind in Island ja nun nichts ungewöhnliches – wie auch hier im Blog immer wieder nachzulesen war. Bei einigen Vulkanen sind die Isländer allerdings vorsichtig, dazu gehört auch die Katla. Grund dafür ist ihre Lage unter dem Eisschild des Mýrdalsjökull die eine Beobachtung erschwert (und im Fall eines Ausbruchs zu Gletscherläufen führt) und die Tatsache, das der letzte große Ausbruch 1918 stattfand (zwei mögliche kleine Ausbrüche gab es 1955 und 2011, die dann jeweils zu Gletscherläufen führten) und deshalb keine Daten zum Verhalten des Vulkans vor einem Ausbruch bekannt sind. Seismische Messungen gab es damals noch nicht.

So ist es wenig verwunderlich, das die aktuelle Aktivität der Katla durchaus einiges an Aufmerksamkeit auf sich zieht. Vorweg: Die isländischen Vulkanologen vom isländischen Wetterdienst (der für die Beobachtung zuständig ist), sagen, das es im Moment keinerlei Anzeichen (aus der Erfahrung mit anderen Vulkanen) für einen direkt bevorstehenden Ausbruch gibt.

Katla hat bereits seit dem letzten Herbst immer wieder kleinere Erdbebenschwärme erlebt, die teilweise in Vík (der Stadt unterhalb des Vulkans) spürbar waren, sich aber immer wieder beruhigten. So ist es bisher auch im aktuellen Schwarm, der allerdings deutlich stärker ist (das stärkste Beben wurde mit 4,5 gemessen) als vorherige. Was die Beben genau verursacht ist nicht klar, allerdings fehlt nach Angabe der Wissenschaftler bisher vulkanischer Tremor, der ein klares Anzeichen für sich bewegende Magma wäre.

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Erdbeben unter dem Mýrdalsjökull, Bild vom isländischen Wetterdienst, aktuelle Version hier.

Nun kommt es seit gestern abend zusätzlich zu einem kleineren Gletscherlauf der Múlakvísl unterhalb des Gletschers. Die zuständigen Geologen vermuten hier, das sich Schmelzwasser aus einem See unterhalb des Gletschers entleert und sehen bisher keinen Zusammenhang mit der erhöhten Erdbebenaktivität. Augenzeugen berichten ausserdem von einem starken Schwefelgeruch am Fluß.

Heute abend wurde allerdings der Status des Vulkans von „grün“ auf gelb verändert, was bedeuted das der Vulkan eine stärkere Aktivität über einem unbekannten Hintergrundlevel (weil die letzte Eruption so lange her ist) zeigt. Es bedeutet nicht, das ein Ausbruch bevorsteht, aber erhöhte Vorsichtsmaßnahmen sind verständlich.

170729 volcano status

Vulkanstatus in Island, Bild vom isländischen Wetterdienst, aktuelle Version inkl. kompletter Legende hier.

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Kapitalkontrollen aufgehoben

by Christian on 14 März, 2017

Mit dem heutigen Tag sind die Kapitalkontrollen, die seit November 2008 in Kraft waren, um die isländische Krone (und damit auch die isländische Wirtschaft) zu schützen aufgehoben. Die Krone kann seit dem heutigen Tag wieder frei gehandelt werden, bisher war dafür eine Genehmigung des isländischen Zentralbank notwendig. Auch Auslandsüberweisungen sollen damit wieder einfach möglich werden. Ebenso aufgehoben worden ist der Zwang für Isländer, ausländische Währungen bei der isländischen Zentralbank zu deponieren.

Nicht frei handelbar sind sog. „off-shore Kronen“, das sind Kronen, die vor der Finanzkrise zu Spekulationszwecken aufgekauft worden sind, und die seitdem auf ausländischen Konten liegen. Diese werden von der Zentralbank zum Kurs von 137,50 Kronen pro Euro angekauft, ein Kurs der gut 20% schlechter liegt, als der aktuelle Kurs der Krone. Hier soll ein zu starker Abfluß von Kapital verhindert werden, da noch erhebliche Summen im Ausland gelagert sind.

Die Krone gab heute im freien Handel leicht nach (um gut 2,7%), Experten erwarten zumindest vorerst keinen negativen Einfluß auf den Umtauschkurs, da die isländische Wirtschaft gut läuft und speziell über den Tourismus viel Geld ins Land kommt.

