Während der Icesavestreit wohl vor dem Gerichtshof der EFTA ausgetragen werden wird, ist ein anderer Fall vom selben Gericht bereits positiv für Island entschieden worden. Hier ging es um die Kapitalkontrollen, die nach dem Crash der isländischen Wirtschaft im Herbst 2008 eingeführt worden sind.
Seitdem ist die isländische Krone nicht mehr frei konvertibel, die einzige Bank, die legal mit Kronen handeln darf, ist die isländische Zentralbank. Über sie müssen alle Transaktion von und nach Island laufen und auch die Summen, die transferiert werden können sind begrenzt. Ebenso ist es für Isländer nicht ohne weiteres zulässig, Guthaben in nicht-isländischen Währungen auf Auslandskonten zu besitzen. Diese Beschränkungen dienen dazu, die Kronen wieder zu stabilisieren und das unkontrollierte Abfliessen von Devisen aus Island zu verhindern.
Ein anderes Problem sind sogenannte offshore Guthaben in isländischen Kronen, die im Ausland liegen. Da man dieses Geld weder umtauschen noch anderweitig ausgeben kann, kann man es zu sehr günstigen Wechselkurse einkaufen. In den letzten Jahren gab es bereits mehrere Verfahren gegen Firmen, die auf diese Weise Gewinne machen wollten, indem sie Kronen billig eingekauft haben und diese dann nach dem Transfer nach Island umtauschen wollten. Wer auf diese Weise isländische Kronen nach Island transferieren will, benötigt eine Genehmigung der Zentralbank und muss die Herkunft des Geldes nachweisen um schwarze Transaktionen zu verhinden.
Ein solche Genehmigung hatte nun Pálmi Haraldsson (einer der isländischen Finanzmogule) beantragt um 16 Mio Kronen (etwa 100.000 Euro) die er offshore eingekauft hatte, nach Island zu transferieren. Diese Genehmigung wurde ihm nicht erteilt, dagegen klagte er vor dem zuständigen Bezirksgericht von Reykjavik, da er durch die Kapitalkontrollen seine Rechte im freien Transfer von Kapital innerhalb des EWR verletzt sah.
Das Bezirksgericht in Reykjavik hat im Januar 2010 beschlossen, sich an das EFTA Gericht zu wenden, um in diesem Fall juristischen Rat zu bekommen. Diese Antwort ist jetzt veröffentlicht worden. Demnach ist es in einer schweren Krise, wie sie Island im Nachgang der Finanzkrise 2008 getroffen hat, zulässig und angemessen für die Behörden Schutzmaßnahmen wie die Kapitalkontrollen einzurichten. Die Kapitalkontrollen sind demnach keine Verletzung der EWR-Verträge.
Wer sich aktuell in Island aufhält, aber nicht isländisch spricht, kann sich morgen eine Veranstaltung der “englischsprachigen Union” anhören. Im Nationalmuseum gibt es einen englischsprachigen Vortrag von Terry Gunnell über isländische Weihnachtstraditionen. Beginnen wird der Vortrag mit den Wurzeln der Weihnachtstradition, sich dann den isländischen Weihnachtszwergen widmen, um dann mit modernen Weihnachts- und Neujahrsbräuchen abzuschliessen.
Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet am 17. Dezember 2011 um 13 Uhr im Nationalmuseum statt.
Island hat für seine Strassen relativ restriktive Geschwindigkeitsbeschränkungen. Generell gilt innerort ein Tempolimit von 50km/h, ausserhalb von Ortschaften auf befestigten Strassen von 90km/h und auf unbefestigten Strassen von 80km/h (ausser natürlich, wenn dort eine anderes Limit gilt).
Auch wenn die isländische Polizei im Verhältnis zur Größe des Landes relativ wenige Kräfte hat, überwachen sie den Verkehr dort, wo sie unterwegs sind, relativ intensiv. Gemessen wird, anders als in Deutschland, aus jeder möglichen Position, das können neben stehenden Posten (die idR die Geräte zur Messung eingebaut haben) auch einem entgegenkommende oder hinterherfahrende Polizeifahrzeuge sein. Die Messung wird direkt auf Video aufgezeichnet und dem Fahrer dann auch vorgespielt. In Reykjavik kommen auch gerne Lasermeßgeräte zum Einsatz.
Die Strafen für Geschwindigkeitsübertretungen sind ziemlich hoch und es werden nur geringe Toleranzen angesetzt (wer mehr als 5km/h über dem Limit ist, muss zahlen). Kassiert wird bei Touristen üblicherweise sofort, wer keine passenden Bargeldbeträge mitführt, kann auch mit der Karte zahlen. Für Sofortzahlungen gibt es dann immerhin noch 25% Rabatt. Wer geblitzt wird (beispielsweise an den stationären Blitzern) sollte sich nicht in Sicherheit wiegen, da hier die Abrechnung später über die Mietwagenfirma erfolgt.
Was und wann zu zahlen ist, kann man aus der untenstehenden Tabelle ablesen. So steht in der oberen Reihe die erlaubte Geschwindigkeit, in der linken Spalte hingegen die tatsächlich gemessene. Wer also innerort auf eine Strecke, wo eine Geschwindigkeit von 50km/h erlaubt ist mit 61-65km/h gemessen wird, hat 10.000 Kronen zu bezahlen. Wird man auf derselben Strecke mit 121-130km gemessen, sind 130.000 Kronen und drei Monate Fahrverbot fällig.
