Strafen gegen Kaupthingmanager

by Christian on 14 February, 2015

Der oberste Gerichtshof Islands hat die Strafen gegen die vier ehemaligen Kaupthingmanager im sogenannten Al-Thani-Fall bestätigt und in einigen Fällen sogar verschärft. Damit werden die Strafen rechtskräftig, die Manager können allerdings noch vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen und versuchen dort Gehör zu finden, was zumindest in einem Fall wohl passieren wird.

Im Einzelnen wurde Hreiðar Már Sigurðsson (der frühere Chef der Bank) zu 5,5 Jahren Haft, Sigurður Einarsson, (der frühere Vorsitzende des Aufsichtsrates) zu 4 Jahren, Ólafur Ólafsson (einer der ehemals grössten Anteilseigner) zu 4,5 Jahren Haft und Magnús Guðmundsson (ehemaliger Direktor von Kaupthing Luxemburg) zu 4,5 Jahren Haft verurteilt.

Allen Verurteilten wird zur Last gelegt, im September 2008 an einem großangelegten Betrugsmanöver zum Nachteil der Bank und der Anteilseigner beteiligt gewesen zu sein. Damals hatte der katarische Scheich Mohammed bin Khalifa al Thani (ein Investor aus der Herrscherfamilie Katars) angekündigt, 5,1% der Anteile Kaupthings kaufen zu wollen. Dieses wurde als Zeichen des Vertrauens in die wankenden isländischen Banken gesehen.

Was damals nicht bekanntgegeben wurde (und erst nach dem Zusammenbruch der Bank öffentlich bekannt wurde) ist die Tatsache, das der Scheich die Anteile mit einem Kredit der Bank erwarb und kein eigenes Geld riskierte. Dieses Handeln der drei Bankmanager und des grössten Anteilseigners als Komplizen war illegal und ist jetzt entsprechend bestraft worden.

Die Verurteilten werden in absehbarer Zeit zum Haftantritt aufgefordert werden, für die im Ausland lebenden heisst das, das ein internationaler Haftbefehl ausgestellt wird, wenn sie dieser Aufforderung nicht nachkommen. Hintergründe zum Fall finden sie hier (auf englisch).

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