Island als sicherer Hafen?

by Christian on 15 Februar, 2010

Die Überschrift dieses Postings ist nicht wörtlich zu verstehen (einen sicheren Hafen für Schiffe bietet es allerdings auch), sondern eher im übertragenen.

Bezogen ist es auf eine Parlamentsinitiative, die zum Ziel hat, Island zum sicheren Land für Journalisten, Informanten und Whistleblower zu machen, wie dies beispielsweise auch bei wikileaks geschieht. Ziel der Icelandic Modern Media Iniative ist es, freie Berichterstattung zu fördern und zunehmende Versuche der Einflußnahme auf Journalisten bzw. deren Berichterstattung zu verhindern. Die Argumentation der Initiatoren ist, das zunehmend Informationen nicht mehr öffentlich werden, weil sich entweder niemand traut diese zu veröffentlichen oder sie ohnehin geheim bleiben.

Ein Beispiel eines solchen Versuches ist ein Gerichtsbeschluß, der es den isländischen Nachrichten verbot, über die Veröffentlichung des Kontenbuchs von Kaupthing zu berichten. Dieses war bei Wikileaks aufgetaucht. Anstatt des Berichts wurde bei RÚV dann die Adresse von Wikileaks eingeblendet, wo der Bericht zu finden war – die Unterdrückung der Information war so gescheitert.

Diese Initiative wird nun heute erstmals im Parlament diskutiert, Berichten zufolge stehen ihr Parlamentarier aller Parteien positiv gegenüber – ausgenommen die der Unabhängigkeitspartei. Wer sich für das Thema interessiert, kann sich zum einen die Webseite der „IMMI“ anschauen (die Information gibt es dort auf Englisch) oder sich diesen Talk auf dem 26C3 Congress zum Thema Wikileaks und „Datenfreihafen Island“ ansehen:

Ich verlinke hier nur den ersten Teil, der Rest ist bei Youtube zu finden.

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