Gletscherlagune Jökulsárlon zu verkaufen

by Christian on 10 December, 2014

Das Land östlich der Gletscherlagune Jökulsárlon, das vielen Reisenden wohlbekannt ist (hier steht auch das Cafe) soll am 04. März 2015 versteigert werden. Darüber berichten isländische Medien (beispielsweise hier) und auch die Facebookseite der Gletscherlagune beschreibt es als “großartige Geschäftsgelegenheit“.

jokulsarlon2

Die aktuellen Landeigentümer (das in Privatbesitz ist, wie viele Teile Islands) haben es nicht geschafft, sich über eine Regelung oder Teilung zu einigen, so das es jetzt zum Verkauf kommen wird. Exakte Preise wurden bisher nicht genannt, aber Schätzungen liegen zwischen 800 Mio und 1,2 Mrd isländischen Kronen (ungefähr 5-8 Mio Euro).

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Serian T. Kallweit December 10, 2014 at 12:18

Wie kann ich mir einen solchen Verkauf vorstellen?
Ich meine, darf dann ein neuer Eigner da Luxushotels drauf bauen? Oder das ganze (Naturschutz(?)-) Gebiet einzäunen und 100,-€ Eintrittsgeld pro Person verlangen, oder sind dem zukünftigen Eigner enge Grenzen gesetzt was die Nutzung angeht?

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Christian December 10, 2014 at 13:02

Das ist aktuell nicht bekannt. Vermutlich würde es sich aber schon lohnen, fürs parken zu kassieren.

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Sabine December 10, 2014 at 13:23

Wie kann man denn so etwas Schönes verkaufen?

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Jürgen December 11, 2014 at 14:02

Hat man schon mal dran gedacht, die zukünftigen Besitzer auch für die Umweltbelastung, die
möglicherweise von ihren Gundstücken (CO2, SO2 etc.) ausgehen, verantwortlich zu machen? Der
Emmisionshandel wird sich freuen!

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Andreas December 11, 2014 at 16:00

Ich war der Ansicht, dass Ausländer nach einer Gesetzesänderung in Island nichts kaufen dürfen. D.h. doch, dass der Besitz weiterhin in Island verbleibt…

Diese Lagune ist doch aber wirklich riesig. Und da die Hauptstraße mit dem ganzen Verkehr, insbesondere die Touristen dort “zwangsweise” vorbei müssen, ist das schon ein sehr sehr interessanter Platz. Zudem ist das einer der wenigen Seen, der selbst im Sommer mit riesigen Eisbrocken gesäumt ist.

Neben dem Cafe gibt es auch noch kleine Bootstouren auf dem See. Die sind vermutlich auch mit betroffen bzw. werfen Pacht oder direkt Einnahmen ab 🙂

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Christian December 12, 2014 at 09:40

Das stimmt nicht. Dieses Gesetz war gegen die geschlossenen EWR/EFTA Regeln und ist daher aufgehoben worden. Personen aus EWR Ländern können problemlos Grundstücke erwerben, alle anderen brauchen eine Genehmigung.

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Silke December 12, 2014 at 15:33

Ich finde die Entwicklung sehr bedenklich. Ein Punkt mehr, der deutlich macht, wie nötig Island ein Konzept zur Entwicklung des Tourismus braucht. Es fehlen klare Regeln und Richtlinie auch zum Umgang mit solchen für die Allgemeinheit wichtigen und interessanten Orten. Der vieldiskutierte Naturpass könnte dazu ein Baustein sein. Vielleicht gehören solche Orte auch generell in die öffentliche Hand statt in Privatbesitz, bevor ein Wildwuchs um sich greift und jeder macht, was er will …

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Jörg December 13, 2014 at 12:32

Ich finde das zwar auch sehr schade – aber irgendwie auch verständlich.
Wo sonst kann man – direkt an einer Hauptstrasse gelegen und damit für alle leicht zugänglich – eine derartige Kulisse absolut kostenfrei genießen? Mit angelegtem Parkplatz und Sanitäranlagen (während der Öffnungszeiten des Kiosks).
Ich habe dort mehrmals übernachtet (immer im April und Oktober und immer in Absprache mit dem Kioskbetreiber). Damit wird es dann wohl vorbei sein.
Hoffentlich wird da kein Super-Remmi-Demmi-Erlebnispark mit “echten wilden Tieren” draus …
Gegen ein paar Euro Parkgebühr hätte ich nichts einzuwenden – wenn alles so bleibt.

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Cora December 14, 2014 at 17:53

Wie kommt der Mensch in seiner grenzenlosen Arroganz überhaupt dazu, die Erde aufzuteilen in MEINS und DEINS? Wer hat sich erdreistet Ländergrenzen zu ziehen usw. ? Wer erlaubt denn wem mit der Erde zu handeln und diese verkaufen wild zu dürfen? Wer hat denn wann bestimmt, wem etwas an Grundstücken und Bodenschätzen gehört? Wem gehören den Heute große Ländereien und wie wurden sie erworben? Durch Raubritter und Kriege! Durch Enteignungen und Zwangsversteigerungen. Theoretisch müsste alles neu aufgeteilt werden und an die Menschen gegeben werden, die Gebiete erschlossen haben und nicht einfach geraubt haben. An die die Umweltbewusst und nachhaltig leben und handeln und nicht an Personen und Unternehmen die die Ressourcen nur ausbeuten.

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