Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull [20.]

by Christian on 19 April, 2010

Der Grossraum Reykjavik ist bisher kurioserweise von den direkten Folgen des Vulkanausbruchs verschont geblieben, obwohl wir nur ca. 150km vom Vulkan entfernt sind. Verantwortlich dafür sind (für uns) günstige Winde, die die Asche nach Osten oder Süden driften lassen und auch für das Chaos in Europa sorgen. Dieser Zustand könnte sich Dienstag abend ändern, denn dann sind entsprechende Winde in Richtung Westen angesagt. Laut einer Prognose des Wetterdienstes sind aber eher geringe Auswirkungen auf Reykjavik zu erwarten.

Die Ringstrasse ist im Bereich der durch die Gletscherläufe beschädigten Teile wieder repariert worden, die Strasse ist aber weiterhin nur für Rettungskräft, Behörden und Versorgung offen, die dafür jetzt nicht mehr die alte Brücke über den Markarfjlot benutzen müssen. Wer die Brücke überqueren will, benötigt dafür eine spezielle Erlaubnis.

Das Flugverbot über Europa trifft auch Islands Industrie – neben den Fluggesellschaften ist die Fischindustrie massiv betroffen. Frischfisch aus Island wird normalerweile direkt nach dem verarbeiten nach Europa zu den Kunden geflogen, ein Weg der im Moment nicht möglich ist. Erwägt wird, die Fische zu einem geöffneten Flughafen zu fliegen und ab dort dann mit dem LKW weiterzutransportieren um ein einfrieren der Ware zu vermeiden. Hierbei würde sich der Wert etwa halbieren.

Weitere Berichte über Schäden durch Vulkanasche gibt es von Seiten der NATO. Dort seien mehrere F-16 Kampfflugzeuge bei Flügen über Europa beschädigt worden, genauere Angaben zu Flugzeiten und Flugrouten wurden aber leider nicht gemacht.

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FR April 19, 2010 at 16:56

Bei den F-16 sprach man von Glas in den Triebwerken. Was da natürlich nicht hingehört und wohl aus der Asche geformt wurde.

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Gucki April 19, 2010 at 18:36

Stimmt es, dass schon der nächste Vulkan am ausbrechen ist? Ich krieg wirklich langsam die Krise…!Es soll sich aber diesmal um Hecla handeln.

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Timo April 19, 2010 at 18:46

Ich denke nicht das der Hekla ausgebrochen ist.
Dort gab es in letzter Zeit keine Erdbeben.

Wenn dann wäre vermutlich der Katla ausgebrochen.
Aber auch da ist die Erde momentan ruhig.
Und wenn, hätten wir hier davon bestimmt gehört 😉

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Martin April 19, 2010 at 18:49

Der angebliche Ausbruch vom Hekla war eine Falschmeldung. Eine Webcam, die normalerweise auf den Hekla gerichtet ist wurde zum aktuellen Ausbruch gedreht, aber nicht umgenannt. Daher kam die Meldung auf, dass es der Hekla wäre.
Ich hoffe mal, dass die Vulkane zumindest soweit Ruhe geben, dass ich im Juni/Juli zu meiner geplanten Rundreise aufbrechen kann… 🙂

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Gucki April 19, 2010 at 18:58

Danke. Dann wollen wir hoffen, dass das auch so bleibt und sich der jetztige Vulkan auch beruhigt. Man darf sich wirklich nicht irre machen lassen, aber fällt schon schwer.

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willi-54 April 19, 2010 at 19:18

Vielen Dank, Christian. Ich bin dank deiner ausführlichen und aktuellen Berichterstattung immer aus erster Hand informiert. Da ich Ende Juni nach Island fliegen werde(?), interessiert mich dein Blog besonders.

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Paris April 21, 2010 at 09:52

Die Folgen des Vulkanausbruchs und daraus folgenden Flugverbots kann nicht nur die isländische sondern auch die europäische Wirtschaft noch lange nach diesem Ereignis spüren. Der Vulkanausbruch in Island hat ein noch nie dagewesenes Chaos verursacht.

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