Entwicklung am Bárðarbunga [33.]

by Christian on 24 November, 2014

Ein kurzes Update zur Aktivität am Bárðarbunga, kurz zusammengefasst: Es gibt keine wesentlichen Veränderungen. Die Menge an ausgeworfener Lava und emitiertem Schwefeldioxid schwankt über den Tag, die Spalteneruption ist aber weiterhin sehr aktiv, nach Angaben des Universität von Island beträgt die Größe des Lavafeldes mittlerweile etwa 72,5 Quadratkilometer.

Auch am Bárðarbunga selber ist die Aktivität weiterhin vorhanden, es kommt auch immer noch zu stärkeren Erdbeben. Das stärkste heute morgen wurde mit Stärke 5.4 gemessen und was nach Medienberichten in Akureyri gut spürbar.

Zunehmend Sorge bereitet den isländischen Wissenschaftlern die nach wie vor hohe Schwefeldioxidbelastung. Sie sorgt für sauren Schnee und Regen und könnte bei einer längeren Einwirkdauer auch die empfindliche isländische Pflanzenwelt schädigen. Auch die Langzeitwirkungen auf Mensch und Tiert sind unbekannt.

Zum Abschluß noch neue Bilder von einem Rundflug über dem Vulkan, die weiterhin ausgesprochen faszinierend sind.

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Schlammgeysir auf Reykjanes

by Christian on 17 November, 2014

Das Aktivität der heissen Quelle Gunnuhver auf Reykjanes hat sich in den letzten Monaten erheblich erhöht. Mittlerweile hat sich dort ein Schlammgeysir gebildet, der regelmässig ausbricht und den Schlamm bis zu 20m hochspritzt.

Nach Angabe der Geologin Auður Agla Óladóttir sind solche Schlammquellen sehr selten und üblicherweise auch kurzlebig. Als Grund für die Veränderung der Quelle gilt eine Erdbebenserie, die im Untergrund Veränderungen ausgelöst hat, weshalb sich der heisse Dampf neue Wege an die Oberfläche suchen musste. Die aktuelle Veränderung der Aktivität wird nicht mit dem Geothermalkraftwerk in der Umgebung der Quelle in Verbindung gebracht.

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Die Veränderung des Mýrdalsjökull

by Christian on 14 November, 2014

Gletscherschmelze ist auch in Island ein Thema, wer über mehrere Jahre aufmerksam das Land besucht hat, dem wird aufgefallen sein, das sich die Gletscher zurückziehen und abschmelzen. Gut sichtbar ist das auf Satellitenbildern, hier zwei Bilder des NASA Earth Observatory. Sie zeigen den Mýrdalsjökull (unweit Vík í Mýrdal) einmal im September 1986 und einmal im September 2014. Die Bewegung des Schiebers zeigt die Veränderungen des Gletscher über die Jahre, ist der Schieber ganz links, zeigt sich das Bild des Jahres 2014, ist er ganz rechts, das des Jahres 1986.

Bild von der NASA, das Original und höher aufgelöste Versionen der Bilder sind hier zu finden.

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Entwicklung am Bárðarbunga [32.]

by Christian on 12 November, 2014

Es ist mal wieder Zeit für ein kurzes Update zur Lage der Eruption und am Bárðarbunga. Verändert hat sich in den letzten Tagen eigentlich nichts, die Eruption ist immer noch aktiv und stabil, die Geologen sagen, das sie auf dem aktuellen Niveau noch lange weiterlaufen könnte.

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Ausbreitungskarte der Lava der Spalteneruption, Karte veröffentlicht von der Universität von Island und der isländischen Küstenwache. Original hier.

Basierend auf der letzten Ausbreitungskarte (vom 08. November) ist die Fläche des Lavafeldes auf mittlerweile über 70 Quadratkilometer gemessen worden, die geschätzte Lavamenge dürfte um oder knapp über 1 Kubikkilometer liegen. Damit ist diese Eruption von der freigesetzten Lavamenge her die grösste in Island seit dem Ausbruch der Lakispalte.

