17. Juni – isländischer Nationalfeiertag

by Christian on 17 Juni, 2006

Am heutigen 17. Juni feiern die Isländer ihren Nationalfeiertag und ihre Unabhängigkeit. Obwohl das Land nach der Besiedelung im Jahr 874 durch die Wikinger unabhängig war und 930 mit dem Alþing das wohl älteste noch bestehende Parlament der Welt gegründet hat, wurde es ab 1262 zunächst von den Norwegern und ab 1380 von den Dänen beherrscht. Unter der Herrschaft der Dänen ging es den Isländer schlecht, ein Handelsmonopol beschränkte sie, Hunger und Armut waren an der Tagesordnung.

Im 19. Jahrhundert kam es zu einer ersten Unabhängigkeitsbewegung unter den Isländern, viele Beschränkungen für die Kolonie Dänemarks wurden gelockert. 1918 schlossen Island und Dänemark einen Unionsvertrag, der neue Freiheiten gewährte, auswärtige Angelegenheiten wurden weiterhin durch Dänemark erledigt, allerdings so, wie es vorher das isländische Parlament vorgegeben hatte. Der Unionsvertrag war mit einer Laufzeit von 25 Jahren versehen, danach sollte es in Island eine Volksabstimmung über die Verlängerung des Vertrages oder die Unabhängigkeit des Landes geben.

Nach der Besetzung Dänemarks durch die Deutschen, wurde Island zunächst durch britische, dann durch amerikanische Truppen besetzt, da man befürchtete, das die Deutschen Island als Stützpunkt für ihre U-Boote im Atlantik nutzen wollten.

Am 17. Juni 1944 wurde vom isländischen Parlamentssprecher im Þingvellir vor tausenden von Isländern die Republik ausgerufen und Sveinn Björnsson als ihr erster Staatspräsident vereidigt, nachdem die Isländer in einer Volksabstimmung im Mai 1944 mit grosser Mehrheit für die Kündigung des Unionsvertrages mit Dänemark gestimmt hatten. Der 17. Juni ist der Geburtstag von Jón Sigurðsson (1811-1879), einem Schriftsteller und führenden Geist der im 19. Jahrhundert in der aufkeimenden Unabhängigkeitsbewegung.

Der Tag ist frei (auch wenn er dieses Jahr dummerweise auf ein Wochenende fällt) und wird im ganzen Land mit Umzügen, Strassentheater, Musik und Festen gefeiert.

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