Satellitenbilder der Eruption

by Christian on 8 October, 2014

In Island hat letzte Woche der Winter begonnen – das gilt besonders für das Hochland. Interessant ist das für die Region um die Holuhrauneruption, da hier nur dort Schnee liegenbleibt, wo keine frische (und damit warme bis heiße) Lava ausgeströmt ist. Die beiden Satellitenbilder der NASA zeigen einen Ausschnitt mit der ausbrechenden Vulkanspalte etwa in der Bildmitte. Beim Klick aufs Bild gibt es eine Version mit der gesamten Insel, wer die hochaufgelösten Bilddaten haben will, folgt dem Bildlink unter dem Bild.

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Echtfarbenaufnahme des Eruptionsgebietes. Die frische Lava und auch die Dampfsäulen sind gut zu sehen. Bild von der NASA, Original und höher aufgelöste Version hier.

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Infrarotaufnahme des Eruptionsgebietes, das Bild zeigt keine realen, sondern Falschfarben. Aufgrund des anderen Spektrum ist die heisse Lava hier erheblich besser zu sehen. Bild von der NASA, Original und höher aufgelöste Version hier.

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Entwicklung am Bárðarbunga [28.]

by Christian on 8 October, 2014

Die Eruption läuft weiterhin stabil und breitet sich weiter aus und bedeckt mittlerweile mindestens 52,7 Quadratkilometer (die letzten Zahlen zur Fläche stammen vom letzten Wochenende, die Ausbreitung dürfte mittlerweile grösser sein). Auch am Bárðarbunga gibt es keine Veränderungen, die Caldera senkt sich weiterhin ab und es gibt auch weiterhin Erdbeben.

Für Aufregung sorgten gestern Bilder im Internet, die eine Gruppe kasachischer Milliardäre dicht vor der Lava zeigten. Diese hatten sich einen Hubschrauber gemietet und waren ohne Genehmigung in der Sperrzone gelandet. Glück für sie war, das der Wind in die richtige Richtung stand und sie damit nicht plötzlich in einer Schwefeldioxidwolke standen (was dicht an der Eruptionsstelle schnell lebensgefährlich wird). Die Polizei zeigte sich wenig amüsiert und ermittelt in dem Fall. Und es sieht so aus als hätte der Vorfall zumindest für den Hubschrauberpiloten Konsequenzen.

Dann bin ich auf ein Interview mit dem Geologieprofessor Robert White von der Universität von Cambridge gestossen. Seine Arbeitsgruppe untersucht eigentlich Mikrobeben an der Askja und hat dazu ein grosses Meßfeld aus Seismometern aufgebaut. Da sich die Holuhrauneruption aber in derselben Gegend ereignete (und zusätzliche Geräte aufgestellt werden konnten), wurde diese Eruption seismisch in allen Einzelheiten aufgezeichnet, was sie wohl zur am genauesten beobachteten Eruption aller Zeiten macht. White bezeichnet das im Interview als “Luck and Lava” (“Glück und Lava”).

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Hubschrauberflug über die Eruption

by Christian on 5 October, 2014

Zum Sonntag gibts noch einen hübschen Film vom Flug eines Hubschraubers entlang der Eruptionsspalte und des Lavaflusses, der sich unterhalb der Krater gebildet hat. Auch sind einige sehr hohe Lavafontainen zu sehen.

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Entwicklung am Bárðarbunga [27.]

by Christian on 4 October, 2014

Die Holuhrauneruption ist nach wie vor unvermindert aktiv und fördert große Lavamengen zutage. Die bedeckte Landfläche dürfte die 50 Quadratkilometermarke mittlerweile überschritten haben, die letzten Daten vom 02. Oktober sprechen von etwa 48 Quadratkilometern. Problematisch für die Geologen ist, das diese Woche im Hochland erste stärkere Schneefälle eingesetzt haben, die die meisten Pisten unpassierbar gemacht haben. Auch mit großen Jeeps wird die Feldarbeit und die aktuelle Vermessung des Lavafeldes jetzt deutlich schwieriger, so das jetzt wohl erstmal weniger Daten anfallen. Die untenstehende Karte von der Ausbreitung der Lava ist deshalb auch eine Überlagerung aus gemessenen Daten (die Linie im Nordwesten) und aus Satellitendaten abgeschätzen Daten (die weisse Fläche, die hier die maximale Ausbreitung darstellt).