Weiterhin werden auch grosse Mengen an Schwefeldioxid freigesetzt, nach Angaben der Universität von Island werden pro Tag zwischen 40.000-60.000 Tonnen des Gases freigesetzt. Diese Gasmengen verursachen je nach Windrichtung eine mehr oder weniger starke Luftbelastung isländischer Städte und Siedlungen.

Auch am Bárðarbunga geht die Absenkung weiter wie bisher, auch die Erdbebenserie (auch der stärkeren) setzt sich fort. Zusätzlich sind weitere kleinere Krater beobachtet worden, die vermutlich durch lokale geothermale Aktivität erzeugt worden. Für den 11.11.2014 ist auf den GPS-Graphiken, die die Absenkung der Caldera zeigen ein Höhensprung von 1,5 Metern zu sehen. Dieser beruht auf einer Umsetzung der GPS-Anlage aufgrund starken Schneefalls, um ein komplettes einschneien zu verhindern. Aktuell ist das Gerät gestört, so das keine aktuellen Daten übertragen werden.

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141112 absenkungskarte

Datenplot der Absenkung der Bárðarbungacaldera. Oberes Bild: Absenkung seit Beginn der Messungen, unteres Bild: Messungen der letzten 3 Tage. Daten vom isländischen Wetterdienst, Original und aktuelle Version hier.

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Videos der Eruption

by Christian on 10 November, 2014

Videos der Spalteneruption sind nicht nur hübsch anzuschauen, sie zeigen auch, wie sich die Eruption über die Zeit verändert (es lohnt sich, beide Videos in HD anzusehen). Das erste Video ist im September aufgenommen worden, dort sieht man noch sehr schön, wie hoch die Lava damals spritzte.

Auch wenn der Ausbruch an sich nach wie vor mit unverminderter Stärke läuft, hat sich die Eruption doch verändert. Im Bereich des Hauptkraters hat sich ein Lavasee gebildet, der kaum noch Fontänen bildet, wie im zweiten Video zu sehen ist, das Anfang November aufgenommen wurde. Der Lavastrom in nördlicher Richtung ist immer noch vorhanden und man kann auch schön sehen das das frische Lavafeld noch so heiss ist, das kein Schnee darauf liegenbleibt.

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Vulkanausbruch dauert 2 Monate

by Christian on 30 October, 2014

Seit heute dauert der Nornahraunausbruch (meinetwegen auch der Holuhraunausbruch) genau zwei Monate. Die Lava bedeckt mittlerweile gut 65 Quadratkilometer Fläche, was sie zur grössen effusiven Eruption in Island seit der Lakieruption macht. Die Karte zeigt die aktuelle Ausbreitung an.

141030 Karte Lava

Ausbreitung der Lava, Karte vom isländischen Wetterdienst.

Ausser einer erheblichen (und regional wechselnden) Schwefeldioxidbelastung sorgt die Eruption im Moment für nicht besonders viel Aufregung. Die hohen Werte werden durch das kalte, relativ windarme Wetter begünstigt, so das sich das Gas relativ problemlos sammeln kann. Sobald Wind aufkommt, verflüchtigt sich das Problem im wahrsten Sinne des Wortes. Die hohen Schwefeldioxidemissionen der Lava erstaunen die Wissenschaftler, wen das Thema näher interessiert, der findet hier einen interessanten Artikel (allerdings auf englisch): Gas-spewing Icelandic volcano stuns scientists.

Der sich über dem Bardarbunga bildende Eiskrater ist auch auf Satellitenbildern zu sehen, wie hier von Landsat 8. An der Spitze des Pfeils ist die kleine Einbuchtung zu erkennen.

141030 Landsat8 Holuhraun

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Roundtrip to Hell – neue Bilder der Eruption

by Christian on 28 October, 2014

Unter dem Titel “Roundtrip to Hell” gibt es einen neuen Film mit Bildern der Nornahrauneruption zu sehen. Dabei wurde auch wieder eine Drohne eingesetzt, um Luftbilder zu erhalten. Wer kann, sollte sich den Film in HD-Qualität ansehen.

