Erdbeben an der Katla

by Christian on 29 August, 2016

In der letzten Nacht hat es unter dem Myrdalsjökull gegen 01.47h zwei recht starke Erdbeben der Stärke 4,9 auf der Meßskala ereignet. Medienberichten zufolge sind diese in der Umgebung von Katla und Myrdalsjökull gut spürbar gewesen. In der Folge ereigneten sich weitere, teilweise relativ starke Nachbeben untergal, wie auf der Bebenkarte des isländischen Wetterdienstes gut zu sehen ist:

eq katla 160829 1955

eqbars katla 160829 1955

Erdbebenkarte des isländischen Wetterdienstes für die Region Myrdalsjökull. Die aktuelle Version findet sich hier.

Nach Angaben des isländischen Wetterdienstes ist der Grund für die Erdbeben unklar, sie sind allerdings nicht von vulkanischen Tremor, der durch Magmabewegungen entsteht, begleitet. In den Sommermonaten kommt es immer wieder zu kleineren Erdbebenserien, der Wetterdienst hat hier einen Artikel (auf Englisch) veröffentlicht.

Mittlerweile warnt der Wetterdienst vor einem längeren Aufenthalt in der Nähe des Flußes Múlakvísl unterhalb des Myrdalsjökull gewarnt, da dieser aus Gletscherabflüssen im Moment erhöhte Mengen an Schwefelwasserstoff mitführt. Dieses Gas ist giftig und kann sich bei ruhigem Wetter in Senken sammeln.

Ebenfalls wird vor der Überquerung des Gletscherflusses Bláfjallakvísl gewarnt, da dieser im Moment einen ungewöhnlich hohen Wasserstand hat. Bei Überquerungen wird zu besonderer Vorsicht aufgefordert.

Ob es aktuell zu einer höheren geothermalen Aktivität unterhalb der Katla kommt (die auch die Auswirkungen auf die Flüsse erklären würde) oder was sonst vorgeht ist unklar und wird sich möglicherweise in den nächsten Tagen zeigen. Es ist aber auch sehr gut möglich, das sich die Aktivität wieder beruhigt und nichts weiter passiert.

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Andreas August 31, 2016 at 23:21

Oh.
Vor etwas mehr als einer Woche war ich noch in VIK und habe mit Isländern über den Katla und den regelm. Übungen für den Fall eines Ausbruchs des Vulkans gesprochen. Auch war ich dort im “Hochland” und habe den tollen Blick in die Flächen und die Gletscher genossen.
Besonders spannend ist das Schauspiel der Puffins an der Küste, wenn diese Abends von der See zurück kommen und zu hunderten/tausenden rumfliegen. Es gibt keine schöneren Vögel, die derart niedlich aussehen 😉

Verrückt, wenn man jetzt die Meldungen über einen möglicherweise bevorstehenden Ausbruch liest…

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