Silvester in Island

by Christian on 3 January, 2006

Nachdem uns vorher von mehreren Kollegen berichtet worden war, das Silvester in Island anders sei, als das was wir möglicherweise kennen, haben wir dieses Jahr die Chance genutzt und das ganze mal angesehen. Und es ist anders.

Los geht das ganze mit einem grossen “Lagerfeuer” (das wo wir waren hat die Grösse von Osterfeuern, und das war noch eins der kleinen), die abends zwischen 8 und 9 Uhr mit viel Petroleum angefeuert werden.

Da kommt dann die ganze Nachbarschaft zusammen, die Leute haben Fackeln dabei, es wird gesungen und auf der Gitarre gespielt. Eine sehr nette Art des Zusammenseins zum Jahresausklang.

 

Während dieser Zeit sind die Isländer auch bereits fleissig dabei, Feuerwerk in den Himmel zu schiessen, da gibts schon eine ganze Menge zu sehen. Zwischen 10 und 11 Uhr abends gibt es dann im Fernsehen den satirischen Jahresrückblick (angeblich recht schlecht, aber da er Tagesgespräch sein wird, schaut ihn sich jeder an). In dieser Zeit reisst das vorher bereits recht rege abgeschossene Feuerwerk nahezu komplett und abrupt ab. Macht einen sehr lustigen Eindruck und wirkt so, als wäre allen Leuten gleichzeitig das Material ausgegangen. Und so abrupt, wie das Feuerwerk abends gegen 10 endet, geht es gegen 11 Uhr nach Ende der Sendung weiter und steigert sich dann kontinuierlich bis Mitternacht. Im Unterschied zu Deutschland werden kaum Böller (knall und weg) gezündet, sondern nahezu ausschliesslich optisches Feuerwerk: Fontänen, Raketen, Batteriefeuerwerke (da sind dann viele Effekte in einer Kiste gebündelt). Und Batteriefeuerwerke gibt es in Grössen (Grundfläche ungefähr so gross wie ein Bierkasten, 10 kg schwer und bis zu 100 Röhren mit Feuerwerk drin), die in Deutschland wohl den Profis vorbehalten sind. Und dann gehts richtig los, dieses Silvesterfeuerwerk muss sich hinter keinem professionellem Feuerwerk verstecken. Und was auch nett ist: Es sind mir keine Leute über den Weg gelaufen, die es lustig fanden, Feuerwerk in Menschenmengen oder fahrende Autos zu werfen. Und der Isländer trägt beim abbrennen seiner Raketen eine Sicherheitsbrille (alle, auch Kinder), eine Massnahme, die seit ein paar Jahren stark beworben wird, da es da eine ganze Reihe schwerer Augenverletzungen gab.

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Robert Alms January 3, 2006 at 15:30

es gibt also noch normale leute auf der welt, die nicht so besessen davon sind soviel krach wie möglich zu machen. und das mit den schutzbrillen, find ich auch sehr gut.

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Christian January 4, 2006 at 13:04

Nee, eben. Ganz leise ist das natürlich trotzdem nicht, aber schöner aussehen tuts. Und die Schutzbrillen haben den Hintergrund, das es in den letzten Jahren wohl eine nicht unerhebliche Anzahl von schweren Augenverletzungen gegeben hat.

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Angelika Hoffmann January 4, 2006 at 16:42

wunderbare Bilder! Und jetzt geht es ja da “oben” nochmal weiter wenn der letzte der Weihnachtskerle wieder zu seiner Hexenmutter in den Berg verschwindet, fdann werden ja regelrechte Freudenfeuer entfacht – diesen auf Isländisch der “13.” genannte Tag (der 6.1.) mit seinen weithin leuchtenden Flammen empfand ich noch mehr als Beginn des Neuen Jahres als den “echten” Jahreswechsel. In diesem Sinne – ein gutes 2006

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ríke April 19, 2006 at 18:20

Hi! Ich war auch Silvester in Reykjavik und bin nun durch zufall auf diese Seite gekommen! Die Bilder sind toll:)
kv ríke

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