Kein Eintritt am Dettifoss

by Christian on 5 June, 2014

Im Gegensatz zur Geysirregion, wo die Landbesitzer immer noch im Streit mit dem Staat über Eintrittsgebühren liegen (im Moment aber keine erheben dürfen), hat sich die Lage am Dettifoss komplett verändert. Dort war angekündigt worden, ab dem 01. Juni 2014 800 ISK Eintritt erheben zu wollen, um Infrastrukturmaßnahmen zu finanzieren.

Die Landbesitzer haben sich jetzt mit dem Vatnajökull Nationalpark (zu dem diese Region gehört) geeinigt, auf Gebühren mindestens bis zum nächsten Sommer zu verzichten. Im Gegenzug wird die Nationalparkverwaltung Wege anlegen, die Zahl der Toiletten erhöhen und eine 100 Quadratmeter grosse Aussichtsplattform bauen. Dafür hat sie vom Industrieministerium bereits 40 Mio ISK (gut 260.000 Euro) erhalten. Der Wasserfall wird im Jahr von ungefähr 300.000 Menschen besucht.

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allesistgut June 6, 2014 at 07:19

Oh nein, bitte keine Aussichtsplattform. Nicht das Island noch so wie Norwegen endet und überall Plattformen und Center in die Natur stellt.

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Christian June 6, 2014 at 22:54

Und was dann? Lieber weiter die Natur kaputttrampeln? Die Touristenzahlen sind in einem Bereich angelangt, wo Maßnahmen getroffen werden müssen. Mich wunderts auch, das da noch niemand in die Jökulsá gefallen ist.

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Anja June 7, 2014 at 07:43

Weiß man denn schon, wo die Plattform hin soll? Beim Gullfoss gibt es ja schon länger eine und die stört ja auch nicht wirklich den Blick in die Landschaft. Eine klare Zuwegung beim Dettifoss tut sicherlich der Natur gut, denn soweit ich mich entsinne, muss man sich den Weg bisher eher selbst bahnen. Und wenn das 300.000 Menschen tun… Ich würde mir nur wünschen, die Leute würden selber einsehen, dass man sich den Wasserfällen nicht zu dicht nähern sollte und die Wege nicht zu verlassen hat, dann bräuchte es diese unschönen Absperrkordeln nicht. Ich bereise Island seit 1996 regelmäßig und bin wirklich erstaunt, wie die Touristenzahlen explodieren, was leider immer Freud und Leid mit sich bringt.

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Stefan June 15, 2014 at 09:49

Ich glaube eine dezente (!) Plattform am Dettifoss würde mich weniger stören, als das geplante 100-150-Zimmer Hotel in Skógar anstelle des Campingplatzes!
Der Dettifoss (Westseite) hatte bis vor wenigen Jahren durch die schwierigere Anfahrt deutlich weniger Besuch gehabt als heute mit der geteerten Piste, die häufig auch im Winter gut befahrbar ist. Bei den Menschenmassen wird die Vergetation schnell weggefräst!
Man kann halt nicht mehr von unberührter Natur sprechen, wenn bis zu 1mio Touris jährlich eine so kleine Insel heimsuchen.

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Ben June 21, 2014 at 08:52

Am Námasfjall sollen jetzt 800 ISK fällig sein. Hoffentlich kommt schnell ein umfassende Lösung (Stichwort Naturpass). Kassenbuden und Zäune passen kaum ins Landschaftsbild…

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Christian June 24, 2014 at 06:35

Sollen nicht nur, sind fällig. Das ganze ist auch unter den Landbesitzern der Gegend nicht unumstritten.

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Stefan June 24, 2014 at 20:40

Sogar in Stokksnes (der Halbinsel bei Höfn mit dem Radar), wurde an diesem Wochenende eine Gebühr von 600 Kronen erhoben. Es wurde aber schon mit einer einstweiligen Verfügung dagegen gedroht.
Ich verstehe schon, dass Landeigner nicht zuschauen wollen, wie sich seine Wege auf seinem Land mit Tausenden Touris füllen. Das scheinen bei Stokksnes immerhin 10.000 Autos pro Jahr zu sein – bin beeindruckt, soooo bekannt schien mir der Flecken nun nicht zu sein (Ich lasse mal die Vodafon-Werbung aussen vor!).
Nur zeigt sich mir dabei recht deutlich, dass hier dringendst eine Regelung nötig wird. Häufig genug wurde früher der Zutritt wohlwollend geduldet, was sich nun allmählich wandeln wird. Die Touristenzahlen werden schon dafür sorgen!
Gestern las ich einen interessanten Artikel, bei dem über die Preispolitik gesprochen wurde: Darüber wie Touristen sich fühlen, wenn am Mývatn 1290ISK für ein Stück Schokokuchen fällig werden.
Vielleicht sorgt so etwas für eine Begrenzung der Besucher auf verträglichere Zahlen?

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