Luftbelastung in Reykjavik

by Christian on 10 October, 2014

Die Eruption setzt nach wie vor neben Lava auch grosse Mengen an Schwefeldioxid frei. Haben diese Emissionen bisher eher den Norden Islands getroffen, so ist seit einigen Tagen die vorherrschende Windrichtung anders und es verbläst die Wolke in Richtung Süd bis Südwestisland bis nach Reykjavik. Hier sind in den letztenTagen mehrfach Werte über 600 Mikrogramm Schwefeldioxid gemessen worden, was eine hohe Belastung darstellt. Die Werte der untenstehenden Graphik zeigen die Werte der Meßstation Norðlingaholt in Reykjavik (alle Meßstationen Islands sind hier zu finden):

141010 SO2 Nordlingaholt

Schwefeldioxidwerte der Meßstation Norðlingaholt.

Die Belastung ist auch auf Satellitenbildern als blauer Dunst zu erkennen und führt dazu, das die Fernsicht stark eingeschränkt wird. Sie führt durch erhöhte Streuung des Lichtes an den Aerosolen der Atmosphäre auch zu spektakulären Sonnenuntergängen. Dazu gibt es hier und hier Presseberichte mit Fotos.

Die bläuliche Gaswolke lässt sich auch gut aus dem Weltall von Satelliten beobachten wie dieses Bild vom 08. Oktober zeigt:

141009 Iceland.2014281.terra

Die Schwefeldioxidbelastung über Südwestisland ist gut als Wolke zu erkennen. Klick aufs Bild führt zur höher aufgelösten Version, Original von der NASA hier . Ebenfalls aus dem All durch NASA Satelliten wird die Zugrichtung der Wolke gemessen:

141009 Iceland aura omi so2

Schwefeldioxidmessung durch die NASA mit Aura/OMI, aktuelle Version hier .

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Satellitenbilder der Eruption

by Christian on 8 October, 2014

In Island hat letzte Woche der Winter begonnen – das gilt besonders für das Hochland. Interessant ist das für die Region um die Holuhrauneruption, da hier nur dort Schnee liegenbleibt, wo keine frische (und damit warme bis heiße) Lava ausgeströmt ist. Die beiden Satellitenbilder der NASA zeigen einen Ausschnitt mit der ausbrechenden Vulkanspalte etwa in der Bildmitte. Beim Klick aufs Bild gibt es eine Version mit der gesamten Insel, wer die hochaufgelösten Bilddaten haben will, folgt dem Bildlink unter dem Bild.

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Echtfarbenaufnahme des Eruptionsgebietes. Die frische Lava und auch die Dampfsäulen sind gut zu sehen. Bild von der NASA, Original und höher aufgelöste Version hier.

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Infrarotaufnahme des Eruptionsgebietes, das Bild zeigt keine realen, sondern Falschfarben. Aufgrund des anderen Spektrum ist die heisse Lava hier erheblich besser zu sehen. Bild von der NASA, Original und höher aufgelöste Version hier.

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Entwicklung am Bárðarbunga [28.]

by Christian on 8 October, 2014

Die Eruption läuft weiterhin stabil und breitet sich weiter aus und bedeckt mittlerweile mindestens 52,7 Quadratkilometer (die letzten Zahlen zur Fläche stammen vom letzten Wochenende, die Ausbreitung dürfte mittlerweile grösser sein). Auch am Bárðarbunga gibt es keine Veränderungen, die Caldera senkt sich weiterhin ab und es gibt auch weiterhin Erdbeben.

Für Aufregung sorgten gestern Bilder im Internet, die eine Gruppe kasachischer Milliardäre dicht vor der Lava zeigten. Diese hatten sich einen Hubschrauber gemietet und waren ohne Genehmigung in der Sperrzone gelandet. Glück für sie war, das der Wind in die richtige Richtung stand und sie damit nicht plötzlich in einer Schwefeldioxidwolke standen (was dicht an der Eruptionsstelle schnell lebensgefährlich wird). Die Polizei zeigte sich wenig amüsiert und ermittelt in dem Fall. Und es sieht so aus als hätte der Vorfall zumindest für den Hubschrauberpiloten Konsequenzen.

