Warnlevel für Vulkan Askja angehoben

by Christian on 10 September, 2021

Das Warnlevel für den Vulkan Askja im isländischen Hochland ist auf den Status „unsicher“ angehoben worden, gleichzeitig wurde auch der Code des Vulkans für die Luftfahrt von „grün“ auf „gelb“ verändert. Beides bedeutet, das es im Vulkan verstärkte Aktivitäten gibt, wie die sich aber auswirken werden ist im Moment noch unklar.

Vulkanstatus des isländischen Wetterdienstes, die aktuelle Karte findet sich hier.

Grund für diese Entwicklung ist eine Hebung des Vulkans um etwa 60mm seit Anfang August (siehe auch die beiden Graphiken dazu unten), was in dieser kurzen Zeit sehr viel ist. Grund dafür ist das einströmen von Lava in relativ flache Schichten in etwa 2-3km Tiefe. Der isländische Wetterdienst wird die Beobachtung der Askja jetzt verstärken und zusätzliche Meßstationen einrichten, zuletzt ist der Vulkan 1961 ausgebrochen, damals dauerte die Eruption 6 Wochen.

Inwiefern es jetzt zu einer Eruption kommen kann oder sich der Vulkan wieder beruhigt ist unklar, nach Aussage der Geologen ist eine Eruption aber nicht unmittelbar bevorstehend. Ähnliche Anzeichen wie eine Hebung des Geländes durch einströmende Magma gab es bei der immer noch aktuellen Eruption auf Reykjanes gut 1,5 Jahre, bevor der Vulkan letztendlich ausbrach.

Nahezu senkrechte Hebung des Geländes im Bereich der Askja. Das obere Bild wurde aus Daten der GPS-Meßstationen und Satellitendaten errechnet, die untere Graphik zeigt der Verschiebung der Meßstation nach Südwesten und nach oben. Graphiken vom isländischen Wetterdienst.

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Gletscherlauf in Südisland

by Christian on 8 September, 2021

Südlich des Vatnajökull kommt es seit letzter Woche zu einem Gletscherlauf, bei dem große Wassermengen aus dem Gletscher austreten und in die Skafta fliessen. Grund dafür ist die geothermale Aktivität unter dem Eis des Vatnajökull, die dazu führt, dass das Eis von unten abschmilzt.

Es sammelt sich dann in zwei Seen unter dem Gletscher (einem östlich und einem westlich gelegenen), die periodisch überfliessen. Aktuell entleert sich der östliche See, die letzte Flut dieser Art fand 2018 statt. Seit Mittwoch dem 01. September entleerte sich zunächst der westliche See, seit dem 03.09. auch der östliche.

Karte vom isländischen Wetterdienst, der die Lage der Seen und der Ablaufwege zeigt.

Der Gletscherlauf führt in Südisland zu gesperrten Strassen, eine genaue Übersicht ist hier zu finden. Die Behörden warnen davor, das sich in Senken um die hochwasserführende Skafta das giftige Gas Schwefelwasserstoff ansammeln kann. Der Höhepunkt der Flutwelle wurde für den 07. September erwartet, mit Abflussmengen zwischen 1500 und 2000m³ Wasser/Sekunde, vergleichbar zur Flut von 2018. Seit Beginn der Flut hat sich die Oberfläche des Gletscher um ca. 20m abgesenkt, ein weiteres absinken um bis zu 80m ist möglich.

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Eruption schwächt sich ab

by Christian on 25 Juli, 2021

Die seit März kontinuierliche Eruption des Fagradalsfjall scheint sich abzuschwächen, so verringerte sich nach Auskunft der Geologen an der Universität von Island die geförderte Lavamenge von gut 10-12 Kubikmetern/Sekunde im Juni auf gut 7,5 Kubikmeter/Sekunde im Juli. Auch die Größe des Lavafelds nahm in den letzten zwei Wochen kaum zu, nachdem es zwischendurch ja sehr stark danach ausgesehen hatte, das die Lava schnell bis zum Meer kommen könnte, das nicht weit entfernt liegt. Schätzungen zufolge sind bisher ungefähr 96 Mio Kubikmeter Lava ausgetreten, was diesen Ausbruch immer noch zu einer relativ kleinen Eruption macht.

Was das für die Eruption bedeutet oder ob sich hier ein Ende ankündigt, muss abgewartet werden, zumal es ja schon mehrere ruhigere Episoden im Ausbruch gab.

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Wanderer auf der Lava

by Christian on 22 Juni, 2021

Im Lavafeld Nátthagi sind in den letzten Tagen immer wieder Wanderer auf der frischen Lava beobachtet worden (wie auf dem Screenshot der MBL Webcam gut zu sehen ist).

Personen auf der frischen Lava, markiert mit Pfeilen.

Dieses Verhalten ist absolut lebensgefährlich, da sich unter der abgekühlten Kruste Lavaröhren gebildet haben, in denen noch frische, flüssige Lava fliesst. Auch ist die Kruste auf dem frischen Lavafeld bei weitem noch nicht so stabil, wie es scheint, so das man hier jederzeit einbrechen kann. Selbst wenn sich keine direkte frische Lava darunter befindet, ist die Lava in den tieferen Schichten definitiv immer noch einige hundert Grad heiss.

