Absenkung des Calderabodens und mögliche Szenarien

by Christian on 23 September, 2014

Die Absenkung der Bárðarbunga Caldera geht, wenn auch auf niedrigerem Niveau, weiter. Aktuell senkt sich der Calderaboden “nur” noch um gut 50cm pro Tag, seitdem am 12. September das Meßgerät auf dem Gletscher aufgestellt wurde, um insgesamt gut 5m.

140923 GPS Bardarbunga

Absenkung der Bárðarbunga Caldera. Graphik von der Universität von Island.

Über mögliche Folgen sind sich die Geologen mittlerweile nicht mehr einig. Zunächst ging man davon aus, das die starke Absenkung zu einem Ausbruch des Bárðarbunga führen kann. Der Geologe Magnús Tumi Guðmundsson sagte gestern gegenüber RÚV, das die Wahrscheinlichkeit einer subglazialen Eruption des Bárðarbunga abnehmen würde, solange die Eruption im Holuhraunlavafeld stabil bleibt und die Absenkung des Calderabodens nicht wieder stark zunehmen würde. Wenn sich die Bedingungen allerdings ändern, könnte es immer noch zu einem grösseren Ausbruch kommen. Er sagte auch, das eine so lange und stabile Eruption wie aktuelle ungewöhnlich sei.

Der Geologe Ármann Höskuldsson hingegen sagte gegenüber Eyjan, das er mit einem subglazialen Ausbruch des Bárðarbunga rechnet, da unterirdisch erheblich mehr Magma vorhanden sei, als momentan in der Holuhrauneruption an die Oberfläche kommt und der Druck daher nicht nennenswert abnehmen werde. Zusätzlich würden die im Eis entstandenen Krater auf bereits vorhandene subglaziale Aktivität hinweisen, auch wenn diese bisher nicht signifikant gewesen sei.

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Andreas September 23, 2014 at 20:00

🙂

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Susanne September 24, 2014 at 12:41

Zwei Punkte würden mich mal interessieren:
Es “rummst” ja mit einer gewissen Regelmäßigkeit (etwa einmal am Tag) mit M5 oder höher. Im ruhigen Mitteleuropa mache ich mir wenig Vorstellungen darüber, wie stark und wie weit so ein Erdbeben spürbar ist…? Zum anderen: bisher war keines der Beben stärker als 5,7 glaube ich. Geht man aktuell davon aus, dass das so bleibt?

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Catrin September 25, 2014 at 05:16

Hallo,
diese Frage habe ich mir auch schon gestellt.
Wir waren bis 03.09.14 in Island, damals gab es auch schon diese Erdbeben. Auf der gesamten Rundreise haben wir nichts spüren können. Vielleicht liegt das auch am Auto fahren :-).
Damals war die Gaseruption auch noch geringer, aber die Veränderungen am Himmel waren für mich klar zu erkennen (rötlich/bräunliche Verfärbung, verwaschene Ränder, trichterförmig Richtung NO). Dazu der Geruch eine Mischung aus verbrannt und an Chlor erinnernd.
Obwohl wir auch sehr gerne direkt hingefahren wären, so war das für mich doch “unwirklich/unheimlich”, auf Bildern sieht das alles immer so schön aus und so klein. Aber es war am halben Himmel erkennbar -Respekt vor der Natur. Auch als wir mit der Fähre auf den Atlantik sind, die Wolkenveränderungen über Island waren auch mit zunehmender Ferne klar zu erkennen, schöne Bilder – und frischer Seewind.
Noch eine Frage: Ist die Ausbreitung der Erdbeben-Wellen ringförmig/gleichförmig oder vielleicht durch die Plattenverwerfungen “gestört”? D.h. wären die Beben im westlichen Island weniger spürbar?
Gruß Catrin

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Christian September 25, 2014 at 07:31

Ich beantworte die Erdbebenfrage einfach mal hier: Die stärkeren Beben (so ab 5) sind in den Städten Nordislands durchaus zu spüren. In den Nachrichten taucht das mittlerweile meistens nicht mehr auf, weil es zu häufig passiert. Die Ausbreitung der Erdbebenwelle erfolgt kreisförmig um das Epizentrum, wird allerdings durch Verwerfungen oder andere unterirdische Störungen bzw. Veränderungen beeinflusst. Ich weiss, das wir in Reykjavik die Erdbeben, die sich um Krýsuvik ereignen normalerweise relativ gut spüren können, während ein Kollege, der in Seltjarnarnes wohnt, regelmässig nichts davon gemerkt hat.

Elke September 24, 2014 at 21:34

Die Beben ab M5 sind in Akureyri zu spüren, hab ich gelesen.

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Catrin September 25, 2014 at 14:30

Danke, meine Annahmen sind bestätigt.
Viele Grüße nach Island
Catrin

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