Ausbreitung der Schwefeldioxidwolke

by Christian on 13 September, 2014

Von der Schwefeldioxidwolke war in den letzten Tagen immer mal wieder die Rede. Heute wurde ein Kurzfilm veröffentlicht, der das Gas als weisse Wolke sichtbar zeigt. Er beruht auf Satellitenbildern des Wettersatelliten Meteosat.

Die Bilder zeigen auch, das die Belastung ausserhalb Islands zwar messbar (und in einigen Fällen auch zu riechen) ist, aber keine besonders hohen Konzentrationen herrschen.

Von der Eruption wurde ein weiteres kurzes Video veröffentlich, dieses Mal aufgenommen mit Hilfe einer Drone aus etwa 100m Flughöhe. Neben dem Eruptionskrater ist auch die Ausbreitung des Lavafeldes einigermassen zu erahnen.

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Entwicklung am Bárðarbunga [18.]

by Christian on 12 September, 2014

Auch heute gibt es nur relativ wenig zu berichten, da die Eruptionslage unverändert geblieben ist. Der Ausbruch ist unverändert relativ stark. Nach dem GPS Daten nimmt die Ausdehnung der Magmaintrusion zu, was darauf hindeutet das immer noch reichlich frische Magma nach oben drückt. Es kommt weiterhin zur Interaktion zwischen Lava und dem Wasser der Jökulsá, dazu hat heute die Univesität von Island ein interessantes Foto veröffentlicht:

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Foto veröffentlicht von der Universität von Island, Fotograf Finnur Pálsson. Original hier.

Man sieht schön, das die Jökulsá im Moment mehr oder weniger neben dem neuen Lavafeld entlangfliesst und nicht besonders viel Dampf entsteht. Wenn sie sich weiter in den Fluß schiebt, wird sich das aber möglicherweise noch ändern.

Weiterhin problematisch sind die hohen Mengen an Schwefeldioxid die durch die Eruption in die Umwelt gelangen. Hier ist durch die Windrichtung immer noch Ostisland stark betroffen.

Durch die konstante Eruption im Holuhraun Lavafeld hat sie die Magmaintrusion unterirdisch nicht mehr weiter nach Norden in Richtung der Askja ausgebreitet. Ein Ausbruch wird hier nicht mehr befürchtet, der Status der Askja ist deshalb von “gelb” auf “grün” verändert worden. Siehe auch die Vulkanstatuskarte.

Die isländische Regierung bereitet sich auf die Möglichkeit einer grösseren Eruption vor (auch wenn sie möglicherweise nicht kommt). Neben der Aufstellung von Krisenplänen (bzw. deren Aktualisieren und Anpassung), wurden heute die Frequenzen zweier Langwellenradiosender bekanntgegeben. Diese dienen der Versorgung mit Informationen, falls es aufgrund eines Vulkanausbruchs (oder eines damit verbundenen Gletscherlaufs) zur weiträumigen Stromausfällen kommt.

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Langwellensender in Island. Karte von RÚV.

Für die Abdeckung Islands benötigt man nur zwei Sender, was die Versorgung durch Notstrom erheblich einfacher macht. Gesendet würde auf 189 und 207 kHz. Nähere Informationen bei RÚV.

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Entwicklung am Bárðarbunga [17.]

by Christian on 11 September, 2014

Zur Eruption gibt es keine grossen, aber einige kleinere Nachrichten. Der Ausbruch geht aktuell weiter wie in den letzten Tagen, es ist allerdings nur noch ein einziger Krater wirklich aktiv. Auf die ausgestossene Lavamenge scheint sich das allerdings nicht auszuwirken. Wie auf der Karte über die Lavaausbreitung gut zu sehen ist, läuft die Hauptausbreitungsrichtung im Moment mehr oder weniger parallel zur Jökulsá á Fjöllum und nicht direkt in den Fluß hinein. Es kommt zwar immer wieder zur Interaktion zwischen Wasser und Lava, aber eine grosse Dammbildung gibt es bisher nicht.

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Karte veröffentlicht von der Universität von Island, Original hier.

