Während die Erdbebenserie weiterhin unvermindert weitergeht und es auch weiterhin keine Anzeichen für eine Eruption gibt, bereiten sich die isländische Behörden auf den Ernstfall vor. Da es bei einem subglazialen Ausbruch des Bárðarbunga zu einem Gletscherlauf (Flutwelle aus Schmelzwasser) kommen kann, ist jetzt der Zugang zum Hochland nördlich des betroffenen Gebietes inkl. der Strassen komplett gesperrt worden. Das ist notwendig, da die Region sehr abgelegen und teilweise nur schwer zu erreichen ist. Evakuierungen von Personen wären dann sehr schwierig und das will man hier gerne vermeiden.

Die gesperrten Bereiche umfassen die F910, F902, F905, F88 und ebenfalls den Bereich um Askja und Herdubreið. Die Sperre gilt ausdrücklich nicht nur für Autofahrer, sondern auch für Wanderer, Radfahrer etc. Der gesperrte Bereich ist auf der Karte vom isländischen Strassenamt gut zu sehen, die volle (und jeweils aktualisierte Version) findet sich hier.

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Karte des gesperrten Bereiches nördlich des Vatnajökull. Karte vom isländischen Strassenamt.

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Aktivität am Bárðarbunga – verschiedenes

by Christian on 19 August, 2014

Im Moment bleibt aus der Region am Vatnajökull zu vermelden, das der Erdbebenschwarm unvermindert weitergeht, es aber weiterhin noch nicht zu einer Eruption gekommen ist. Die Erdbeben bewegen sich nach Angaben des isländischen Wetterdienstes langsam nach oben, so liegt der Schwerpunkt jetzt zwischen 3 und 7 km Tiefe. Auch fokussieren sich die Beben jetzt auf eine Region unter dem Vatnajökull, nachdem sie anfangs sehr breit verteilt waren. Das ist auch an der Verteilung der neuen Beben auf der Erdbebenkarte von gestern sehr schön sichtbar:

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Überprüfte Erdbeben (Position, Tiefe, Stärke) vom 18.08.2014. Karte vom isländischen Wetterdienst.

Mittlerweile gibt es auch eine Webcam, die die Region beobachtet. Diese ist hier zu finden. Zur Situation am Vatnajökull gibt es ein sehr interessantes (englischsprachiges) Interview mit dem Geologen Dave McGarvie, das hier zu finden ist.

Für den Fall der Fälle hat die isländische Zeitung Morgunbladid schonmal eine Hilfe erstellt, wie man Bárðarbunga ausspricht (es ist nicht ganz so schwer wie Eyjafjallajökull ;-) ):

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Warnstufe für Bárðarbunga erhöht

by Christian on 18 August, 2014

Der Erdbebenschwarm unter dem Vatnajökull geht mit unvermindeter Stärke weiter, so sind aktuell gut 1500 Erdbeben in den letzen 48h gemessen worden. Nach Angaben des isländischen Wetterdienstes handelt es sich um eine Magmaintrusion in den Berg, die aus grösserer Tiefe in flachere Gebiete aufsteigt. Der Erdbebenschwarm ist der stärkste, der in dieser Region seit 1996 (damals brach der Grimsvötn aus) gemessen wurde.

Im Zusammenhang mit der fortdauernden kräftigen Aktivität wurde jetzt auch die Warnstufe auf Orange erhöht. Das bedeuted erhöhte Aktivität, die zu einem Ausbruch führen Kann. In diesem Zusammenhang hat die isländische Küstenwache ein Überwachungsflugzeug, was zur Zeit an die EU ausgeliehen ist, nach Island zurückbeordert. Das Flugzeug ist mit Sensoren ausgestattet, die es für eine Vulkanbeobachtung besonders geeignet machen.

Gesperrt wurden Teile der F88 und der F910 nördlich des Vatnajökull, um im Fall eines Ausbruchs in dem Gebiet, das ein Gletscherlauf möglicherweise überfluten wird, keine Menschen uzu gefährden. Es ist weiterhin wichtig darauf hinzuweisen, das es bisher nicht zu einem Ausbruch von Lava gekommen ist. Ob sich das ändert und ggfls. wann, kann man nicht vorhersagen.

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Aktivität des Bárðarbunga

by Christian on 17 August, 2014

Die Aktivität des Bárðarbunga geht weiter – mittlerweile sind seit gestern (16.08.2014) um 03.00 Uhr über 1000 Beben registriert worden und es sieht aktuell nicht nach einem Stop aus. Ein Geologe bezeichnete gegenüber dem isländischen Fernsehen die fortgesetzte starke Aktivität als ungewöhnlich. Bisher gibt es aber keine Zeichen für einen Ausbruch, ob und wann sich das möglichweise ändert, weiss niemand. Medienberichten zufolge werden Geologen des Wetterdienstes auf dem Vatnajökull weitere Meßgeräte und eine Webcam aufstellen, um die Situation besser beobachten zu können.

Nach einer Graphik, die der isländische Wetterdienst heute veröffentlicht hat, konzentriert sich die Erdbebenaktivität mittlerweile auf zwei Regionen.

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Gesamte Erdbebenaktivität am Vatnajökull. Karte vom isländischen Wetterdienst, die aktuelle Version ist hier zu finden.

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Kleiner Ausbruch des Bárðarbunga?

by Christian on 16 August, 2014

Im isländischen Vulkan Bárðarbunga ereignet sich seit heute nacht gegen 3 Uhr ein Erdbebenschwarm, dessen stärkstes Beben bisher eine Stärke von 3.1 erreichte. Obwohl ein starker Sturm über die Region am Nordrand des Vatnakjökull zieht (der die Messung kleinerer Beben unmöglich macht) sind bisher über 270 Beben gemessen worden. Da nach Angaben der Geologen zusätzlich auch vulkanische Tremor gemessen wurde, der entsteht wenn sich Magma unterirdisch bewegt, geht man hier von einer klar vulkanischen Aktivität aus.

