Eintritt am Geysir verboten

by Christian on 14 April, 2014

Das zuständige Bezirksgericht für Südisland hat heute das Eintrittsgeld am Geysir für nicht rechtmässig erklärt und die Landbesitzer dazu verurteilt, die unrechtmässige Praxis sofort einzustellen und auch die Gerichtskosten zu übernehmen. Damit ist der Streit aber noch nicht zu Ende. Der Sprecher der Landbesitzer am Geysir, Garðar Eiríksson, kündigte an, das die Landbesitzer das Recht hätten, den Eintritt zur Sehenswürdigkeit zu versperren. Dieses hätte eine weitere Eskalation zur Folge und würde die Lage wohl kaum beruhigen.

Wer sich für die historischen Hintergründe, warum die beiden Geysire im Haukadalur dem isländischen Staat gehören, interessiert, dem sei dieser Artikel auf Icelandreview (englisch) empfohlen.

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Streiks am Flughafen

by Christian on 4 April, 2014

In Island stehen die Zeichen auf Streik. Aktuell sind es nur die Lehrer, die bereits streiken und demnächst möglicherweise auch Angehörige der Universitäten, die höhere Löhne fordern. Zu diesen beiden Gruppen kommen jetzt noch die Angestellten am Flughafen in Keflavik hinzu, die so den Druck auf ihren Arbeitgeber erhöhen wollen.

So soll zunächst am 08., 23. und 25. April von 4-9 Uhr morgens gestreikt werden, genau in der Zeit also, in der in Keflavik am meisten Maschinen abgefertigt werden. Kommt es dann zu keiner Einigung, soll ab dem 30. April unbefristet gestreikt werden. Passagiere sollten sich auf Verspätungen einstellen und zu den entsprechenden Tagen mit ihren Fluggesellschaften Kontakt aufnehmen.

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isländische Wörter

by Christian on 2 April, 2014

Die isländische Sprache hat sich seit der Besiedelung relativ wenig verändert. Das bringt in einer sich verändernden Welt, in der es eine Menge neuer, bisher nicht vorgekommener Gegenstände und Tätigkeiten gibt, das Problem, das man neue Worte braucht. Da die Isländer darauf achten, ihre Sprache nicht zu sehr zu verändern, übernehmen sie dazu nicht einfach Worte, sondern kreieren neue Worte oder verwenden alte Worte neu. Ein Beispiel für ein solches Wort wäre das isländische Wort für Computer, “Tölva”, was wörtlich übersetzt “Zahlenwahrsagerin” bedeutet.

Im Rahmen dieser Wortneuschöpfungen entstehen teilweise sehr lange Wortungetüme, die auch im isländischen nicht gerne verwendet werden (das kenne ich besonders aus dem naturwissenschaftlichen Bereich). Manchmal entstehen dabei aber auch sehr schöne Worte, die entweder sehr deskriptiv oder in der direkten wörtlichen Übersetzung lustig sind. Ich werde hier in der nächsten Zeit einige dieser Worte vorstellen.

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Das isländische Hochland ist einer der letzten wilden Orte Europas, die nie dauerhaft besiedelt oder kultuviert worden sind. Wer schonmal in Island Touren durch das Hochland gemacht hat, weiss, das es von einer sehr rauen, teilweise kargen Schönheit ist.

In den letzten Jahrzehnten wurde das Hochland durch neue Strassen und auch durch Staudämme immer weiter eingeschränkt und auch die Politik der aktuellen Regierung verheisst nichts gutes. So wird ein altes Staudammprojekt im südlichen Hochland mit Hochdruck vorangetrieben.

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In Meinungsumfragen befürworten mehr als die Hälfte der Isländer und gut 80% der Touristen den Schutz des Hochlandes als Nationalpark, unterstützen kann man das mit einer Petition (ja ich weiss, das das nur symbolischen Wert hat, aber immerhin) bei “Heart of Iceland“.

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Naturpass und Geysir

by Christian on 13 March, 2014

Manche Entscheidungen brauchen eine Weile, andere geschehen ziemlich schnell. Die Entscheidung über die Einführung des Naturpasses in Island gehört definitiv zur letzten Kategorie. Die hat das Parlament jetzt beschlossen, wirksam wird das ganze dann ab dem 01. Januar 2015.

Die Gebühren sollen von Isländern und Touristen gleichermassen erhoben werden und dem Erhalt der Sehenswürdigkeiten dienen. Sie sollen ebenfalls anstelle lokal kassierter Gebühren erhoben werden. Wie sich das mit den Plänen der Landbesitzer vereinen lässt, wird sich noch zeigen müssen.

