Entwicklung am Bárðarbunga [29.]

by Christian on 13 October, 2014

Die Eruption läuft, soweit man das bei den eingeschränkten Beobachtungsmöglichkeiten der letzten Tage sagen kann, unvermindert weiter und breitet sich im Gelände aus. Aktuell sind etwa 56 Quadratkilometer Land von frischer Lava bedeckt (diese Zahl stammt vom Freitag, dem 10.10.) wobei mir scheint, das sich die Ausbreitung etwas verlangsamt hat. Das Wetter sorgt zudem für Ausfälle, so wird die Absenkung der Caldera zwar von den Meßgeräten aufgezeichnet, die Daten aber aktuell nicht übertragen.

141010 yfirlitskort 20141010

Ausbreitungskarte der Lava, Karte veröffentlicht von der Universität von Island und der isländischen Küstenwache. Original hier.

Der Geologe Thor Thordarson hat jetzt einen Vorschlag für die Benennung der Eruption und des Lavafeldes gemacht: Nornahraun (Hexenlava) für das Lavafeld, Nornagígar für die Kraterreihe und Nornaeldar, wenn von der Eruption die Rede ist. Er begründete das damit, da es zum einen bereits zwei Holuhraunlavafelder geben würde. Zudem produziert die Eruption Pele’s Haare (dünne und sehr feine Stränge aus vulkanischem Glas), die im isländischen Nornahár (Hexenhaar) genannt werden.

Es gibt nach verschiedenen Tagen auch wieder neue Videobilder von der Eruption beim Morgunbladid. In den letzten Tagen hatten Nebel und sehr schlechtes Wetter Flüge unmöglich gemacht. Den Bildern zufolge scheinen kaum noch Lavafontainen hochzuspritzen, sondern es hat sich eher ein Lavasee gebildet.

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christian siegel October 13, 2014 at 08:33

sehr schön ! Übrigens , gestern und heute war die Sicht am frühen morgen , heute etwa bis 8 recht gut , man sieht hochaufwallende Lawa , die Produktion dürfte also stabil sein . Lässt sich das Lawafeld nicht thermisch via Sat ausmessen ? Was für ein Glücksfall , dass der Ausbruch in eisfreiem Gelände stattfindet …

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Sepp von der Olm October 13, 2014 at 12:31

Das Lavafeld, wie dick isch denn zelm di Lava? 20 meter ?? Mehr ?

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christian siegel October 13, 2014 at 21:12

wohl eher die Hälfte im Durchschnitt . Eigentlich eine gute Frage , denn Sat sei dank , sollten ja fast cm-genaue Geländeprofile vorliegen , ein Abgleich mit neuen Daten sollte die Dicke eigentlich abschätzbar machen .

mit Grüssen aus den fernen Alpen …

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Sprotte October 13, 2014 at 22:13

Im Artikel vom 23.9.2014 schrieb Christian, es seien im Schnitt 14m Dicke->

http://blog.snaefell.de/2014/09/23/vermessung-des-lavafeldes/

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Christian October 14, 2014 at 05:45

Genau, danke. Ich habe keine aktuelleren Zahlen gefunden, aber ich nehme mal an, das die Dicke in der Mitte weiter zugenommen hat.

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