Ist die Holuhraun Eruption vorüber?

by Christian on 27 February, 2015

Nachdem sich bereits in den letzten Tagen die Anzeichen vermehrten, das die Holuhrauneruption ihrem Ende entgegengehen könnte, scheint genau dieser Fall jetzt eingetreten zu sein. Sowohl auf den Webcambildern als auch bei einem Hubschrauberflug heute war keine rotglühende Lava mehr zu sehen. Das muss natürlich erstmal nichts heissen, da die Lava sich auch eine andere Ausbruchsstelle suchen könnte, aber unwahrscheinlich ist ein Ende eben nicht.

150227 bardarbunga2

Screenshot der Bardarbunga 2 Webcam, in der Mitte sind die Krater zu sehen, über ihnen hängt keine Schwefeldioxidwolke mehr.

Was diese Entwicklung bedeutet, wird sich zeigen müssen. Nach Ansicht der Geologen gibt es im wesentlichen drei mögliche Szenarien:

  • Es passiert gar nichts mehr, da die Eruption soviel Lava freigesetzt hat, das der unterirdische Druck ausreichend reduziert wurde.
  • Der Druck in der Magmaintrusion unterhalb des Holuhraunlavafeldes ist noch so hoch, das sie an anderer Stelle eine neue Spalte auftut, möglicherweise passiert dieses auch unterhalb des Dyngjujökull. Dieses führt zu einem Gletscherlauf.
  • Der Druck auf den Bárdarbunga wird durch das Ende der Spalteneruption so hoch, das der Vulkan ausbricht. Da er das unterhalb des Gletschers tut, gibt es einen Gletscherlauf und möglicherweise auch eine grössere Freisetzung von Asche.

Welches dieser Szenarien eintritt (oder ob sich möglicherweise ein ganz anderes entwickelt) weiss im Moment niemand und wir können nur abwarten. Da die Gegend aber mit einer hohen Anzahl von Meßgeräten aller Art versehen ist, werden sich wohl alle Regungen des Vulkans mehr oder weniger in Echtzeit verfolgen lassen.

Film des isländischen Fernsehsenders RÚV, das Original findet sich hier.

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Ines February 28, 2015 at 06:20

Weiß jemend welche Ausmaße die Eruptionsspalte hat?

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Christian February 28, 2015 at 18:42

Das genau zu sagen ist nicht ganz einfach, da sich ja zuletzt auch oberirdisch ein Lavasee gebildet hatte, der eine Abgrenzung des Kraters schwierig macht. Die Zahlen, die ich gelesen habe, gingen aber bis 500m.

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