Unruhe im Öraefajökull

by Christian on 19 November, 2017

In Island sorgen mal wieder die Vulkane für Unruhe. Sowohl Katla als auch Bárdabunga zeigen ja seit einiger Zeit immer wieder kleinere Erdbebenschwärme, deren stärkste Beben auch für Menschen spürbar sind, aber bisher keine Ausbrüche. Wobei bei der Bárdabunga die Aktivität im Moment nach Informationen des isländischen Wetterdienstes so hoch sein soll, das aus einem der Eislöcher im Vatnajökull Dampf aufsteigt.

Aktuell zeíeht aber ein anderer Vulkan unterhalb des Vatnajökull die Aufmerksamkeit der Fachleute auf sich: Der Öraefajökull. Dieser zeigte in letzter Zeit eine erhöhte Erdbebenaktivität und einer der Gletscherflüsse, die Schmelzwasser ableitet, das aus diesem Gebiet kommt, hatte einen deutlichen Schwefelgeruch. Daten zur Leitfähigkeit der Kvíá (was ein direkter Indikator über die Herkunft des Wassers ist), gab es bisher nicht, da der Fluß aufgrund von Ressourcenproblemen beim isländischen Wetterdienst nicht permanent überwacht wird (das soll jetzt geändert werden). Zusätzlich wurde auch weiteres seismisches Überwachungsgerät in der Region installiert.

Auf Satellitenbilder aus dem Gletscherbereich, der über dem Vulkan liegt, wurde jetzt eine neue Vertiefung im Eis entdeckt, die ungefähr 1km im Durchmesser und 21-25m tief ist.

Oraefajokull 20171117

Satellitenbild vom 17.11.2017 der Region im Vatnajökull, die neue Vertiefung ist gelb markiert.

Oraefajokull 20171101b

Vergleichsbild vom 01.11.2017, hier ist der Vertiefung im Eis noch nicht zu sehen. Beide Bilder stammen vom isländischen Wetterdienst, Original hier.

Mittlerweile wurde aufgrund dieser Messdaten auch die Warnstufe für den Vulkan von grün (“nicht aktiv”) auf gelb (“unsicher”) angehoben und der isländische Wetterdienst hat sein Ascheradar in die Region südlich des Vatnajökull verlegt. Das ganze ist aber eine Vorsichtsmaßnahme, aktuell steht nach Aussage der Experten kein Ausbruch unmittelbar bevor.

171119 volcano status

Vulkanstatus des isländischen Wetterdienstes. Aktuelle Version hier.

Interessant könnte dieser Vulkan aber noch aus einem anderen Grund werden, sein Name ist zwar nicht ganz so schwierig wie der des Eyjafjallajökull, aber immer noch kompliziert genug sein 🙂

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Thomas November 20, 2017 at 13:11

Danke für das Update

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