Winterstürme in Island

by Christian on 14 March, 2015

Winterstürme sind in Island aufgrund seiner Lage im Nordatlantik nichts besonderes. Auch kräftigere Stürme sind nicht ungewöhnlich und da das in den Bauvorschriften berücksichtigt ist (so dürfen Dächer beispielsweise nur mit Wellblech gedeckt werden und die Zahl der Nägel pro Quadratmeter ist auch festgelegt) so das es zu relativ wenigen Schäden kommt.

Dieser Winter sticht aber deutlich heraus – so überquerten seit dem 01. November 2014 37 Tiefruckgebiete die Insel und es vergingen selten mehr als drei Tage, bevor eine neue Sturmwarnung herausgegeben wurde. Meteorologen bezeichneten diesen Winter als den stürmischsten der letzten 100 Jahre.

Das führt mittlerweile zu Überlegungen, diesen Winter extra zu benennen, was in Island eine alte Tradition ist, die sich bis in die Besiedlungszeit im 10. Jahrhundert zurückführen lässt. Dabei sind Ereignisse des Winters (beispielsweise grosse Kälte oder viel Eis) in die Benennung eingeflossen.

Zur Benennung des Winters 2014/2015 wurde unter anderem Vindaveturinn mikli (sinngemäss grosser windiger Winter) vorgeschlagen. Der nächste Sturm ist auch bereits im Anmarsch und die Meteorologen befürchten hier einen Sturm in Süd- und Westisland der das Potential für den stärksten Sturm des Winters hat. Für Freitag Nacht und Samstag (13./14.03.2015) gaben sie erneut eine Sturmwarnung heraus und warnten vor Reisetätigkeit.

Wer Island besucht, sollte den aktuellen Wetterbericht kennen und die dort ausgesprochenen Warnungen ernst nehmen. Im Zweifel Einheimische fragen und schauen, wie dort die Ratschläge sind. Wenn die vom weiterfahren abraten sollte man das unbedingt befolgen. Sonst landet man schnell auf eisglatten Strassen im Sturm im Strassengraben.

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Sabine March 14, 2015 at 14:09

Bei solchen Stürmen geht gar nichts mehr! Wir saßen im Februar 30 Stunden im Hotel Dyrholaey fest, weil sich draußen ein Blizzard austobte. Der Strom fiel aus, deswegen gab es auch kein Wasser mehr – und das alles mit 150 Gästen im Haus. Das Hotelteam war super! Sie versorgten uns mit Essen (Gas ging noch) und taten ihr Möglichstes, um uns das Bleiben im Hotel angenehm zu machen. Durch den Zwangsaufenthalt konnten wir unseren Flieger nicht erreichen. So hatten wir noch einen Urlaubstag mehr.

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Stefan March 14, 2015 at 21:31

Wir hockten im Dezember eines Blizzards wegen eine Nacht länger als geplant in Reykjahlið fest. Am Abend zuvor wollten wir nur mal kurz zum jarðböðin – keine 5km weit weg… – und drehten nach wenigen 100m um, als wir ein Strassenschild auf der falschen Seite passierten – wir konnten einfach nicht mehr sehen wo die Strasse war!
Wir wollten dann wenigstens per pedes eine Runde drehen. Merinowolle zum Dank lies sich das nicht allzu übel an, den Rückweg mal ausgenommen – gegen den Wind zu laufen war etwas unangenehmer. Aber diese Spielchen liesen sich im Ort recht gefahrlos treiben, das warme Hotelzimmer war maximal 500m weit weg.

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