Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull – Besucheransturm

by Christian on 28 März, 2010

Die Ruhe hier im Blog lag daran, das wir gestern unterwegs waren, um uns selber ein Bild der Lage zu machen. Der Vulkan spuckt weiterhin fleissig Lava und ist mal mehr und mal etwas weniger aktiv.

Das Interesse am Vulkanausbruch ist nach wie vor sehr hoch und so war für dieses Wochenende ein Besucheransturm erwartet worden. Vorher wurde die Strasse nach Fljótshlíð teilweise noch ausgebessert um zu starke Schäden zu vermeiden. Normalerweise wird das erst nach dem Ende des Winters zum Sommerbeginn (so Anfang Juni-Juli, je nach Gegend) getan.

Ausserdem wurden ab Skogar geführte Wanderungen auf dem Wanderpfad angeboten, um die Interessierten zumindest ein wenig leiten zu können.

Die Erwartungen über den Ansturm sind aber mit ziemlicher Sicherheit deutlich übertroffen worden. So sind alleine in Skogar geschätzt zwischen 3-5000 (drei- bis fünftausend!) Menschen aufgebrochen um sich den Vulkan aus der Nähe anzusehen. Die kleine Stadt war völlig überfüllt, mit so einem Ansturm hatte wohl niemand auch nur annähernd gerechnet.

Auch die Strasse ab Hvollsvöllur nach Fljótshlíð glich bereits ab dem Nachmittag eher dem, was man vom Laugarvegur in Reykjavik freitag abends gewohnt ist. Das meint das sich die Autos in kleinen Kolonnen zunächst über die asphaltierte Strasse, dann durch die Furten und weiter über die F-Piste bewegten.

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Autoschlangen (die Lichter sind schön zu sehen) auf dem Weg zu Vulkan.

Am Ziel angekommen war bereits ziemlich viel los, der Vulkan war aus dieser Distanz (so ca. 6-7km Luftlinie) gut zu sehen, machte aber tagsüber nicht soviel her.

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Vulkan und Lavafontainen bei Tag.

Ab der Dämmerung sah das etwas anders aus, von einer etwas erhöhten Position von einem kleinen Berg kann man sogar die Lavaströme sehen, die sich den Berg hinunterwälzen und auch der hochgeworfene Lava ist gut zu sehen.

Je dunkler es wurde, desto eindrucksvoller wurde das Schauspiel. Die Bilder geben das nur eingeschränkt wieder, aber das gehört schon zu den eindrucksvollsten Naturschauspielen, die ich bisher gesehen habe. Wer in Island ist, sollte die Chance nutzen, sich das anzuschauen.

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Vulkan in der Dämmerung – im Vordergrund sind die Lavaströme zu sehen.

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Vulkan in der Dunkelheit – jetzt sieht man schön die rotglühenden Brocken.

Ein Schauspiel war auch der Rückweg – zwei Autokolonnen – eine die raus- und die andere die reinfährt, die sich teilweise gegenseitig blockierten.

Und auch in der Luft war einiges los, wir zählten teilweise bis zu vier Hubschrauber gleichzeitig unterwegs dazu kamen noch diverse kleine Flugzeuge. Das führte dann prompt auch zum ersten Problem, gestern musste ein kleines Flugzeug wegen technischer Probleme auf dem Gletscher notlanden – verletzt wurde dabei niemand. Ein Kommentar von Seiten der Polizei dazu war dann, das es wohl nur eine Frage der Zeit sein dürfte, bis Personen ernsthaft zu Schaden kommen würden.

{ 3 comments… read them below or add one }

Christian März 29, 2010 um 06:41 Uhr

Sind das nun alles Touristen oder „Insel“ Bewohner die sich das ganze anschauen?

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Christian März 29, 2010 um 10:31 Uhr

Beides – da aber aktuell nicht soviele Touristen in Island sind, sinds in der Masse schon die Isländer. Die haben ja dann auch die passenden grossen Autos.

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Christel März 29, 2010 um 15:53 Uhr

Alle wurden ins Auto gepackt und dann fuhren wohl ganze Familien dort hinauf. Ich hatte am Sonntag ja die Websites mit den live-cams von Eyjafjallajökull frá Þórólfsfelli und Útsýni frá Fimmvörðuhálsi offen und habe öfters einen Blick dorthin geworfen. Wobei es natürlich erst spät so gegen 21 Uhr und später erst richtig interessant wurde. Deine Photos sind natürlich nicht mit den Bildern der live webcam zu vergleichen. Wir hatten ja ein paar Gäste zum Essen hier und diskutierten die Frage des Heliflugs. Natürlich waren alle der selben Meinung, dass dies ja ein ein einmaliges Naturschauspiel sei, welches man nicht verpassen sollte.
Leider bleibt das heutige Kamerabild von Útsýni frá Fimmvörðuhálsi ohne Verbindung …. schaaaade!

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