Unklar ist, ob es zu einem Ausbruch kommt und wenn, wie gross dieser sein wird. Da das Eis des über dem Vulkan liegenden Gletschers gut 700m stark ist, würde es einen recht grossen Ausbruch erfordern um die Eisdecke zu durchbrechen und selbst das würde einige Zeit dauern. Wahrscheinlicher, wenn es denn zu einem Austritt von Lava kommt, ist wohl ein kleiner subglazialer Ausbruch der lediglich zu einem Gletscherlauf führt. Wie sich die Situation entwickelt, bleibt abzuwarten, zum aktuellen Zeitpunkt kann sich der Vulkan auch einfach wieder beruhigen.

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Erdbebenkarte des Vatnajökull mit dem Erdbebenschwarm an der Bárðarbunga. Karte vom isländischen Wetterdienst, die aktuelle Karte findet sich hier.

Nachtrag 16.08.2014, 17:10: Mittlerweile haben die isländischen Behörden die niedrigste Warnstufe “Unsicherheit” (“Óvissustig”) über den Vulkan verhängt.

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Phytoplanktonblüte nördlich von Island

by Christian on 16 August, 2014

Im Sommer erwärmen sich auch die Meere rund um Island ein wenig, so das es im Spätsommer zur Blüte von Phytoplankton kommt. Das ist dann ein Ereignis, das sich auf Satellitenbildern finden lässen, hier auf einem der NASA (hier gibt es auch höher aufgelösten Versionen, die sich beispielsweise als Bildschirmhintergrund eignen):

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Zugang zum Solheimajökull gesperrt

by Christian on 7 August, 2014

In Island ist in diesem Sommer einiges los, wie man an den Warnmeldungen und Sperrungen der letzten Wochen deutlich sieht. Jetzt kommt eine weitere Sperrung hinzu, die des Solheimajökull. Dort hat sich unterhalb des Gletschers in der Endmoräne ein See aus Schmelzwasser gebildet, in den der Gletscher abbricht. Da jetzt aber in der letzten Woche der Gletscher um 1,5m aufgeschwommen ist, befürchten die Behörden, das der vordere Teil abbrechen und dabei eine Flutwelle auslösen könnte. Um zu verhindern, das dabei Personen zu Schaden kommen, ist das Gebiet vorläufig gesperrt worden.

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Das Bild zeigt die Lagune unterhalb des Gletschers. Bild vom isländischen Katastrophenschutz.

Nachtrag, 16.08.2014: Mittlerweile haben die Behörden die Sperrung des Gletschers wieder aufgehoben, der Zugang ist wieder möglich.

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Furten in Island

by Christian on 5 August, 2014

Nachdem dieser Sommer in Island eher sehr feucht war, führen auch die Flüsse teilweise mehr Wasser als sonst. Das gilt dann besonders für die Gletscherflüsse, wo das Regenwasser zusätzlich zum Schmelzwasser hinzukommt. Das gilt ganz besonders für die Flüsse Steinholtsá und die Krossá auf dem Weg nach Thorsmörk, die zu den schwierigen in Island gehören. Dort haben sich in den letzten Wochen diverse Autos, aber auch Busse und richtig hohe Trucks festgefahren. Das Video lief in den isländischen Nachrichten und zeigt gut die Gefahren beim furten.

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Erdrutsch an der Askja [2.]

by Christian on 24 July, 2014

Zum Erdrutsch an der Askja gibt es jetzt ein paar mehr Informationen. Demnach ist ein Hangstück von gut 1 km Breite abgerutscht, ingesamt sind dabei ungefähr 50-60 Mio Kubikmeter Material abgerutscht. Als Folge entstanden mehrere bis zu 50m hohe Wellen, die sich über den See bewegten. Durch das in den See eingetragene Material ist der Wasserstand seit dem Erdrutsch um gut 2m erhöht. Und auch die Sperrung wurde bisher nicht aufgehoben, da unklar ist, ob es am Hang möglicherweise zu weiteren Erdrutschen kommt. Geologen sind mit der Untersuchung beauftragt, die in den nächsten Tagen stattfinden wird.

Es gibt auch einen Filmbeitrag aus dem isländischen Fernsehen von RÚV, der unten zu sehen ist (Kommentar auf isländisch). Man sieht darin recht gut die abgerutschten Hänge und auf Vergleichsbildern den höheren Wasserstand.

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Erdrutsch an der Askja

by Christian on 23 July, 2014

Am Vulkan Askja hat es gestern Nacht einen grösseren Erdrutsch in den dortigen Calderasee gegeben. Der Erdrutsch führte zu einer etwa 50m hohen Flutwelle, die nach Angaben des isländischen Wetterdienstes auf der gegenüberliegenden Seite über die die Seekante und teilweise in den Vitikrater floss. Auf dem Foto ist der Erdrutsch gut zu sehen:

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Foto des Sees an der Askja. Foto von der Vatnajökull Nationalparkbehörde.

Aufgrund des Erdrutsches ist der Zugang zu der Region im Moment gesperrt, da unklar ist, ob die Hänge stabil sind oder ob es zu weiteren Erdrutschen kommen kann.

Nachtrag 16.08.2014: Mittlerweile ist die Sperrung der Askja wieder aufgehoben worden, da nach den Untersuchungen der Geologen vermutlich keine weiteren Erdrutsche unmittelbar bevorstehen. Wanderer sind aber trotzdem aufgefordert, vorsichtig zu sein und im Falle weiterer Erdrutsche die Caldera schnellstmöglich zu verlassen.

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