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Entwicklung am Bárðarbunga [31.]

by Christian on 26 October, 2014

Die immer noch laufende Eruption im Holuhraun (oder evtl. bald Nornahraun) Gebiet ist ein klein wenig langweilig, sie läuft weiterhin ohne sich gross zu verändern. Ebenfalls weiterhin steigend ist die von frischer Lava bedeckte Landfläche, das sind nach Angaben der Geologen mittlerweile mindestens 63 Quadratkilometer.

Die Universität von Island hat am Samstag eine Infrarotaufnahme des Landsat 8 Satelliten veröffentlicht, die schön das frische Lavafeld zeigt.

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Infrarotaufnahme der Spalteneruption von Landsat 8, veröffentlicht von der Universität von Island.

Auch an der Bárðarbunga selber gibt es keine grossen Veränderungen. Die Caldera senkt sich weiterhin ab (die Rate liegt immer noch bei ca. 40cm am Tag), weitere Anzeichen für Aktivität gibt es nicht. Interessant ist nur die Erdbebenaktivität der letzten Tage, hier gab es bei ca. 280 Beben gesamt für die letzten 48h immerhin 60 Beben der Stärke 3 und höher. Diese konzentrieren sich am Bárðarbunga entlang der ringförmigen Bruchlinie am Calderaboden, stehen also im Zusammenhang mit der Absenkung. Ob sich hier nur eine Anzahl von angesammelten Spannungen gelöst haben oder ob das eine andere Bedeutung hat, ist aktuell unklar.

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Erdbebenkarte der Vatnajökullregion, Original und aktuelle Version beim isländischen Wetterdienst.

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Bevölkerungsentwicklung in Island

by Christian on 23 October, 2014

Die Bevölkerung Islands ist auch 2014 weiter gewachsen, nachdem die Zahl der Einwohner des Landes nach der Finanzkrise zunächst zurückgegangen war. Demzufolge wohnten am Ende des dritten Quartals 2014 328.170 Menschen auf Island, davon sind 163.460 Frauen und 164.710 Männer. In der Hauptstadtregion (Reykjavik und angrenzende Städte) leben 210.660 Einwohner und damit gut 2/3 der Bevölkerung.

Auf Island leben 23.840 Ausländer und deren Zuzug ist für den aktuellen Bevölkerungszuwachs verantwortlich. So verliessen im letzten Quartal 440 Isländer mehr die Insel als zurückkehrten, die meisten von ihnen zog es nach Skandinavien. Bei den Ausländern sind diese Zahlen umgekehrt, hier zogen gut 860 Menschen mehr zu, als die Insel verliessen. Der restliche Anteil am Bevölkerungszuwachs haben die Geburten, hier kamen im 3. Quartal 1.200 Kinder zur Welt.

bevoelkerungsentwicklung 2014

Bevölkerungsentwicklung in Island zwischen 2000 und dem dritten Quartal 2014. Daten vom statistischen Büro Islands.

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Ausbreitung eines Gletscherlaufs

by Christian on 21 October, 2014

Im Zusammenhang mit einem subglazialen Ausbruch des Bárðarbunga wird ja auch immer wieder über den Gletscherlauf des Schmelzwassers gesprochen, der dabei entsteht. Der isländische Wetterdienst hat dazu jetzt eine Karte veröffentlicht, auf der eine Abschätzung getroffen wird, wie schnell sich die Flutwelle entlang der Jökulsá á Fjöllum und der angrenzenden Täler ausbreitet.

Die zugrundegelegte Geschwindigkeit ist dabei nicht klein, aus der Karte abgeschätzt geht der Wetterdienst davon aus, das sich das Wasser mit etwa 20km/Stunde ausbreitet. Den Rand der Spalteneruption hätte es bereits nach ca. 20 Minuten erreicht, sein Ende nach gut 75 Minuten. Das zeigt auch (neben der hohen Schwefeldioxidbelastung), warum es hier nicht sinnvoll ist, grosse Menschenmengen in der Nähe zu haben, die möglicherweise sehr schnell evakuiert werden müssten.

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Ausbreitungsgeschwindigkeit eines möglichen Gletscherlaufs vom Bárðarbunga, Original hier.

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