Eistunnel am Gígjökull

by Christian on 27 Juni, 2010

Nachdem es zeitweise ja so aussah, als würde die Lava den Gígjökull in weiten Teilen aufschmelzen und dann im Tal offen sichtbar werden, ist das ja durch das (vorläufige) Ende der Eruption nicht eingetreten.

Der Gígjökull hat aber trotzdem schweren Schaden genommen, im oberen Teil ist das besonders heftig, es ist aber auch weiter unten im Tal zu sehen.

Durch das warme Schmelzwasser haben sich zwei Schluchten am Fusse des Gletschers gebildet, die auch auf dem Webcambild zu sehen sind.

mila thorolsfell 100625 2310

Oberhalb davon gibt es jetzt einen Eistunnel, durch den ein guter Teil des Wassers abgelaufen ist.

emmanuel 4097bis kl

Grosse Version nach Klick aufs Bild, Original beim isländischen Wetterdienst von Emmanuel Pierre Pagneux.

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Anon Juni 29, 2010 um 14:47 Uhr

Inwieweit kann sich ein Gletscher davon wieder erholen und wie lange könnte soetwas dauern?

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Christian Juni 30, 2010 um 09:28 Uhr

Ich hatte dazu schonmal irgendwo was gelesen, aber die Quelle finde ich im Moment natürlich nicht mehr. Der Gígjökull ist ein Abflussgletscher, d.h. es gibt oben am Berg ein Tal, durch das Eis vom Eyjafjallajökull ins Tal fliesst. Schön zu sehen auch deshalb, weil ein guter Teil des Wassers, das bei der Eruption gebildet wurde und auch die Lava diesen Weg wählten. Das bedeutet, das sich der Gígjökull schon wieder erholen wird und das die neue Lavazunge dann auch unter dem Gletscher verschwunden sein wird. Experten rechen mit 20-30 Jahren, bis sich die Ecke einigermassen erholt haben wird. Und auch das Loch im Eyjafjallajökull wird sich mit der Zeit wieder schliessen – das kann allerdings noch länger dauern.

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FR Juni 29, 2010 um 15:22 Uhr

Wenn der Ausfluss aus dem obenliegendem Gletscher stark zerschmolzen ist oder ganz und gar auf dem Weg ins Tal unterbrochen ist, ist das praktisch das Ende des Gletschers, der ja davon lebt, das von oben stets Eis nachfließt. Wenn kein Eis mehr nachkommt, wird der tieferliegende Teil früher oder später abschmelzen und somit verschwinden. Erst wenn der Vulkan praktisch erlischt und abkühlt, kann der aufgeschmolzene kreisrunde Teil vom Rand her wieder mit vorhandenem Eis zu laufen auch genährt von neuem Schnee und irgendwann wieder den Weg ins Tal finden. Die Zunge wird „nie“ mehr so sein, wie sie war, so ist halt die Natur ;-)

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Anon Juni 30, 2010 um 10:04 Uhr

Wieder was gelernt – danke. :-)

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