Die Gebühren sollen gestaffelt erhoben werden, geplant sind nach Aussage der Wirtschaftsministerin drei Stufen:

  • 2.000 ISK für vier Tage
  • 3.000 ISK für einen Monat
  • 5.000 ISK für fünf Jahre

Die Entwicklung in Geysir ist mittlerweile um eine weitere Facette reicher geworden. Nachdem die Regierung eine einstweilige Verfügung erwirkt hatte, wurde die Gebühr zunächst verschoben. Bei der Verhandlung hat die Vereinigung der Landbesitzer in Geysir aber den Sieg davongetragen, so werden vermutlich ab morgen (oder spätestens übermorgen) Eintrittsgebühren am Geysir fällig.

Grund für die Niederlage sind die Besitzverhältnisse am Geysir. Dort gehören nur 34% des Landes dem Staat, der Rest gehört acht privaten Eigentümern. Beim Verkauf des Landes vor gut 120 Jahren enthielt der Vertrag eine Klausel, die es den “Bauern des Haukadalur” erlaubt, Gebühren für den Erhalt der Region zu erheben, wenn der neue Eigentümer nichts tun würde.

Da der Staat aber sehr wohl ein Interesse (und auch Pläne) für den Erhalt hat, wird sich zeigen müssen, inwiefern die Gebühr dauerhaft erhoben wird.

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Eintritt für Islands Sehenswürdigkeiten

by Christian on 10 March, 2014

Das anscheinend ewige Thema des Eintritts an isländischen Sehenswürdigkeiten ist um einige Kapitel reicher geworden. So wurde heute bekannt, das die Gemeinschaft der Landbesitzer in Geysir auf die Erhebung der ab heute geplanten Eintrittsgebühr zunächst verzichten wird. Grund dafür ist ein Antrag auf eine einstweilige Verfügung durch den isländische Finanzminister.

Dessen Zustimmung ist erforderlich, da große Teile der Sehenswürdigkeit dem isländischen Staat gehören. Die isländische Regierung ist für die Einrichtung eines sog. Naturpasses, wobei aber hier die Ausgestaltung unklar ist. Ein Gesetzentwurf soll in den nächsten Wochen ins Parlament eingebracht werden, dann lässt sich auch mehr dazu sagen. Inkrafttreten würde diese Regelung dann 2015.

Derweil sind aus Nordisland konkrete Pläne bekanntgeworden, was Dettifoss, das Geothermalgebiet Hverarönd und die Leirhnjúkurspalte betreffen soll. Hier soll ein Eintritt von 800 ISK erhoben werden, eine Ermässigung soll es für Besucher aller drei Gebiete geben. Dazu sollen dann auch Servicecenter eingerichtet werden, was auch immer das bedeuten wird. Ob diese Pläne mit einem möglichen Naturpass kompatibel sind, wird sich zeigen müssen.

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Walfang

by Christian on 21 February, 2014

Island ist neben Japan und Norwegen eines der Länder, die immer noch Wale fangen und vor kurzem hatte die isländische Regierung die Abschußquoten erhöht, obwohl die des letzten Jahres nicht ausgeschöpft worden sind. Unklar ist auch, was mit dem Walfleisch passiert, denn entgegen anderslautender Behauptungen der Walfangfirma gehört das in Island keinesfalls so zu den normalen Lebensmitteln.

Da dank einer Embargos europäischer Häfen der Export nach Japan nicht mehr funktioniert, haben sich beide Länder neue Wege ausdenken müssen. Und die gehen nach Angaben von Walschützern über Kanada, wo das bisher ohne Probleme geht. Das wird sich aber vermutlich bald ändern, da auch hier Druck auf die Regierung ausgeübt wird, den Umschlag von Walprodukten in kanadischen Häfen zu verbieten.

Und auch von anderer Seite droht Ärger: Von den USA. Nach Presseberichten hat das US-Innenministerium eine Verletzung der Schutzregeln durch Island festgestellt und einen entsprechenden Bericht an den amerikanischen Präsidenten weitergeleitet. Dieser hat jetzt 60 Tage Zeit zu entscheiden, ob er ökonomische Sanktionen gegen Island verhängen will. Diese würden Island vermutlich recht hart treffen, da beispielsweise ein guter Teil der isländischen Fische in Amerika verkauft wird.

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Eurovision 2014

by Christian on 17 February, 2014

Ein neues Jahr bedeuted auch immer die Auswahl eines neuen Liedes für den Eurovision Songcontest. Der findet dieses Jahr am 10. Mai in Kopenhagen statt und wer je die Gelegenheit hatte, mit Isländern über dieses Thema zu sprechen weiss, das die Auswahl des Songs eine Angelegenheit von höchster nationaler Wichtigkeit ist.

Wie auch in vielen anderen Ländern können sich Künstler bewerben und es finden dann mehrere Vorläufe und ein nationaler Vorentscheid statt, bei dem die Zuschauer über ihren Kandidaten abstimmen können.