Das könnte sich in den nächsten Tagen ändern, wenn die Lava den Fuß des Schildvulkans Vaðalda erreicht, von dem sie im Moment etwa 2km entfernt ist. Am Fuß des Vaðalda fliesst ein Fluss, der dann möglicherweise durch die Lava den Weg versperrt bekommt.

Die Erdbebentätigkeit hat weiterhin abgenommen und ist im Moment auf relativ niedrigem Niveau immer noch vorhanden. Ebenfalls vorhanden sind stärkere Beben im Bereich der Caldera des Bárðarbunga, die mit dem absinken des Calderabodens in Verbindung gebracht werden.

Die aus der Eruption freiwerdende Schwefeldioxid sorgt aufgrund der Windlage vor allem in Ostisland für eine relativ starke Luftverschmutzung. In Reydarfjörður war das gestern so schlimm. das die Umweltbehörde vom Aufenthalt im Freien abriet. Mit Höhenwinden werden die Gase auch nach Skandinavien und auf die britischen Inseln verblasen, so gibt es Berichte über Schwefelgeruch aus Norwegen, die auf die Eruption zurückgeführt werden. Details gibt es hier.

Zum Abschluß noch ein kurzes Video, was wieder einmal sehr nette Aufnahmen der Eruption zeigt.

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Was kann am Bárðarbunga passieren?

by Christian on 10 September, 2014

Dieser Artikel beschäftigt sich mit möglichen Szenarien, die die isländischen Geologen im Bereich der Caldera des Bárðarbunga für möglich halten. Eine derartige Situation (Caldera unter Gletscher, Absinken derselben etc.) ist bisher noch nicht beobachtet worden und stellt für die Wissenschaftler spannendes Neuland dar. Eine Aussage dazu ob überhaupt etwas passiert und welches der möglichen Szenarien eintritt, kann niemand machen.

Ebenso sind die Folgen unklar, ich bitte also von weiteren Fragen, ob es zu Ascheausbrüchen oder der Beeinträchtigung des Flugverkehrs kommen wird, abzusehen. Zudem haben sich seit 2010 die Regularien, wie bei Asche in der Luft zu verfahren ist bzw. auch welche Grenzkonzentrationen an Partikeln in der Luft vorhanden sein dürfen, um einen gefahrlosen Flugbetrieb zu gewährleisten, geändert. Bereits der Ausbruch des Grímsvötn 2011 (der mehr als doppelt soviel Asche in die Luft schleuderte wie der Eyjafjallajökull) hat den Flugbetrieb kaum beeinflusst.

In den letzten Tagen kam es ja, wie ich schon mehrfach berichtet habe, zu einer grösseren Absenkung des Calderabodens des Bárðarbunga und damit verbunden zu Einsenkungen im Eis des darüberliegenden Gletschers. Den Geologen macht diese Einsenkung einiges an Sorgen, da sie nicht wissen, wie sich diese Veränderungen auswirken werden. Auf Basis der vorhandenen Daten haben sie drei Modelle erstellt, die sie für möglich halten, die aber (ich wiederhole mich hier) nicht eintreten müssen. Die Modelle und Graphiken sind von Magnús Tumi Guðmundsson und Páll Einarsson von der Universität von Island erstellt.

Im ersten Fall kommt es zu weiteren Absenkungen im Bereich der Caldera durch die weitere Entleerung der Magmakammer des Bárðarbunga. Die Magma tritt weiterhin ohne Komplikationen im Bereich Holuhraun aus und kommt irgendwann zum erliegen. Es gibt keine weiteren Komplikationen. Die Graphik zeigt den sich bewegenden Calderaboden und die Magmakammer sowie den Abfluß der Magma in Richtung Holuhraun.

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Graphik von Magnús Tumi Guðmundsson und Páll Einarsson von der Universität von Island. Original hier.

Szenario B ähnelt Szenario A sehr stark, es kommt aber zu einer erheblich stärkeren Absenkung des Calderabodens. Es tritt zudem bei Holuhraun erheblich mehr Lava aus und die Eruption ist möglicherweise sehr viel langlebiger als im ersten Szenario.

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Graphik von Magnús Tumi Guðmundsson und Páll Einarsson von der Universität von Island. Original hier.

