Entwicklung am Bárðarbunga [13.]

by Christian on 5 September, 2014

Die Universität von Island hat heute im Laufe des Tages eine Karte der neuen Eruptionsspalte veröffentlicht, die sich südlich der bisherigen Eruptionstelle befindet. Auf der Karte sieht man auch die Position der Lava heute morgen kurz vor der Jökulsá á Fjöllum.

140905 holuhraun 2014-09-05 ij

Karte der neuen Eruptionsspalte veröffentlicht von der Universität von Island. Original hier.

Wie sich die Situation weiter entwickeln wird, ist aktuell noch unklar. Solange es hier keine Klarheit gibt, inwiefern sich die Spalte in Richtung Gletscher ausbreitet, bleibt der Zugang zur Region gesperrt. Zusätzlich zeigen Messungen in der Jökulsá eine erhöhte Leitfähigkeit, wie sie durch die Freisettzung geothermalen Schmelzwassers geschehen kann. Dabei werden im Wasser gelöste Stoffe gemessen. Da Gletscherwasser normalerweise nur sehr wenig davon enthält, Wasser was mit geothermalen Quellen/Lava in Kontakt gekommen ist, aber deutlich mehr, kann man das als Indikator für die Aktivität nehmen.

Den GPS-Daten zufolge hat sich die Ausdehnung an der Oberfläche in den letzten Tagen etwas verlangsamt, sie ist aber immer noch vorhanden. Das deutet auf einen reichlichen Nachschub an Magma aus tieferen Schichten hin. Bereits gestern sind die Aufnahmen gemacht worden, die RÚV heute ausgestrahlt hat. Sie zeigen neben Wissenschaftlern bei der Arbeit auch langsam über den Sand kriechende Lava (das ist allerdings im Zeitraffer und nicht in Echtzeit). Im diesem Posting von gestern gibt es mittlerweile eine neue Version des Videos mit englischen Untertiteln.

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Wartungsarbeiten

by Christian on 5 September, 2014

Aktuell machen es Wartungsarbeiten am System, das das Blog betreibt, nötig, das Blog heute nachmittag/abend mehrfach in den Wartungsmodus zu versetzen. Dabei wird dann auch das Problem mit den Kommentaren, das im Moment noch besteht, behoben. Wenn das Blog also nicht läd oder eine Fehlermeldung ausgibt, bitte nicht in Panik geraten, sondern ein paar Minuten warten und es dann noch einmal neu laden.

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Entwicklung am Bárðarbunga [12.]

by Christian on 5 September, 2014

In der Nacht haben sich etwa 1,5km südlich der der aktuellen Eruptionsspalte in Richtung des Dyngjujökull 2 km nördlich des Gletschers zwei weitere kleine Spalten geöffnet, aus denen Lava austritt. Das berichten übereinstimmend isländische Wissenschaftler und die Journalistin Lára Omarsdóttir, die heute morgen über die Ausbruchsstelle geflogen ist. Als Reaktion wurde zunächst der Zugang zur Ausbruchsregion wieder eingeschränkt, bis weitere Daten von einem aktuell stattfindenden Überwachungsflug vorliegen. Die Befürchtung der Geologen, das Spalte weiter in Richtung Süden aufbrechen könnte, scheint sich zu bewahrheiten. Ein kurzes Video der neuen Spalten findet sich bei RÚV .

Die Erdbebenaktivität bleibt auf niedrigerem Niveau mit etwa 300 Beben am Tag relativ stabil, allerdings ereignen sich weiterhin starke Beben in der Region des Bárðarbunga, in der letzten Nacht ein Beben der Stärke 4,4 und ein weiteres der Stärke 5,3. Dann gibt es einen interessanten Übersichtsartikel über die Eruption von einem Geologen der hier zu finden ist.

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Ausdehnung der Lava und Nachtaufnahmen

by Christian on 4 September, 2014

Zum Abend gibts keine wesentlichen Veränderungen, daher ein Bild und ein Video. Das Bild zeigt die Ausbreitung der Lava bis heute nachmittag und wurde von der Universität von Island veröffentlicht. Demnach bewegt sich die Lava weiter stetig auf die Jökulsá á Fjöllum zu und wird diese in wenigen Tagen erreichen. Wenn Wasser und Lava zusammentreffen, wird es zu Dampfexplosionen, lokalem Aschefall und umherfliegenden (heissen) Steinen kommen. Die Ausdehnung der Lava beträgt mittlerweile etwa 12 Quadratkilometer, ungefährt äquivalent zu 1700 Fußballfeldern.

140904 Lavaausbreitung

Dann hat der isländische Fernsehsender RÚV ein Video mit Nachtaufnahmen von der Eruption veröffentlicht, das absolut spektakulär ist. Am besten so gross anschauen, wie möglich. Der Kameramann Valdimar Leifsson sagte dazu: “Es verändert sich alles, wenn es Nacht wird. Ich habe wahrgenommen wie klein und unwichtig wir sind, verglichen mit den gewaltigen Kräften der Natur.” Das komplette Zitat findet sich im Link oben.