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Iceland second

by Christian on 9 Februar, 2017

Nachdem niederländische Comedians mit einem humoristischen Einführungsfilm über die Niederlande (hier zu finden) an den amerikanischen Präsidenten Trump vorgelegt haben, lassen sich mittlerweile ihre Kollegen in aller Welt nicht bitten und legen nach. Viele dieser Filme (einige sind hier zu finden) sind ziemlich komisch, auch der isländische Beitrag ist nicht schlecht:

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Ergebnis der Parlamentswahlen 2016

by Christian on 30 Oktober, 2016

Die Stimmen der isländischen Parlamentswahl sind ausgezählt und die Sieger und Verlierer stehen fest: Gewonnen haben nicht die Piraten, die in den letzten Umfragen sehr stark dagestanden haben, sondern die Konservativen, die sogar ihren Stimmanteil im Vergleich zu den letzten Wahlen leicht verbessern konnten. Rechnet man die Stimmen hinzu, die die Erneuerungspartei (eine Abspaltung von der Unabhängigkeitspartei, die unter anderem pro EU ist), haben das konservative Lager sogar deutlich Stimmen hinzugewonnen. Zumindest der Unabhängigkeitspartei scheint also die Kontenaffäre nicht geschadet zu haben. Das gilt nicht für die Fortschrittspartei, die deutlich, aber nicht so heftig wie zwischendurch vorhergesagt, abgestürzt ist. Ebenso deutlich Stimmen verloren haben die isländischen Sozialdemokraten. Die kommende Regierungsbildung dürfte jetzt interessant werden, da kein Lager eine wirkliche Mehrheit im Parlament hat.

  Partei    Stimmen     Anteil     Veränderung     Sitze  
Unabhängigkeitspartei   54.990 29,0% +2,3% 21
Links-Grüne Partei 30.166 15,9% +5,0% 10
Piratenpartei 27.449 14,5% +9,4% 10
Fortschrittspartei 21.791 11,5% -12,9% 8
Erneuerungspartei 19.870 10,5% +10,5% 7
Bright Future 13.578 7,2% +10,5% 4
Sozialdemokraten 10.893 5,7% -7,2% 3

 

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Piraten führen in den Meinungsumfragen

by Christian on 21 Oktober, 2016

In Island sieht es nach den letzten Meinungsumfragen weiterhin nach einem Regierungswechsel bei den Wahlen am 29. Oktober aus. Führend sind jetzt wieder die Piraten (nachdem sie sich dabei in den letzten Wochen immer wieder mit der Unabhängigkeitspartei abgewechselt haben), allerdings mit deutlich weniger Stimmen, als noch im Frühjahr möglich gewesen wären.

Der Umfrage zufolge kommen die Piraten auf eine Zustimmung von 22,6%, die konservative Unabhängigkeitspartei von 21,1%. Die Links-Grünen erhalten demnach 18,6%, die Fortschrittspartei 9,1%, die Reformpartei 8,8%, die Sozialdemokraten auf 6,5% und Bright Future auf 6%.

Möglich wären damit theoretisch verschiedene Koalitionen, allerdings haben die Piraten bereits eine Koalition mit den aktuell regierenden Parteien von Unabhängigkeitspartei und der Fortschrittspartei ausgeschlossen. Ebenso sind die linken Parteien bestrebt, mögliche Koalitionsgespräche bald (möglicherweise noch vor der Wahl) zu beginnen um danach schnell eine Regierung einsetzen zu können.

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Artikel zum Tourismus in Island

by Christian on 14 September, 2016

Seit einigen Jahren entwickelt sich der Tourismus zu Islands wichtigstem Wirtschaftszweig – in diesem Jahr werden bis zu 2 Mio Touristen erwartet. Die Entwicklung seit 2010 zeigt sich in der untenstehenden Graphik. Diese stammt aus dem (englischen) Artikel „Iceland and the Trials of 21st Century Tourism“ entnommen habe. Wer sich ein wenig für dieses Thema interessiert, dem sei die Lektüre ans Herz gelegt, neben sehr vielen Zahlen beschäftigt er sich auch mit den Problemen durch den Tourismus.international visitors

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