Dem isländischen Rettungsdienst macht dieses leichtsinnige Verhalten große Sorgen, so wurde auch bereits angekündigt, das sich hier keine Rettungsdienstler in Lebensgefahr begeben werden, wenn Personen in der frischen Lava einbrechen sollten.

Das untenstehende Video zeigt einen Überflug über das neue Lavafeld und auch sehr eindeutig Stellen, an denen die frische Lava unter der Oberfläche zu sehen ist.

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Flug über die Eruption

by Christian on 2 Juni, 2021

Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich finde Videos wie das untenstehende immer wieder faszinierend. Wer ein passendes Endgerät hat, kann sich den Flug über Eruption und Vulkan in 4K anschauen, es lohnt aber auch mit geringerer Auflösung.

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Eurovision 2021

by Christian on 21 Mai, 2021

Island hat sich im zweiten Halbfinale des Eurovision Songcontest mit seiner Band Daði og Gagnamagnið in Rotterdam für das Finale qualifiziert, obwohl die Band nach einem Coronafall ihres Mitgliedes nur mit einem Video zu sehen war. Jóhann Sigurður Jóhannsson hatte sich mit dem Coronavirus infiziert, die Gruppe hätte ohne ihn auftreten dürfen, entschied sich aber dafür, das aus Solidarität nicht zu tun. Wie es jetzt mit den Chancen Islands im Finale aussieht und ob die Band dann live auftritt oder wieder nur per Video zu sehen ist, wird sich zeigen müssen. Das Finale findet am Samstag, dem 22.05.2021 ab 21 Uhr statt.

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periodische Ausbrüche

by Christian on 7 Mai, 2021

Der Vulkanausbruch im Geldingadalur hat sich so verändert, dass er nicht mehr dauerhaft Lavafontänen ausspuckt, sondern das ganze in Intervallen tut. So dauert eine eruptive Episode ca. 4-5 Minuten, gefolgt von 5-10 Minuten Pause. Man könnte scherzhaft auch sagen, dass sich der Vulkan an den Geysir Strokkur angeglichen hat. Gut zu sehen ist das im Video unten, das ist ein Ausschnitt einer kurzen eruptiven Phase. Spannend zu sehen ist, dass dabei die Lava fließt wie Wasser, also sehr heiß und dünnflüssig ist.

Gaswolken der Eruption auf dem Satellitenbild. Quelle.

Dieses Phänomen lässt sich auf auf dem obenstehenden Satellitenbild sehen. Bei diesen Ausbrüchen werden verstärkt vulkanische Gase (überwiegend Schwefeldioxid) frei, die als sichtbare Wolke aufsteigen und bei ausreichend Wind verweht werden. Am Tag der Aufnahme kam der Wind von Norden und hat die Gaswolken wie an einer Perlenkette verblasen, man sieht hier sehr schön die Gleichmässigkeit der Ausbrüche.

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Lavafontänen

by Christian on 2 Mai, 2021

Die Eruption auf der Reykjaneshalbinsel ist immer noch aktiv, nach diversen Spalten, die sich zwischenzeitlich geöffnet und überwiegend auch wieder verschlossen haben, ist aktuell im wesentlichen der Hauptkrater aktiv. Der zeigt wechselhafte Aktivität, manchmal aber spektakulär. Letzte Nacht waren die Lavafontänen, die hier hochgeschossen kamen, teilweise mindestens 200m hoch und aus Reykjavik zu sehen, daneben ist der Keilir zu sehen.

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Gleðilegt sumar

by Christian on 22 April, 2021

Gleðilegt sumar oder „froher Sommer“ – nein, das ist Ende April kein Schreibfehler, wenn es um Island geht. Am heutigen Tag beginnt der erste Sommermonat „Harpa“ des altisländischen Kalenders. Jeweils der dritte Donnerstag ist damit der erste Tag des Sommers und ein Feiertag in Island.

Der nordische Winter kann durchaus auch noch andauern und nach der Überlieferung wird der Sommer dann gut, wenn Sommer und Winter zusammenfrieren, das heisst in der Nacht zum Sommerbeginn eine Schale mit Wasser im Freien eine Eisschicht bekommt. Die Tage werden jetzt aber deutlich länger und die helle Zeit des Jahres kommt.

In diesem Sinne: Gleðilegt sumar!

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Der Sound der Lava

by Christian on 18 April, 2021

Interessant ist es immer, wie ein Vulkanausbruch klingt. Für die erste Eruptionsphase des Eyjafjallajökukk erinnere ich mich beim Krater an ein Fauchen, für das umgebende neue Lavafeld an ein intensives Knacken, das durch die Abkühlung zustandekam.

Für den aktuellen Ausbruch gibt es dazu ein Video, wo es sich neben den Bildern auch lohnt, den Ton anzuschalten. Man hört es knacken, blubbern, zischen, fauchen, eine sehr vielfältige Tonwelt, die hier entsteht.

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