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Entwicklung am Bárðarbunga [11.]

by Christian on 4 September, 2014

Am Holuhraun Lavafeld hat sich die Lage gestern abend noch wieder beruhigt. Nachdem die Wissenschaftler und Journalisten, die sich in der Gegend aufhielten evakuiert worden waren weil verstärkter vulkanischer Tremor gemessen worden war, ging dieser gestern abend wieder zurück. Tremor entsteht unter anderem, wenn sich Magma unterirdisch bewegt. Nachdem sich die Spalte bis zum Gletscher ausgedehnt hatte, war eine mögliche subglaziale Eruption mit einer Flutwelle befürchtet worden. Heute morgen wurde die Sperrung wieder aufgehoben und die Geologen konnten zurück an die Arbeit gehen.

Ansonsten gibt es im Moment keine weiteren nennenswerten Veränderungen, die Lava tritt weiter konstant aus und bedeckt mittlerweile eine Fläche von etwa 10,8 Quadratkilometern. Die Zahl der Erdbeben ist weiterhin rückläufig und es ist unklar, ob und wie sich die Situation fortsetzt. Auf dem aktuellen Niveau könnte dieser Ausbruch nach Angabe der Geologen aber monatelang weitergehen. Die Eruption ist auch weiterhin aus dem All gut sichtbar, so veröffentlichte das NASA Earth Observatory ein weiteres Bild. Dieses ist zusammengesetzt aus zwei Einzelbildern, einmal eine normale Tagaufnahme der Region und dann eine Infrarotaufnahme bei Nacht für die Eruptionsstelle. Wer will kann sich das Bild auf der NASA Webseite auch in hoher Qualität herunterladen.

140904 holuhraun ali 2014239

Im isländischen Fernsehen (RÚV) gab es gestern abend einen interessanten Film über die Eruption. Er zeigt neben neuen Bildern auch ein Modell, wie die Eruption vor sich geht und einige alte Bilder aus Heimaey und einer alten Eruption des Grimsvötn. Der Kommentar ist zwar auf isländisch, die Version hat aber auch isländische Untertitel. Das Orignal mit einer erweiterten Beschreibung findet sich hier.

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Extrarunde im Flugzeug

by Christian on 4 September, 2014

Die Eruption im Holuhraun Lavafeld bekommt in Island auch eine ganze Menge Aufmerksamkeit. Gestern drehte ein Flug von Icelandair extra eine Runde über Eruptionsstelle um den Passagieren einen Blick zu ermöglichen. Dabei entstand auch dieses Foto, das prompt von Icelandair via Twitter verbreitet wurde:

140903 Icelandair Fenster

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Entwicklung am Bárðarbunga [10.]

by Christian on 3 September, 2014

An der Spalteneruption im Holuhraun Lavafeld gibt es keine wesentlichen Veränderungen, die Spalte spuckt weiter Lava aus und diese läuft weiter durchs Gelände. Die Ausbreitung zeigt sich auf dieser Karte der Universität von Island sehr schön:

140903 Lava Ausdehnung

Die rote Fläche ist die Ausdehnung am 01. September, die rote Linie die Ausdehnung am 02. September und die gelbe Linie die Ausdehnung am 03. September. Die von frischer Lava bedeckte Fläche liegt im Moment bei ca. 7 Quadratkilometern.

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Ausweitung der Eruption?

by Christian on 3 September, 2014

Radarbilder des täglichen Überwachungsfluges der isländischen Küstenwache zeigen, das sich der Riß in der Erdkruste aktuell weiter nach Süden ausweitet und am südlichsten Ende unter den Ausläufern des Dyngjujökull endet. Das erhöht die Chance für eine Überschwemmung nördlich des Gletschers beträchtlich, so das sich die Wissenschaftler, die in der Region arbeiten für heute zurückgezogen haben (das heisst nicht unbedingt, das es so kommen muss und auch nicht, das es unbedingt nennenswerte Mengen an Asche geben muss). Zusätzlich gibt es Berichte über einen Eiskrater im Dyngjujökull, der mindestens 1km lang ist (zu den anderen Dimensionen ist bisher nichts berichtet worden). Der vulkanische Tremor ist seit heute nachmittag ebenfalls deutlich erhöht.

140903 Radarbild Holuhraun

Radarbild des Holuhraunlavafeldes und des Dyngjujökull (links unten). Der Verlauf der Spalten ist mit roten Linien verdeutlicht. Bild von der isländischen Küstenwache/Universität von Island.

Weiter wurden heute eine neue Auswertung der GPS-Daten der Meßstationen rund um den Bárðarbunga veröffentlicht nach der die Größe der Magmaintrusion in den letzten Tagen trotz der Eruption bei Holuhraun zugenommen und sich nicht verringert hat. Das deutet darauf hin, das aktuell mehr Magma nach oben strömt als durch die Eruption zutage gefördert wird. Die Daten aus der Zeit vom 31.08. bis zum 03.09. zeigen eine deutliche Ausdehung (ein Auseinanderbewegen der Meßstationen relativ zueinander). Die unten stehende Karte wurde von der Universität von Island veröffentlicht, auf ihr sind auch die Bruchlinie in der rechten oberen Ecke (grüne Linie) und die Erdbeben der letzten Tage eingezeichnet.

