Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull [16.]

by Christian on 15 April, 2010

Der ersten Flutwelle folgte gestern tagsüber eine zweite, und auch in der Nacht gab es zwei kleinere Flutwellen. Experten zeigten sich allerdings erleichtert darüber, das der Gletscherlauf sozusagen in mehreren kleineren Wellen abläuft, da so die Gesamtschäden niedriger ausfallen würden, als wenn alles Wasser auf einmal ablaufen würde. Die Gletscherläufe haben sich auch verändert, so ist die Wassertemperatur des ablaufenden Wassers mittlerweile deutlich geringer und es schwimmen auch grössere Mengen an Eis mit.

Die vom Vulkan freigesetzten Aschewolken beeinträchtigen nicht nur den Flugverkehr in Europa, auch östlich des Gletschers fallen grosse Mengen Asche zu Boden. Teilweise soviel, das die Sicht unter 50m beträgt – aus diesem Grund wurde auch die Strecke durch den Mýrdalssandur (hinter Vík) gesperrt. Bauern unterstützt von Rettungskräften, die östlich des Vulkans wohnen, trieben gestern die Schafe von den Weiden in die Ställe, um sie vor der Asche zu schützen.

Der Zivilschutz hat eine Warnung veröffentlicht, in der vor den Folgen von Fluoridvergiftungen für die Tiere aufgrund verseuchten Trinkwassers bzw. Futters gewarnt und den Bauern geraten wird, die Tiere im Stall zu halten um die Bedingungen kontrollieren zu können.

Die Evakuierungen sind überwiegend aufgehoben worden, lediglich die Bewohner einiger Farmen dürfen nach wie vor nicht zu Hause schlafen – sie dürfen nur zurückkehren, um ihre Tiere zu versorgen.

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Christel April 15, 2010 um 13:57 Uhr

Hätte der Vulkanausbruch den Eyjafjalla-Gletscher in Island abgeschmolzen, wäre es womöglich zu einer verheerenden Flutwelle gekommen, die gegenüberliegende Küstenstriche verwüsten könnte – auch in Deutschland???
… ein Roman stellt ein Szenario zum Thema:
http://www.pr-inside.com/de/droht-deutschland-eine-flutwelle-r1792211.htm

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Andreas April 15, 2010 um 14:17 Uhr

Ganz großes kompliement für den blog. Auch ich verfolge das geschehen in Island über diese Webseite. Seit ich ende der 60er Jahre als damals 11Jähriger dort war ist mir die Insel ans Herz gewachsen. Leider hatte ich seiher nicht mehr die Möglichkeit Island zu besuchen. Es gibt auch einen anderen Roman zu dem Szenario. „Die Flucht der Ameisen“ von Ulrich C. Schreiber. Der Inhalt ist kurz gefasst ein Vulkanausbruch in der Eifel. Die Lava läuft nach Osten ab und blockiert dann das Rheintal.
Ich fand das Buch sehr informativ

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Christian April 15, 2010 um 14:51 Uhr

Christel, der Vulkan hat einen Teil des Gletschers geschmolzen. Deshalb gab und gibt es ja immer noch Probleme mit Überschwemmungen. Und auch erheblich grössere Gletscherläufe gab es schon – 1996 nach einem Vulkanausbruch unter dem Vatnajökull. Da sind zeitweise bis zu 45.000m³ Wasser rausgekommen, hier waren es „nur“ 1.000. Ich halte dieses Szenario für recht weit hergeholt und schlecht recherchiert.

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Luise April 15, 2010 um 16:28 Uhr

Danke, ich überlegte schon, ob ich mir das Buch zulegen sollte.

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