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Karte von der Ausbreitung der Lava, veröffentlicht von der Universität von Island. Original hier.

Auch die Absenkung in der Bárðarbungacaldera geht unvermindert weiter wie die GPS-Daten klar anzeigen. Bisher ist aber auch hier die Lage ruhig. Die ruhige Entwicklung der letzten Wochen (stetige und ruhige Eruption und keine weitere Aktivität am Bárðarbunga) hat dazu geführt, das die Sitzungen des Krisenstabes des Zivilschutzes von täglich auf dreimal wöchentlich (Montags, Mittwochs und Freitags) reduziert worden sind. Ähnlich werde ich es hier im Blog halten und die Beitragsfrequenz über die Eruption den Ereignissen anpassen.

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Absenkung der Bárðarbungacaldera. Karte vom isländischen Wetterdienst, aktuelle Version hier.

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Drohnenflug über dem Vulkan

by Christian on 2 October, 2014

Bilder und Filme der Holuhrauneruption gibt es mittlerweile ja eine ganze Menge, der Film vom Direktor für Luftbilder des Drohnenherstellers DJI ist aber dann doch eine Ausnahme. Er zeigt die ausbrechende Lava von oben, sehr schön sieht man, wie dünnflüssig die kochende Lava ist.

Die Hitze ist dabei so gewaltig, das beim letzten Flug die Frontseite der eingesetzten Kamera geschmolzen ist. Der erste Film zeigt die Flugaufnahmen, der zweite ein “Making-of”, das auch ganz interessant ist. Bei beiden Filmen lohnt es sich, sie so gross wie möglich anzusehen.

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Vulkanausbruch und Publikationen

by Christian on 1 October, 2014

Die Eruption im Holuhraunlavafeld ist seit gestern einen Monat aktiv – das ist deutlich länger als es die Geologen erwartet haben. Die Eruption ist weiterhin stabil und breitet sich gut 2 Quadratkilometer am Tag aus – aktuell bedeckt das frische Lavafeld etwa 47 Quadratkilometer Land. Die Absenkung der Caldera der Bárðarbunga geht ebenfalls weiter, hier haben sich die tiefsten Stellen in den Eiskratern um etwa 30m abgesenkt. Da das Wetter in den letzten Tagen nördlich des Vatnajökull sehr schlecht war, wurde auch die Arbeit der Geologen behindert und es sind teilweise weniger bis keine Beobachtungsergebnisse gewonnen worden.

Die Eruption ist wissenschaftlich ausgesprochen interessant, ein Glücksfall ist hier, das die Gegend bereits mit Meßgeräten versehen war, bevor sich die Eruptionsspalte öffnete. Für die Geologin Þorbjörg Ágústsdóttir, die als Doktorandin der Universität von Cambridge Untersuchungen im Eruptionsgebiet vornimmt, ist das ein ausgesprochener Glücksfall. Sie beschreibt das ganze in einem Interview (auf englisch), welches hier zu finden ist.

Auch die erste wissenschaftliche Publikation über das Einströmen der Magma in den Untergrund, die Deformation der Caldera und die Erdbeben, die damit verbunden sind, ist jetzt erschienen. Sie trägt den Titel “Dike emplacement at Bardarbunga, Iceland, induces unusual stress changes, caldera deformation, and earthquakes“.

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Entwicklung am Bárðarbunga [26.]

by Christian on 29 September, 2014

Auch heute gibt es vom Vulkanausbruch keine wirklichen Neuigkeiten zu berichten. Die Lava breitet sich weiter aus und hat nach Angaben der Geologen ein Erupionsvolumen von gut 0,5 Kubikkilometern erreicht. Grösser ist jetzt nur noch die 13 monatige Eruption der Hekla im Jahr 1947. Sollte der Ausbruch mit der aktuellen Stärke weitergehen, rechnen die Geologen damit, das sie diese Marke in gut 2 Wochen hinter sich lassen werden. Die Lava bedeckt mittlerweile eine Fläche von etwa 44 Quadratkilometern.