140903 GPS Ausdehnung

Karte der Inflation der Aktivitätsregion. Karte von der Universität von Island.

Im Moment gibt es noch keine Eruption, die Daten deuten aber nach Aussagen der Wissenschaftler darauf hin, das sich die Spalte weiter unter den Gletscher verlängern könnte und es dann einen subglazialen Ausbruch geben könnte. Was dann passiert, bleibt abzuwarten.

Nachtrag: Es gab mittlerweile einen weiteren Überwachungsflug von Geologen und der isländischen Küstenwache, der bisher keine Anzeichen für einen erweiterten Ausbruch gefunden hat.

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Ausbreitung der Lava

by Christian on 3 September, 2014

Die Eruption in der Holuhraun ist relativ stabil, die Geologen sprechen weiterhin von 100-150 Kubikmetern/Sekunde die an Lava gefördert werden. Die Lava fliesst weiter in nordöstlicher Richtung auf die Jökulsá á Fjöllum zu. Wenn sie diese wirklich erreicht (was bei gut 6 km restlicher Entfernung bei aktueller Geschwindigkeit maximal 3-4 Tage dauern sollte) dann wird es zu Wasserdampfexplosionen kommen, die vermutlich relativ spektakulär, aber auch lokal gefährlich (da dann vulkanisches Material durch die Luft fliegt) sind.

Auf dem Luftbild ist das vordringen der Lava bis gestern 14 Uhr zu sehen (veröffentlicht von der Universität von Island):

140903 Karte Lava hrauninb

Um wichtige Informationen zu bündeln hat der isländische Katastrophenschutz neben seiner normalen Homepage jetzt eine weitere eingerichtet, auf der es alle wichtigen Informationen neben isländisch auch in englischer Sprache gibt. Diese ist hier zu finden.

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Entwicklung am Bárðarbunga [9.]

by Christian on 2 September, 2014

Von der Eruption gibt es wenig Veränderungen, sie läuft weiter auf mittlerem Niveau und produziert spektakuläre Bilder. Die Zahl der Erdbeben ist weiter rückläufig, auch die Ausdehnung der aufgrund der Magmaintrusion ist im Moment geringer geworden, was darauf hindeutet, das Einstrom von Magma aus tieferen Schichten und das Ausströmen von Lava an der Eruptionsstelle sich einigermassen die Waage halten. Wenn das so weitergeht kann die Eruption auf diesem Niveau eine ganze Weile weitergehen.

Über die seismischen Meßgeräte wird viel gesagt, die Universität von Island hat gestern eine Karte veröffentlicht, wo diese überall platziert sind. Und das sind ziemlich viele, mehr als 30, die zum Teil dem isländischen Wetterdienst, der Universität von Island, der Universität von Cambridge (im Rahmen von Forschungsprojekten in Island) und dem National Environmental Research Centre gehören. Die Daten laufen dann beim isländischen Wetterdienst und den isländischen Geologen auf, die diese dann auswerten.

140901 seismometer

Auf den Bilder über der Eruptionsstelle sieht man eine relativ grosse Gaswolke aufsteigen. Diese besteht aus Wasserdampf und Schwefeldioxid, von letzterem stösst der Vulkan nach wie vor grosse Mengen aus. Da dieses Gas ausgesprochen giftig ist, ist wohl auch nicht zu erwarten, das die Eruptionsstelle auf absehbare Zeit freigegeben wird. Auch die isländischen Geologen dürfen nur mit Gasmasken und Gaswarngeräten in die Nähe der Eruption gehen.

Dann ist es heute vermutlich zu einer Interaktion zwischen heisser Lava und nassem Sand am Rand der Jökulsa á Fjöllum gekommen, die Geologe berichteten jedenfalls von mehreren Explosionen, die vermutlich Dampfexplosionen waren. Auch wenn die Lava nicht in den Fluss fliesst, ist das nicht unplausibel, da der Sand am Rand des Flusses auch relativ feucht sein dürfte. Das ganze ist aber im wesentlichen nur lokal an der Eruptionsstelle von Bedeutung.

Mit den ersten Videoaufnahmen taucht die Eruption jetzt auch mit einem recht vernünftigen Bericht in der Tagesschau auf, auch im isländischen Fernsehen gab es heute einen recht ausführlichen Bericht (mit isländischem Kommentar) und neuen Bildern. Und nicht nur die Fernsehnachrichten erfreuen sich grosser Beliebtheit, dasselbe gilt auch für die Webcams. Míla hat dazu heute Zahlen für seine Kameras veröffentlich, so haben seit dem 29. August (dem Tag der ersten Spalteneruption) gut 1,5 Mio Menschen die Streams angeschaut, etwa 20% davon kam aus Island, der Rest überwiegend aus Europa und Amerika.

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