Entwicklung am Bárðarbunga [24.]

by Christian on 21 September, 2014

Die Spalteneruption in der Holuhraun läuft weiter wie in den letzten Tagen, die Lava emittiert auch weiterhin recht grosse Mengen an Schwefeldioxid. Ich werde das in den nächsten Tagen auch weiterhin so halten, wenn es keine Neuigkeiten gibt, kann ich auch kein Update schreiben. Der Vulkansmog (blauer Dunst) hat in den letzten Tagen Südisland und Reykjavik erreicht, so waren hier die Schwefeldioxidkonzentrationen zwar nicht sehr hoch, aber die Sicht war trotzdem beeinträchtigt. Siehe auch hier für mehr Details.

Das die im Schwefeldioxidkonzentrationen im Bereich der Eruption durchaus gefährliche Konzentrationen annehmen können (besonders in Senken bei wenig bis keinem Wind) zeigen in den letzten Tagen aufgefundene tote Vögel. Die sind zwar deutlich empfindlicher, weil sie kleiner sind, es zeigt aber, das die Sperrungen nicht aus der Luft gegriffen sind, sondern einen klaren Sicherheitsgrund haben.

Die Gesamtzahl der Erdbeben ist weiterhin relativ klein (zumindest verglichen mit den Zahlen die wir auch schon gesehen haben), seit gestern haben sich im Bereich der Bárðarbunga Caldera aber 24 Beben der Stärke drei und grösser ereignet, das stärkste Beben wurde mit 5.5 gemessen und ereignete sich am Sonntag vormittag. Nach diesem Beben senkte sich die Caldera erneut um 25cm – aber auch die anderen Beben in diesem Bereich werden mit der Absenkung in Verbindung gebracht.

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Erdbebenkarte der Vatnajökullregion. Karte vom isländischen Wetterdienst, aktuelle Version hier.

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Absenkung der Bárðarbunga Caldera und Erdbeben. Karte vom isländischen Wetterdienst, aktuelle Version hier.

Mit der seit einigen Tagen etwas geringeren Aktivität der Holuhrauneruption hat sich auch die Ausbreitung der austretenden Lava verändert. Breitete sie sich anfangs im wesentlichen nach Norden aus, geht das Feld jetzt mehr in die Breite. Das zeigt sich deutlich auf einer Karte, die von den Geologen der Universität von Island veröffentlicht wurde.

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Ausbreitung der Lava der Holuhrauneruption. Karte von der Universität von Island, Original hier.

Nach dieser Karte bedeckt die Lava eine Fläche gut etwa 38 Quadratkilometern. Die orangene Fläche in der Karte ist von den Geologen vor Ort vermessen worden, die gelbe Fläche (die in den letzten Tagen bedeckt wurde) wurde aus Flugaufnahmen abgeschätzt.

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