Wahlen in Island

by Christian on 27 Mai, 2010

Am kommenden Samstag, dem 29. Mai, finden in Island Kommunalwahlen statt. An und für sich kein besonders bemerkenswertes Ereignis, wenn man mal davon absieht, das sie seit letztem Jahr nicht mehr mit den Parlamentswahlen gekoppelt sind, da diese wegen des Zusammenbruchs der Regierung vorzeitig stattfanden.

Dieses Mal ist das aber etwas anders, das zur Wahl nicht nur die vier „alten“ Parteien – Unabhängigkeitspartei, Sozialdemokraten, Fortschrittspartei und Links-Grüne – antreten, sondern auch die Spasspartei „Besti flokkurinn“ (übersetzt Die Beste Partei). Letztere wurde von Jón Gnarr, einem der bekanntesten Komiker Islands gegründet und hat nur unsinnige Forderungen im Wahlprogramm wie: FreieH andtücher in allen Schwimmbädern, ein Eisbär für den Reykjaviker Zoo, Disneyland in Reykjavik oder Zollhäuschen an der Grenze nach Seltjarnarnes (auch wenn es so aussieht, als würde es zu Reykjavik gehören, ist Seltjarnarnes eine eigenständige Stadt).

Das eigentlich interessante sind nun die Meinungsumfragen zur Wahlentscheidung und die haben es in sich. Hatte „Besti flokkurinn“ vor einigen Wochen noch etwa 4 Sitze im Stadtrat (von 15) sicher, kämen sie nach der neuesten Umfrage mit 8 Sitzen (oder etwa 44% der Stimmen) auf eine absolute Mehrheit. Sozialdemokraten und Unabhängigkeitspartei kommen gleichauf mit etwa 3 Sitzen (21%) und die Linksgrünen erhalten einen Sitz (ca. 10%).

Ob dieses Ergebnis so eintrifft, ist unsicher, da sich Leute in den Umfragen möglicherweise anders äußern, als sie letztendlich am Samstag in der Wahlkabine vor dem Stimmzettel entscheiden. Die Unruhe unter den etablierten Parteien ist aber beträchtlich und die Partei wird auch, wenn sie nicht die absolute Mehrheit gewinnt, eine wichtige Rolle bei der Bürgermeisterwahl spielen. Klar ist auch, das die Bürger sehr unzufrieden mit den Parteien und ihrem Verhalten in Folge der Finanzkrise sind. Neue Impulse bot bisher keine von ihnen, die Wahprogramme sehen relativ stark „wie immer“ aus. Ähnliche Trends werden auch aus anderen Städten Islands gemeldet.

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leslie Mai 30, 2010 um 14:21 Uhr

Winner!!!

http://orf.at/?href=http%3A%2F%2Forf.at%2Fticker%2F370229.html

Die anderen haben den Banken halt zuviel Geld in den Arsch geschoben.

Parteiensystem im Umbruch
Die Regierungschefin meinte außerdem, die Wahl bedeutete das Ende des bisherigen Vierparteiensystems in Island. Das Ergebnis der Gemeinderatswahl galt schon im Vorfeld als Totalabsage an die Politik der etablierten Parteien. Den Konservativen kreiden die Wähler vor allem ihre Verwicklung in den Zusammenbruch des isländischen Bankensystems im Herbst 2008 an.

Von der im Anschluss daran gewählten rot-grünen Koalition von Ministerpräsidentin Sigurdardottir sind die Isländer ebenfalls enttäuscht. Unter anderem wird ihnen vorgeworfen, sich leichtfertig zur Rückzahlung von durch private Bankmanager verursachte Milliardenschulden im Ausland verpflichtet zu haben.

Hierzulande bräuchten wir sowas auch.
Hier wird nämlich noch viel mehr Asche verbrannt.

Vielleicht wird bei euch jetzt Grass legal… :-((

Mlg

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leslie Mai 30, 2010 um 14:22 Uhr

Falscher Smiley…

:-)

Mlg

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