In Szenario C kommt es zu einer starken Absenkung des Calderabodens und infolgedessen kollabiert dieser entweder oder wird an einer der Bruchkanten entlang der Bewegungsrichtung “undicht” und Magma steigt auf. Diese kommt dann in Kontakt mit Eis (und Wasser) was zur Entwicklung grosser Mengen an Wasserdampf, dem schmelzen des Gletscher und möglicherweise der Entwicklung grosser Aschemengen führt. Es ist auch wahrscheinlich, das in diesem Szenario die aktuelle Holuhraun Eruption stoppt und die Lava am Bárðarbunga ausbricht. In diesem Szenario entsteht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine grosse Menge an Schmelzwasser, die zu einem Gletscherlauf führen wird. Weitere Informationen hierzu sind (auf Englisch) im Blog von David McGarvie zu finden.

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Graphik von Magnús Tumi Guðmundsson und Páll Einarsson von der Universität von Island. Original hier.

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Randbemerkungen zur Eruption

by Christian on 10 September, 2014

Neben den “grossen” Nachrichten sammeln sich im Laufe der Zeit auch immer wieder kleinere, aber eigentlich nicht weniger interessante Nachrichtenstückchen an. Die von den Geowissenschaftlern im Eruptionsgebiet aufgestellten Meßgeräten sind per Mobilfunk angebunden, damit man ihre Meßdaten möglichst in Echtzeit erhalten und auswerten kann. Da der Netzausbau im isländischen Hochland eher schwach bis nicht vorhanden ist, führte das zur Situation, das die vorhandenen Übertragungskapazitäten ausgelastet waren.

Um Abhilfe zu schaffen platzierte der Mobilfunkprovider Siminn eine mobile Basisstation im Einsatzgebiet (die wird normalerweise bei Großereignissen wie der Kulturnacht eingesetzt um sehr vielen Teilnehmern einen Telefonzugang zum Netz zu ermöglichen) und hat damit das Problem gelöst. Die Region nördlich des Vatnajökull dürfte damit die Region des isländischen Hochlandes sein, die über die beste 3G-Anbindung verfügt.

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Mobile Basisstation bei der Aufstellung. Foto via @gislio.

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Mobilfunkabdeckung des Eruptionsgebietes. Karte vom isländischen Wetterdienst..

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Satellitenbilder der Eruption

by Christian on 9 September, 2014

Zum Abend gibt es heute nicht viel zu berichten, ausser das der Vulkanausbruch nach wie vor seine Lava durch die Spalten zu Tage fördert. Probleme gibt es an der Eruptionsspalte nach wie vor mit gefährlich hohen Schwefeldioxidkonzentrationen, die die Arbeit der Wissenschaftler dort immer wieder schwierig macht.

Ansonsten gibt es zwei neue Satellitenbilder der NASA von Landsat 8, die sowohl die Eruptionsstelle als auch das weitere Umfeld sehr schön zeigen. Das Bild gibt es im Original auf der NASA Webseite auch in hoher Auflösung.

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Satellitenfotos der NASA von der Ausbruchsstelle. Das erste Bild ist ein vergrösserter Ausschnitt aus dem zweiten Bild. Original und hochaufgelöste Versionen bei der NASA.

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Gletscher über Bárðarbunga senkt sich weiter ab

by Christian on 9 September, 2014

Die in den letzten Tagen beobachtete Einsenkung des Gletschereises über dem Bárðarbunga hat sich fortgesetzt. Nach geologischen Maßstäben geschieht das rasend schnell, im Moment mit bis zu 90cm am Tag, so sich das die tiefsten Stellen im Eiskrater in den letzten Wochen um bis zu 18m abgesenkt haben. Die Geologen von der Universität von Island sagten dazu, das ein solcher Prozess noch nie zuvor quasi live beobachtet worden wäre. Die Graphik zeigt den Eiskrater über Bárðarbunga.

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Karte des Eiskraters über Bárðarbunga. Bild veröffentlicht von der Universität von Island, Original hier.