Island ist nach der mittlerweile fast dreiwöchigen Kälteperiode immer noch nahezu komplett mit Schnee bedeckt. Das ist besonders für Südisland ungewöhnlich, da Schnee dort eher schneller wärmerem Wetter zum Opfer fällt, Die einzige halbwegs schneefreie Region des Landes sind die Sandflächen des Skeidarasandurs unterhalb des Vatnajökulls. Der Meteorologe Einar Sveinbjörnsson zeigt auf seinem Blog dazu ein nettes Satellitenbild Islands. Auf ihm ist auch zu sehen, das das Meer relativ dicht an Nordwestisland (knapp 90km entfernt) bereits zufriert.
Klick aufs Bild führt zur grossen Version. Copyright bei NASA (Foto) und dem isländischen Wetteramt (Bezeichnung).
Weihnachtsmärkte gehören typischerweise zur deutschen Vorweihnachtszeit, so das man sich dem in den Innenstädten kaum entziehen kann. In Island sind Weihnachtsmärkte nach wie vor relativ selten, wo es sie gibt, unterscheiden sie sich deutlich von ihren Gegenstücken in Deutschland.
So wird man sowohl Würstchenbuden als auch Glühweinstände vergeblich suchen, was man häufig bekommt sind heisse Waffeln und Kaffee oder Kakao. Ansonsten gibt es an den Ständen weihnachtliches und Handarbeiten zu kaufen (Kerzen, Wollwaren etc.).
Seit dem letzten Wochenende ist nun auch der Weihnachtsmarkt auf dem Ingolfstorg in Reykjavik geöffnet – das unter Beteiligung des Reykjaviker Bürgermeisters Jón Gnarr. Er wird bis Weihnachten jeden Tag geöffnet sein.
Das Jahr 2011 wird in Bezug auf das Wetter vermutlich in die isländische Geschichte eingehen, da es in vielerlei Hinsicht nicht so war, wie sonst das langjährige Mittel.
Zunächst kam der Winter spät und blieb dafür lange – der Beginn des Sommers war erheblich zu kalt, was auch die Brutsaison der Vögel teilweise massiv beeinträchtigte. Im Juni gab es an jedem Tag im Land Regionen, wo es noch Frost gab. Dementsprechend spät öffneten auch viele Hochlandpisten.
Der Herbst hingegen war dann relativ warm und ziemlich feucht, der November verzeichnete Rekordtemperaturen – es war so warm wie lange nicht.
Der Dezember scheint den warmen November wieder ausgleichen zu wollen, er ist nämlich besonders kalt. Wenn man sich die Klimaaufzeichnungen ansieht, muss man für Reykjavik bis ins Jahr 1961 zurückgehen, um einen ähnlichen kalten Start in den Dezember zu finden. Um einen noch kälteren Dezember zu finden, muss man sogar bis 1936 zurückgehen, damals dauerte die Frostperiode den ganzen Monat hindurch an. So lange Frostperioden wie jetzt (jetzt über zwei Wochen am Stück), sind im Süden relativ ungewöhnlich und kommen einigermassen selten vor.
Die tiefsten Temperaturen wurden allerdings in Nordisland am Mývatn gemessen, dort sank das Thermometer bis auf -27,3°C, was den Kälterekord für Island seit 1949 darstellt.
Gut ist dieses Wetter für die Skigebiete in Akureyri, die bereits seit dem letzten Wochenende geöffnet haben und am Bláfjöll (bei Reykjavik) die dieses Wochenende öffnen wollen.
Weisse Weihnachten sind auch in Island kein Ereignis, was besonders häufig auftritt. In diesem Jahr sieht es dafür nach Angaben der Meteorologen aber relativ gut aus – besonders, je weiter man nach Norden kommt.
Aktuell befindet sich Island unter einer Schicht von sehr kalter Luft, es friert im ganzen Land seit zwei Wochen, was relativ selten so vorkommt. Und auch wenn die längerfristige Vorhersage schwierig ist, sieht es im Moment so aus, als würden keine Stürme vorbeiziehen, die die Luftmassen durcheinanderwirbeln und dadurch wärmere Luft an Island vorbeileiten können. Die Chancen stehen also nicht so schlecht.
Auch in diesem Jahr findet im Museumsdorf von Árbæjar wieder die Weihnachtsausstellung statt. An den nächsten drei Sonntagen (04., 11. und 18. Dezember 2011) ist dort von 13 – 17 Uhr geöffnet.
Tanz um den Weihnachtsbaum
Árbæjar ist ein Freilichtmuseum in dem verschiedene alte Häuser aus Island stehen, so das man dort auch eine originale Umgebung hat.
Unter anderem kann bei der Herstellung von Laufabraud, dem spinnen von Wolle und dem ziehen von Kerzen zusehen. Auf dem Gelände sind auch die isländischen Weihnachtszwerge unterwegs um ihr Unwesen zu treiben. Wer dann genug gesehen hat, kann sich im Museumskaffee mit einer Tasse Kakao oder Kaffee wieder aufwärmen.
Geöffnet hat die Weihnachtsausstellung in Árbæjar am 04., 11. und 18. Dezember von 13-17 Uhr, der Eintritt kostet für Erwachsene 1000 Kronen, für Kinder ist er frei.
Über die Entscheidung, den geplanten Landverkauf an den chinesischen Investor Huang Nubo abzulehnen, ist international berichtet worden. Den Vogel schiesst aber klar der taiwanesische Sender NMA ab, der für seine animierten Nachrichtensendungen bekannt ist:
Wer sich für dafür interessiert, wie sich Reykjavik im Laufe der Zeit verändert hat, sollte sich die beiden unten eingebundenen Videos ansehen. In ihnen werden alte Fotos aus Reykjavik mit modernen Videos überlagert, die vom selben Standpunkt aufgenommen sind. So lassen sich sehr schön Veränderungen im Stadtbild sichtbar machen.