Dann bin ich auf ein Interview mit dem Geologieprofessor Robert White von der Universität von Cambridge gestossen. Seine Arbeitsgruppe untersucht eigentlich Mikrobeben an der Askja und hat dazu ein grosses Meßfeld aus Seismometern aufgebaut. Da sich die Holuhrauneruption aber in derselben Gegend ereignete (und zusätzliche Geräte aufgestellt werden konnten), wurde diese Eruption seismisch in allen Einzelheiten aufgezeichnet, was sie wohl zur am genauesten beobachteten Eruption aller Zeiten macht. White bezeichnet das im Interview als “Luck and Lava” (“Glück und Lava”).

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Hubschrauberflug über die Eruption

by Christian on 5 October, 2014

Zum Sonntag gibts noch einen hübschen Film vom Flug eines Hubschraubers entlang der Eruptionsspalte und des Lavaflusses, der sich unterhalb der Krater gebildet hat. Auch sind einige sehr hohe Lavafontainen zu sehen.

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Entwicklung am Bárðarbunga [27.]

by Christian on 4 October, 2014

Die Holuhrauneruption ist nach wie vor unvermindert aktiv und fördert große Lavamengen zutage. Die bedeckte Landfläche dürfte die 50 Quadratkilometermarke mittlerweile überschritten haben, die letzten Daten vom 02. Oktober sprechen von etwa 48 Quadratkilometern. Problematisch für die Geologen ist, das diese Woche im Hochland erste stärkere Schneefälle eingesetzt haben, die die meisten Pisten unpassierbar gemacht haben. Auch mit großen Jeeps wird die Feldarbeit und die aktuelle Vermessung des Lavafeldes jetzt deutlich schwieriger, so das jetzt wohl erstmal weniger Daten anfallen. Die untenstehende Karte von der Ausbreitung der Lava ist deshalb auch eine Überlagerung aus gemessenen Daten (die Linie im Nordwesten) und aus Satellitendaten abgeschätzen Daten (die weisse Fläche, die hier die maximale Ausbreitung darstellt).

141004 hraun hitamynd 20141002 ij

Karte von der Ausbreitung der Lava, veröffentlicht von der Universität von Island. Original hier.

Auch die Absenkung in der Bárðarbungacaldera geht unvermindert weiter wie die GPS-Daten klar anzeigen. Bisher ist aber auch hier die Lage ruhig. Die ruhige Entwicklung der letzten Wochen (stetige und ruhige Eruption und keine weitere Aktivität am Bárðarbunga) hat dazu geführt, das die Sitzungen des Krisenstabes des Zivilschutzes von täglich auf dreimal wöchentlich (Montags, Mittwochs und Freitags) reduziert worden sind. Ähnlich werde ich es hier im Blog halten und die Beitragsfrequenz über die Eruption den Ereignissen anpassen.

141004 barc gps 3d is

Absenkung der Bárðarbungacaldera. Karte vom isländischen Wetterdienst, aktuelle Version hier.

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Drohnenflug über dem Vulkan

by Christian on 2 October, 2014

Bilder und Filme der Holuhrauneruption gibt es mittlerweile ja eine ganze Menge, der Film vom Direktor für Luftbilder des Drohnenherstellers DJI ist aber dann doch eine Ausnahme. Er zeigt die ausbrechende Lava von oben, sehr schön sieht man, wie dünnflüssig die kochende Lava ist.

Die Hitze ist dabei so gewaltig, das beim letzten Flug die Frontseite der eingesetzten Kamera geschmolzen ist. Der erste Film zeigt die Flugaufnahmen, der zweite ein “Making-of”, das auch ganz interessant ist. Bei beiden Filmen lohnt es sich, sie so gross wie möglich anzusehen.