Im isländischen Hochland hat mittlerweile der Winter begonnen und der erste Schnee ist gefallen. Die Erdbeben bei der Absenkung der Bárðarbungacaldera gehen weiter, das heutige Beben der Stärke 5.5 war bis nach Akureyri zu spüren. Die Absenkung liegt weiter bei 40-50 cm/tag.

Zum Abschluß noch ein paar bewegte Bilder des Filmemachers Stefan Erdmann. Neben der Eruption hat er auch noch Nordlichter mit abgelichter.

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Deutscher Tourist vermisst

by Christian on 28 September, 2014

In Island wird der deutsche Tourist Christian Mathias Markus vermisst. Er wurde zuletzt am 18. September gesehen, als er sein Hotel in Breiðavík in den Westfjorden verließ, danach ist er nicht mehr gesehen worden.

Nachdem die Familie sein Verschwinden den isländischen Behörden gemeldet hatte, wurde sein Auto am Parkplatz in Látrabjarg entdeckt. Die Polizei, der Rettungsdienst und ein Hubschrauber der Küstenwache konnten trotz einer grossangelegten Suchaktion in der Region keine Spur des Mannes entdecken.

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Lava versperrt Strasse

by Christian on 27 September, 2014

Von der isländischen Eruption gibt es keine Veränderungen zu melden. Der Ausbruch läuft weiter wie in den letzten Tagen, auch am Bárðarbunga gehen die Erdbeben und die Absenkung des Calderabodens weiter.

Die einzige wirkliche Neuigkeit ist, das die Lava mittlerweile die westlich der Eruptionsstelle gelegene Strasse F910 erreicht, überflossen und damit permanent geschlossen hat. Das ist an sich nicht wirklich schlimm, da in der Ebene ausreichend Platz vorhanden ist um die Strasse nach dem Ende der Eruption zu verlegen. Die Karte zeigt die ungefähre Ausbreitung der letzten Tage.

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Ausbreitung der Lava bis zum 26.09.2014. Karte veröffentlicht von der Universität von Island, Original und höher aufgelöste Version hier.

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Satellitenbilder und Schwefeldioxid

by Christian on 25 September, 2014

Die Eruption im Holuhraunlavafeld ist weiterhin stabil und breitet sich aus, die NASA hat heute mal wieder Bilder veröffentlicht, die das schön zeigen. Das erste Bild ist ein Infrarotbild auf dem die heisse Lava sehr gut zu sehen ist, neben dem Krater in der linken unteren Bildecke sieht man schön, wo sie sich in den letzten Tagen ausgebreitet hat. Die Spitze des Lavafeldes zeigt nur noch vereinzelte heisse Zonen an der Oberfläche, darunter ist es auch weiterhin sehr heiß.

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Satellitenbilder des NASA Earth Observatory Satelliten, Quelle und hochaufgelöste Bilder hier.

Das zweite Bild zeigt das Eruptionsgebiet im sichtbaren Licht und darauf erkennt man ausser der Eruptionswolke nicht besonders viel. Diese Eruptionswolke ist aber nach wie vor ein Problem, da sie erhebliche Mengen an Schwefeldioxid enthält. In den letzten Tagen waren vor allem wieder einmal die Regionen in Ostisland um Reyðarförður und am Mývatn betroffen.

Die Schätzungen wieviel Schwefeldioxid im Moment freigesetzt wird schwanken etwas und verlässliche Zahlen sind schwer zu finden. Die Geologen gehen aber aktuell von 20-30.000 Tonnen pro Tag aus, was mehr ist, als in der gesamten Europäischen Union freigesetzt wird (dort sind es geschätzte 14.000 Tonnen/Tag).

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