Þorri und Bondadagur

by Christian on 20 January, 2006

Heute ist der Begin des altisländischen Monats Þorri und ein Festtag für die Isländer. Es ist zugleich auch der Bondadagur, der Männertag. An diesem werden die Männer mit leckerem Essen bedacht und mit Blumen beschenkt. Zu Þorri wurden damals die gehüteten Vorräte angebrochen. Dann kam alles auf den Tisch, was geräuchert im Kamin oder gesäuert und eingesalzen in Holzfässern überdauert hatte: Hákarl (fermentierter Hai), abgesengte Schafsköpfe und gesäuerte Hammelhoden. Aber auch gewöhnungsbedürftige, aber durchaus leckere Dinge wie Hangikjöt (geräuchertes Lamm), Trockenfisch und gesäuerte Fleischstücke vom Lamm. Heute werden diese traditionellen Speisen extra für die Festlichkeiten zubereitet und stoßen bei Isländern der älteren Generation und folkloristisch Interessierten auf ungeteilte Freude, bei anderen aber auf Ablehnung – schließlich entsprechen sie weder im Aussehen noch im Geschmack modernen Ernährungskonzepten. Diese leckeren Sachen gibt es dann auch in den Mensen, das ganze sieht dann so aus:

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orangata January 21, 2006 at 08:08

Ich weiß noch wie heute, wie schockiert wir waren, als wir vor anderthalb Jahren den ersten halben Schafskopf auf dem Busbahnhof in Reykjavik erblickten, dort in der “Mitropa”. *grusel*
Ein älterer Mann hat ihn dann gekauft und gegessen.

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Robert Alms January 21, 2006 at 10:15

mmh wäre nett wenn du noch erklären könntest, was das jetzt genau ist, was du da in der Mensa gegessen hast.

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irgendlink January 21, 2006 at 11:03

Ein sehr fleischhaltiges Mensa-Essen. Sehr.

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Jules January 21, 2006 at 12:15

also ich weiß nicht … fleisch hin oder her, aber das wäre mir dann doch zu viel des guten 😉

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marled January 21, 2006 at 16:54

Das in dem Plastikdöschen ist doch bestimmt Hákarl. Der kommt nur abgepackt auf den Tisch und stinkt auch geschlossen schon genug.
marled

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Christian January 21, 2006 at 20:59

@orangata: Es ist durchaus gewöhnungsbedürftig, wenn einem im Supermarkt aus dem Kühlregal die halben Schafsköpfe entgegenschauen.

Fleischhaltig ists. Es war halt das, was es damals in dieser Zeit gab, bevor man wieder frisches bekam. Es muss eine sehr karge Zeit gewesen sein.

Mit der Beschreibung fange ich mal oben in der Mitte an und mache im Uhrzeigersinn weiter: In der kleinen Plastikdose ist tatsächlich Hákarl, das hier stank aber nicht soo schlimm, wie es immer beschrieben wird. Direkt da drunter sind Schafhoden in Gelee, das schmeckt rauchig/salzig und nicht weiter. Was als nächstes über den beiden Fächern des Tellers liegt ist Schafskopf, gekocht und vom Knochen gelöst und auch in Gelee.
Darunter liegen je eine Scheibe Leberwurst (hell) und Blutwurst (das dunkelrote runde). Auch die haben keinen soo besonderen Eigengeschmack. Dann kommt ein Päckchen Butter 🙂 und daneben sind Flatkökur. Und darüber ist Hangikjöt (geräuchertes Lamm) zu sehen. Das schmeckt sehr rauchig. Ins der Schale neben dem Teller ist ein Muß auf Rüben und Kartoffeln. Was hier fehlt, ist der Trockenfisch. Insgesamt kann man das essen und man wird nicht verhungern, auch wenn es wohl leckeres Essen gibt.

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Ina November 15, 2006 at 16:53

Also ich finde das ganze Fleisch etwas zu viel!! Sieht zwar lecker aus, aber man weis ja nicht obs schmeckt!!

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