Dieses Jahr haben sich die Punkband Pollapönk mit dem Titel “Enga fordóma” (etwa “Keine Vorurteile”) durchgesetzt. Pollapönk sind die Musiker Heiðar Örn Kristjánsson, Haraldur Freyr Gíslason, Guðni Finnsson und Arnar Þór Gíslason. Ob der Titel wie im Video auf isländisch oder auf Englisch gesungen wird, muss sich noch zeigen. Polarisieren wird er auf jeden Fall, wenn man ein wenig nach Meinungen sucht findet man entweder Zustimmung oder komplette Ablehnung.

Wer will kann sich den Text hier ansehen, eine mögliche Übersetzung mit dem Google Translator geschieht aber auf eigene Gefahr. Und wer mag, kann sich das unten eingebundene Video ansehen. Island wird mit dem Stück am 06. Mai im ersten Halbfinale auftreten und dort um einen Platz in der Finalrunde spielen.

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Die Sendung mit der Maus – Islandspecial

by Christian on 15 February, 2014

Da ichs gerade per Email reinbekommen habe, gebe ich den Hinweis gleich mal weiter, die Sendung mit der Maus war auf Island und hat eine Spezialsendung gedreht. Wer auf die Webseite der Maus schaut, kann sich jetzt schonmal Ralphs Tagebuch anschauen und ein paar Eindrücke gewinnen. Die Sendung wird am Sonntag, dem 09. März 2014 um 11.30h im Ersten/bei KIKA ausgestrahlt. Hier noch der Ankündigungstext der Maus:

Die Sendung mit der Maus – Island-Spezial: Ralph Caspers im Land der Trolle und Geysire

Zum 43. Geburtstag der „Sendung mit der Maus“ reist Ralph Caspers in eines der jüngsten Länder der Erde, nach Island. In der Hauptstadt Reykjavik besucht er die Familie der beiden Schwestern Hrafnhildur (10) und Kristrún (12). Sie zeigen Ralph ihre Heimat, die von den Vorfahren der Isländer, den Wikingern, einst entdeckt wurde. Auf der Insel ist es meist kalt wie im Kühlschrank, oft bläst ein kräftiger Wind und im Winter bleibt es selbst tagsüber nur wenige Stunden hell.

Ralph darf Hrafnhildur und Kristrún in die Schule begleiten. Dort läuft er, wie alle anderen auch, auf Socken und lernt, dass das isländische Alphabet drei Buchstaben mehr hat als das deutsche. Auch die Fächer unterscheiden sich: Die Kinder lernen sogar, wie sie am Computer einen selbstgedrehten Film schneiden, wie sie einen Teddy nähen und Kekse backen können. Selbst Schachunterricht steht auf dem Stundenplan. Auch landschaftlich ist Island spannend: Die Insel besteht aus erkalteter Lava, an vielen Stellen sieht es aus wie auf dem Mond. Einige Vulkane sind heute noch aktiv, Erdbeben sind ganz normal und dass aus dem Boden warmes Wasser sprudelt, ist für Isländer alltäglich.

Die Maus-Kamera fängt Polarlichter ein, die in sternenklarer Nacht den Himmel bunt erleuchten. Ob sich auch Trolle und Elfen aus ihren Verstecken wagen? Sie sollen ganz Island bevölkern…

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Nachdem Ende Oktober 2013 Pläne bekanntgeworden sind, nach denen ab Anfang 2014 eine Eintrittsgebühr für den Zutritt zu Strokkur und Geysir erhoben werden sollte, um die Attraktion auszubauen und zu schützen, kochen die Pläne jetzt wieder hoch.

Damals hatte die Regierung diese Pläne mit der Begründung abgelehnt, das zum einen alle Landbesitzer (und dazu gehört auch der isländische Staat) dem zustimmen müssten. Die isländische Regierung plant immer noch die Einrichtung eines Naturpasses, quasi einer Eintrittsflatrate, damit man nicht an jeder Ecke einzeln zahlen muss. Die daraus erlösten Gelder sollen dann dem Schutz und dem Erhalt der Sehenswürdigkeiten zukommen.

Mittlerweile gibt es eine Gesellschaft, die Geysir ehf. die ab dem 01. März 2014 die für alle Personen, die älter als 16 Jahre sind, ein Eintrittsgeld von 600 ISK für den Zutritt zum Geysirgelände erheben will. Pikant dabei ist, das die Sehenswürdigkeit dem Staat gehört, die Zutrittswege aber nicht.

Die Regierung hat sich jetzt wieder auf ihren alten Standpunkt gestellt, nach der das einseitige erheben einer Eintrittsgebühr rechtswidrig sei, was Geysir ehf. aber nicht wirklich beeindruckt. Es bleibt abzuwarten, was ab dem 01. März passiert und ob die Gebühr wirklich kommt.

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