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Vulkanausbruch und Publikationen

by Christian on 1 October, 2014

Die Eruption im Holuhraunlavafeld ist seit gestern einen Monat aktiv – das ist deutlich länger als es die Geologen erwartet haben. Die Eruption ist weiterhin stabil und breitet sich gut 2 Quadratkilometer am Tag aus – aktuell bedeckt das frische Lavafeld etwa 47 Quadratkilometer Land. Die Absenkung der Caldera der Bárðarbunga geht ebenfalls weiter, hier haben sich die tiefsten Stellen in den Eiskratern um etwa 30m abgesenkt. Da das Wetter in den letzten Tagen nördlich des Vatnajökull sehr schlecht war, wurde auch die Arbeit der Geologen behindert und es sind teilweise weniger bis keine Beobachtungsergebnisse gewonnen worden.

Die Eruption ist wissenschaftlich ausgesprochen interessant, ein Glücksfall ist hier, das die Gegend bereits mit Meßgeräten versehen war, bevor sich die Eruptionsspalte öffnete. Für die Geologin Þorbjörg Ágústsdóttir, die als Doktorandin der Universität von Cambridge Untersuchungen im Eruptionsgebiet vornimmt, ist das ein ausgesprochener Glücksfall. Sie beschreibt das ganze in einem Interview (auf englisch), welches hier zu finden ist.

Auch die erste wissenschaftliche Publikation über das Einströmen der Magma in den Untergrund, die Deformation der Caldera und die Erdbeben, die damit verbunden sind, ist jetzt erschienen. Sie trägt den Titel “Dike emplacement at Bardarbunga, Iceland, induces unusual stress changes, caldera deformation, and earthquakes“.

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Entwicklung am Bárðarbunga [26.]

by Christian on 29 September, 2014

Auch heute gibt es vom Vulkanausbruch keine wirklichen Neuigkeiten zu berichten. Die Lava breitet sich weiter aus und hat nach Angaben der Geologen ein Erupionsvolumen von gut 0,5 Kubikkilometern erreicht. Grösser ist jetzt nur noch die 13 monatige Eruption der Hekla im Jahr 1947. Sollte der Ausbruch mit der aktuellen Stärke weitergehen, rechnen die Geologen damit, das sie diese Marke in gut 2 Wochen hinter sich lassen werden. Die Lava bedeckt mittlerweile eine Fläche von etwa 44 Quadratkilometern.

Im isländischen Hochland hat mittlerweile der Winter begonnen und der erste Schnee ist gefallen. Die Erdbeben bei der Absenkung der Bárðarbungacaldera gehen weiter, das heutige Beben der Stärke 5.5 war bis nach Akureyri zu spüren. Die Absenkung liegt weiter bei 40-50 cm/tag.

Zum Abschluß noch ein paar bewegte Bilder des Filmemachers Stefan Erdmann. Neben der Eruption hat er auch noch Nordlichter mit abgelichter.

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Deutscher Tourist vermisst

by Christian on 28 September, 2014

In Island wird der deutsche Tourist Christian Mathias Markus vermisst. Er wurde zuletzt am 18. September gesehen, als er sein Hotel in Breiðavík in den Westfjorden verließ, danach ist er nicht mehr gesehen worden.

Nachdem die Familie sein Verschwinden den isländischen Behörden gemeldet hatte, wurde sein Auto am Parkplatz in Látrabjarg entdeckt. Die Polizei, der Rettungsdienst und ein Hubschrauber der Küstenwache konnten trotz einer grossangelegten Suchaktion in der Region keine Spur des Mannes entdecken.

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Lava versperrt Strasse

by Christian on 27 September, 2014

Von der isländischen Eruption gibt es keine Veränderungen zu melden. Der Ausbruch läuft weiter wie in den letzten Tagen, auch am Bárðarbunga gehen die Erdbeben und die Absenkung des Calderabodens weiter.

Die einzige wirkliche Neuigkeit ist, das die Lava mittlerweile die westlich der Eruptionsstelle gelegene Strasse F910 erreicht, überflossen und damit permanent geschlossen hat. Das ist an sich nicht wirklich schlimm, da in der Ebene ausreichend Platz vorhanden ist um die Strasse nach dem Ende der Eruption zu verlegen. Die Karte zeigt die ungefähre Ausbreitung der letzten Tage.

140927 hraun yfirlitskort 20140926 ij

Ausbreitung der Lava bis zum 26.09.2014. Karte veröffentlicht von der Universität von Island, Original und höher aufgelöste Version hier.

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