Ein dritter Eiskrater wurde am Sonntag bei einem Überwachungsflug über der Region im Dyngjujökull entdeckt, auch dort gibt es offenbar noch Aktivitäten, die das Eis verändern. Genau wie die beiden anderen Eiskrater befindet er sich in einer Linie mit der Eruptionsspalte. Es wird angenommen, das diese Krater durch kleine subglaziale geothermale Aktivität hervorgerufen worden sind. Diese ist zumindest im Moment aber so klein, das es nicht zu grösseren Auswirkungen kommt. So ist beispielsweise der Wasserstand der Jökulsá á Fjöllum nicht erhöht, allerdings könnte diese Aktivität die erhöhte Leitfähigkeit im Wasser erklären, die in den letzten Tagen gemessen wurde.

Die Eruption im Holuhraunlavafeld geht unterdessen weiter und die Lava fliesst weiterhin in Richtung der Jökulsá á Fjöllum. Dort kam es durch die Interaktion von heisser Lava und Wasser/nassem Sand zu Dampfexplosionen, die einen ersten Pseudokrater formten (diese entstehen, wenn Lava über wassergesättigte Schichten fliesst und der dabei entstehende Dampf nicht entweichen kann. Wird der Druck zu hoch, reisst die Dampfexplosion einen Krater auf). Dazu passen auch die Berichte, das Geologen einige Kilometer vom Ausbruchsort entfernt über Tephrafall (kleine, leichte Lavastücke) berichteten, die von den Dampfexplosionen in den Himmel geschleudert sein könnten.

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Entwicklung am Bárðarbunga [16.]

by Christian on 8 September, 2014

Die Eruption im Holuhraun Lavafeld geht unvermindert weiter, die ausgeworfene Lavamenge bedeckt mittlerweile über 19 Quadratkilometer Land. Dabei sind 100 Mio Kubikmeter Lava ausgeworden worden, der Lavastrom hat sich gestern mit bis zu 100 m/h ausgebreitet, was für ein so zähflüssiges Material sehr schnell ist. Die Spitze des Lavastroms kommt mittlerweile in Kontakt mit dem Wasser der Jökulsá á Fjöllum, aber bis auf Dampfentwicklung ist bisher nichts passiert. Die Karte zeigt in orange das Fortschreiten der Lava bis gestern abend, der Fortschritt über Nacht ist mit der gelben Linie markiert.

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Karte der Lavaausbreitung von der Universität von Island. Original und höher aufgelöste Versoin hier.

Die Eruptionsstelle setzt erhebliche Mengen an Schwefeldioxid frei, das giftig und umweltschädlich ist. In Ostisland führt dort zu den höchsten Konzentrationen dieses Gases, die dort je gemessen worden sind. Die Gase der Eruption führen dort auch zu einem bläulichen Nebel. Die Schwefeldioxidwolke treibt auch über den Atlantik und sorgt in anderen Ländern für deutlich höhere Konzentrationen in der Luft. An der Ausbruchsstelle waren die Konzentrationen gestern teilweise so hoch, das sich die Wissenschaftler trotz Schutzmasken zurückziehen mussten, um eine Gesundheitsgefährdung auszuschliessen.

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Ausbreitung der Schwefeldioxidwolke in Richtung Grossbritannien am 05.09.2014. Daten von hier.

Die Schwefeldioxidwolke hat sich zwischenzeitlich bis nach Grossbritannien und Irland ausgebreitet, in den letzten Tagen ist das aufgrund veränderter Windrichtungen aber wieder anders. Jetzt ist überwiegend der Osten Islands betroffen. Unten ein Meßdiagram aus Dublin/Irland vom 06.09.2014:

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Schwefeldioxidmessungen aus Irland vom 06.09.2014, Original hier.

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Entwicklung am Bárðarbunga [15.]

by Christian on 7 September, 2014

Zum Abend noch eine kurze Zusammenfassung, was heute im Eruptionsgebiet so passiert ist. Die temporären Zugangsbeschränkungen für Wissenschaftler und Medien sind im Moment wieder aufgehoben, da man offenbar keine unmittelbare Gefahr für einen Aufenthalt sieht. Das kann sich natürlich auch schnell wieder ändern.

