Isländer sind keine Terroristen

by Christian on 27 Oktober, 2008

Wer sich über den Titel wundert, der hat vermutlich einige Kapitel der Finanzkrise, die Island betreffen, verpasst.

Im Zuge der Krise kam es bei den Auslandsgeschäften der isländischen Banken zu Problemen, hauptsächlich passierte dies in Großbritannien. Da die dortige Tocher der Landsbank trotz einer Aufforderung der isländischen Finanzaufsicht nicht eine britische Gesellschaft war, haftet der isländische Einlagensicherungsfonds (bzw. der isländische Staat) für die Einlagen von Sparern bis zu einer Höhe von 20.867 Euro.

Nach der Übernahme der Landsbank durch den isländischen Staat, schien das nicht gewährleistet, aufgrund von Mißverständnissen zwischen Island und Großbritannien ging die britische Regierung (allerdings ohne vorher bei den Isländern nachzufragen) davon aus, das nicht gehaftet werden sollte und die britischen Spareinlagen verloren wären. Daraufhin wendete die Regierung die Anti-Terrorgesetze an, um die Einlagen der Bank einzufrieren! Dieser Schritt verschärfte die Situation für Island (mal abgesehen davon, das es wohl ein Mißbrauch dieser Gesetze ist), mittlerweile prüft die Bank eine Schadensersatzklage gegen die britische Regierung.

Und auch die Isländer sind ziemlich sauer, zu besichtigen ist das (auf englisch und isländisch) auf der Webseite: „Icelanders are not terrorists„.

Ein möglicherweise interessantes Detail der ganzen Geschichte scheint jetzt ans Tageslicht zu kommen: Einer der Eigner der Landsbank sagte in einem Interview, das die britischen Behörden angeboten hätten, die Bank (und damit alle Konten) in britsches Recht zu überführen und damit den isländischen Staat aus seiner Haftung zu nehmen. Einzige Bedingung wäre gewesen, 200 Mio britische Pfund zur Verfügung zu stellen, eine Summe, die Landsbank in isländischen Kronen zur Verfügung gehabt hätte, für die Summe in britschen Pfund aber ein Darlehen der Staatsbank benötigt hätte. Diese hätte auf die Anfrage aber nicht reagiert.

Sollte diese Behauptung tatsächlich stimmen, wäre das ein weiterer schwerer Fehler der Staatsbank und es stellt sich die Frage, wann es dort zu Konsequenzen kommt. [via Icelandweatherreport]

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