Imagine Peace Tower

by Christian on 9 November, 2007

Vermutlich bin ich jetzt der letzte der über dieses Ereignis berichtet, passenderweise genau vier Wochen später.

Am 09. Oktober weihte Yoko Ono in Reykajvik auf der Insel Viðey den “Imagine Peace Tower” ein und verwirklichte damit eine Idee, die sie bereits seit den 60er Jahren hatte.

videy-mond-licht

Die Installation auf Viðey bei Vollmond.

Der “Turm” besteht aus einer Lichtinstallation die gen Himmel leuchtet (wie auf dem Foto auch gut zu sehen ist).

Ono wählte Island für dieses Projekt aus, weil es noch nie eine Armee gehabt hätte und sich wie kein anderes Land auf der Welt für den Umweltschutz einsetzt (böse Stimmen behaupten, das die Übernahme der Stromkosten, sowie eines Teils der Baukosten durch die Stadt Reykjavik auch keine unerhebliche Rolle gespielt hätte, abgesehen davon ist in Island ja nun auch nicht alles toll in Bezug auf Umweltschutz). Nichtsdestoweniger wurde die Installation an John Lennons 67. Geburtstag (dem dieses Denkmal gewidmet ist) eingeweiht und soll bis zu seinem Todestag am 08. Dezember leuchten. Danach wird es noch zu Silverster und eine Woche im Frühling angeschaltet, danach erst wieder im nächsten Herbst.

videy-lichtstrahl

Detailaufnahme der Installation auf Viðey.

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Wilderer November 9, 2007 at 21:07

Gratisstrom hat Island ja bald ne Menge zu verteilen. Al Gore freut sich sicher auch gewaltig über all die Stauseeprojekte. Hauptsache es wird kein C verbrannt.
Irgendwie werd ich das Gefühl nicht los, dass dieser Medien-Umweltschutz zu einer der grössten Bedrohungen für die Umwelt geworden ist. Yokos Lichtturm ist natürlich trotzdem schön anzuschaun. Erinnert mich irgendwie an die Lichtschwerter aus Star Wars.

Claudia November 11, 2007 at 20:18

Besser spät als nie. Die Fotos sind sehr schön.

Island November 12, 2007 at 12:16

Wow, das sieht ja beeindruckend aus. Da hat Yoko Ono wirklich den richtigen Ort ausgewählt. Ich bin auch seit Jahren Island Fan und habe nun auch einen Magazin Artikel erstellt.

Nina December 9, 2007 at 11:40

Hi,

zur Zeit wohne ich in Reykjavik und habe den Peace Tower Strahl somit täglich gesehen. Interessant an dem Kunstprojekt ist, dass hier einfach niemand Notiz davon nimmt. Ich kenne einfach keinen Isländer, der von dem Projekt auch nur ein bisschen angetan ist, was man nach der beeindruckenden Internet Promotionja schlussfolgern könnte. Und mir ist es ein Rätsel, wie dieses Video gedreht worden sein soll ohne es nachträglich noch zu pimpen. Reykjavik liegt direkt am Meer und ist immer bewölkt. Die letzten Monate konnte man lediglich einen schwachen Strahl eines verlorenen Diskolichts sehen- der übrigens auch nicht blau war sondern gerade mal weißlich. Außerdem war absolut unklar, wie man dieses Kunstwerk besuchen konnte, denn die Fähre der Insel stellt gewöhnlich im September ihren Betrieb ein. Allerdings sollte für den Peace Tower eine Ausnahme gemacht werden….Keine Ahnung habe nie einen Hinweis darauf gefunden.

Für mich ist das ein Prestigeprojekt, das lediglich im Internet existiert,- mehr nicht. Yoko Onos Argumentation für Reykjavik ist die eines Touristen, der das Land nicht kennt. Island ist weder besonders ökologisch, noch git es irgendeinen kontextbezogenen Grund, den Peace Tower in einem Land aufzustellen, in dem es so gut wie keine Kriminalitätsrate gibt. Hat da jemand Island mit Irland verwechselt?? Hier verliert eine solche Idee absolut an Aussagekraft und Tragweite!!
Island als Land zu wählen sichert Yoko Ono ein kostengünstigeres Projekt, jedoch keine Plausibilität. Strom ist hier sehr günstig, weil er leicht aus Wasserkraft gewonnen werden kann; das grüne Image verblasst jedoch, wenn man die Konsumwut, den Spritverbrauch und die riesigen Mülberge der Isländer betrachtet.

Ich habe dieses Projekt abgeschrieben: es ist falsch adressiert (nur im Internet), falsch platziert und lediglich aus Kostengründen hier installiert. Yokos Begründung, vom Norden aus würde die Weisheit über die Erde verteilt werden (oder so ähnlich), erstickt lediglich eine Frage im Keim, die sich hier jeder fragen muss: “Warum Island?”

Zumstein January 4, 2008 at 17:05

Warum? Dämliche Kunst, die man woanders Lichtverschmutzung nennt und den Anblick des Sternenhimmels inclusive Nordlicht nachhaltig beeinträchtigt, abgesehen von den Irritationen, die solche Mega-Beamer bei Vögeln auslösen! Dass die Isländer solche Kunst ignorieren, spricht für sie, dass sie das nicht verhindern konnten, weniger …
Sepp

Christian January 16, 2008 at 12:28

Hallo Nina,
eine späte Antwort, aber es gibt noch eine.
Ich kann deinen Schlußfolgerungen nicht zustimmen. Unter meinen isländischen Kollegen und Bekannten ist das Projekt durchaus bekannt (dafür sorgte auch schon die relativ intensive Berichterstattung in den Medien) und mehr oder weniger interessiert verfolgt.
Reykjavik ist mitnichten immer bewölkt (das zeigen schon meine Fotos oben) und auch der Lichtstrahl war aus grösserer Entfernung gut zu sehen. Die Farbe ergab sich wohl aus der Betrachtungsentfernung…
Die Fähre fuhr zur Insel und zwar jeden Abend um 20 Uhr (die Info gabs nach meiner Erinnerung auf der Fährwebseite) und es waren doch einige Leute drüben.
Der Bezug zu Island kommt wohl nicht von einer geringen Kriminalitätsrate (da erschliesst sich mir der Bezug zu peace auch nicht) sondern eher aus der Tatsache, das die Isländer nie eine Armee hatten.
Das Sponsoring der Energie und wohl auch Teilen der Baukosten wird aber wohl auch keine ganz kleine Rolle gespielt haben. Ich finde es trotzdem ein nettes Projekt.

Christian January 16, 2008 at 12:30

Lieber Zumstein,
diese Installation beeinträchtigt die Sicht auf den Nachthimmel auch nicht stärker, als es der Grossraum Reykjavik ohnehin schon tut. Auch wenn die Fotos vielleicht nicht so aussehen, wir befinden uns hier mitten in der Stadt im Hafengebiet. Und die Sorge um die Vögel ist zwar nett, aber da die Installation nur nachts (und dann auch nur einen kleinen Teil des Jahres) eingeschaltet ist, wohl eher unerheblich.

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