Die Lava fliesst weiter mit 100-200 Kukibmetern/Sekunde und hat mittlerweile den Westrand der Jökulsá á Fjöllum erreicht. Dabei kommt es zu kleineren Dampfexplosionen, inwiefern die Lava weiter in den Fluss vordringt, werden die nächsten Tage zeigen. Die Karte von der Ausbreitung der Lava stammt von gestern, demnach sind mindestens 16 Quadratkilometer Land mit frischer Lava bedeckt.140907 Lavaausdehnung

Karte der Lavaausbreitung von der Universität von Island/isländische Küstenwache. Original hier.

Die Zahl der Erdbeben hat weiter abgenommen und liegt aktuell bei gut 170 am Tag, es ereignen sich weiterhin relativ schwere Beben im Bereich des Bárðarbunga, die als Entspannungsbeben infolge der Setzungen interpretiert werden. Die aktuellen Erdbebenzahlen finden sich hier .

In der Eruptionsspalte sind im wesentlichen drei Krater aktiv, die jetzt von den Wissenschaftlern vorläufig benannt worden sind (die endgültige Benennung unterliegt einem speziellen Namenskommittee) um die Arbeit zu vereinfachen. So sind die Namen der Krater jetzt Norðri (der Nördliche), Baugur (Ring/Bogen) and Suðri (der Südliche). Die Spalte die sich südlich des Hauptfeldes gebildet hatte, hat ihre Eruptionstätigkeit mittlerweile eingestellt.

In der Eruptionszone hat man eine vulkanische Besonderheit entdeckt, das sog. “Haar der Pele“. Dabei handelt es sich um vulkanisches Glas das vom Wind verblasen wird und deshalb zu sehr langen dünnen Fäden auszogen wird. Die isländische Bezeichnung dafür ist “Nornahár” oder auch Hexenhaar.

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Haar der Pele. Bild von der Universität von Island/Thor Thordason. Original hier .

In den letzten Tagen ist die Dampfwolke über der Eruptionsspalte durch die Thermik bis in Höhen von 5000m getragen worden. Wissenschaftler haben dann eine Thermokamera auf die Stelle gerichtet und dabei sehr interessante Aufnahmen gemacht. Sie zeigen einen “vulkanischen Tornado” mit sehr heisser Luft im Zentrum der Wolke (was dann wohl auch die Thermik und das hohe Aufsteigen der Wolke verursacht hat).

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Absenkungen am Bárðarbunga

by Christian on 7 September, 2014

In den letzten Tagen hat sich das Gletschereis über dem Bárðarbunga um bis zu 15m abgesenkt. Geologen begründen dies mit aus der Magmakammer des Vulkans ausströmender Magma, die sich in Richtung der Eruption im Holuhraun Lavafeld bewegt. Zusammengerechnet sind ungefähr 250 Mio Kubikmeter Magma aus der Magmakammer ausgeströmt um eine solche Einsenkung zu erzeugen. Diese Absenkung ist die stärkste in Island seit der Bildung der Caldera der Askja 1875 (die mit über 300m aber erheblich grösser war). Die Universität von Island hat dazu eine Karte veröffentlicht, die zeigt, welche Regionen wie stark betroffen sind.

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Karte der Absenkungen im Gletschereis über dem Bárðarbunga. Karte von der Universität von Island, Original und höher aufgelöste Version hier.

Zusätzlich wurde noch eine weitere sehr interessante Graphik veröffentlicht. Sie zeigt im untersten Bild eine Skizze der Caldera des Bárðarbunga mit dem darüberliegenden Gletschereis, das eine Stärke von 6-800m hat. In der mittleren Graphik ist eine Vermessung der neuen Absenkung zu sehen (der kleine Kartenausschnitt rechts zeigt den Verlauf der Messung), die bis zu 15m tief ist. Im obersten Bild sind beide Daten übereinandergelegt. Man sieht in Blau die Stärke des Gletschereises beruhend auf einer Messung von 2011, die schwarze Linie zeigt die neue Stärke nach dem Absinken des Erdbodens.

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Veränderungen am Gletscher oberhalb des Bárðarbunga nach dem Absinken. Graphik von der Universität von Island, Original hier.

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