Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull [19.]

by Christian on 18 April, 2010

Der Vulkanausbruch ist weiterhin stabil, die Aschesäule driftet in einer Höhe von 6-9km nach Süden. Letzten Schätzungen zufolge ist die Eruptionsspalte ca. 1km lang und erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung in der südwestlichen Ecke des alten Kraters. Der Vulkan hat bis jetzt geschätzte 100-150 Milionen Kubikmeter (ca. 10-15%) des Gletschers aufgeschmolzen, mittlerweile ist die Caldera aber offensichtlich so gross, das es um die Spalte zu Ascheablagerungen kommt, die die Lava vor einem direkten Kontakt mit Eis und Schmelzwasser abschirmen. Das äußert sich in einer verlangsamten Gletscherschmelze, die sich auch darin zeigt, das es am Samtag keine Flutwelle mehr vom Gletscher gegeben hat, die vorher mehrfach täglich abgegangen sind.

Nachdem der Wind gestern eher aus nördlicher Richtung kam, trieb die Aschewolke überwiegend aufs Meer hinaus – für Europa bedeutet das allerdings immer noch kein Ende des Flugchaos. Die Westmännerinseln wurden allerdings zumindest heute noch verschont – sie liegen etwa 6km vor der Südküste. Heute werden westliche bis südwestliche Winde erwartet, so das die Gegend östlich der Eruption wohl wieder unter Ascheregen zu leiden haben wird. Reykjavik ist bisher aufgrund der günstigen Windlage nicht betroffen.

In Island sitzen trotzdem gut 1.800 Menschen fest, die das Land nicht verlassen können, da die Zielflughäfen in Europa geschlossen sind. Sie sind in Hotels in Reykjavik untergebracht und ihnen wurde unter anderem freier Eintritt in Museen und Schwimmbäder gewährt.

Problematisch sind die Ascheregen für die Vogelwelt. Es gibt bereits mehrere Berichte über Vögel, die in die Aschewolke geflogen und dann abgestürzt sind, sowie über tot aufgefundene Vögel. Kritischerweise setzt jetzt die Zug der Vögel ein, die in Island ihr Sommerquartier haben und hier brüten.

{ 4 comments… read them below or add one }

Christel April 18, 2010 um 12:42 Uhr

Keine guten Nachrichten für die Natur ……
und keiner weiß, wie lange das noch andauern wird.
Die „Zwangsislandurlauber“ werden sich noch gedulden müssen, es sei denn, sie suchen sich einen abenteuerlich Heimweg via Schiff und Bahn über Skandinavien (u. U. mit enormen Kosten verbunden) …. da hab ich ja noch ein wahnsinns Glück gehabt, mein Rückflug war eine Woche vor dem Chaos!

Antworten

AK April 19, 2010 um 11:52 Uhr

Meine Frau sitzt z.Zt. in Island fest und kommt nicht weg. Ihren Flug und die Unterkunft hat Sie als „Package“ direkt über Icelandair gekauft. Leider sieht sich das Hotel und Icelandair nicht in der Lage, Sie jetzt in irgendeinem Hotel für den Zeitraum des „Zwangsaufenthaltes“ unterzubringen. „Suchen Sie sich einfach ein Hotel. Dies wird Ihnen bestimmt dann von Ihrer Fluggesellschaft rückerstattet…“ lautet die Aussage des Hotels. Wie steht es eigentlich um den Dienstleistungsgedanken auf Island? Wahrscheinlich ebenso schlecht wie hier in Deutschland…

Antworten

Ulla April 19, 2010 um 12:03 Uhr

@AK

Man fliegt zum Schnäppchenpreis nach Island und plötzlich wird ein „Zwangsaufenthalt“ daraus. Ein bißchen Abenteuer darf schon ein, aber nicht zuviel … und immer mit Aussicht auf Schadenersatz.
Was heißt in diesem Fall „Dienstleistungsgedanke“? Wenn man nach Island fährt, sollte einem bekannt sein, dass dort lebhafter Vulkanismus vorkommt. Wie wäre es mal mit Eigenverantwortung?

Antworten

Ulla April 19, 2010 um 14:31 Uhr

meine Vorrednerin heißt Ulla, dass bin aber nicht ich aus MUC

Antworten

Cancel reply

Leave a Comment


{ 1 trackback }

Previous post:

Next post: