Algenblüte vor Island

by Christian on 30 Juni, 2010

Im Nordatlantik ist aktuell ein Phänomen zu beobachten, was sich jedes Jahr von Süden nach Norden wiederholt: Die Blüte des Phytoplanktons. Bisher dachte man, das es nit dem eintreffen des Frühlings und steigenden Wassertemperaturen kommt es zu einer massiven Vermehrung der Mikroorganismen kommt.

Iceland AMO 2010175 kl

Grössere Version bei Klick aufs Bild, Original vom NASA Earth Observatory.

Eine Auswertung von Satellitendaten über 10 Jahre zeigte jetzt aber, das die Vermehrung bereits mitten im Winter startet. Sie bleibt aber unbemerkt, da Stürme im Winter das Wasser stärker durchmischen und den Phytoplankton stärker im Wasser verteilen. Im Frühjahr gibt es dann weniger Stürme und der Plankton sammelt sich in oberflächennahen Gewässern, um mehr Licht für Photosynthese einzusammeln und sich besser vermehren zu können. Dadurch kommt es dann zur sichtbaren Algenblüte.

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Michael Juni 30, 2010 um 18:14 Uhr

Sehr interessant, was man heutzutage alles aus dem Weltraum beobachten und auswerten kann.
Aber ist das Algenwachstum jetzt eigentlich gut oder schlecht? Ernähren sich Meerestiere (Waale?) von den Algen?

Apropos Wale, das wäre evtl. auch mal einen Blogeintrag (aus isländischer Sicht) wert:
http://www.spiegel.de/video/video-1073337.html#oas.videobelegung=news

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Daniel Juli 1, 2010 um 05:45 Uhr

Das Algenwachstum lässt sich auch woanders auf der Welt beobachte wie z.B. vor Australien. Und es ist nützlich da diese Algen in großen Mengen CO2 aufnehmen und binden. Beim Ableben des Phytoplanktons sinkt das CO2 dann mit auf den Meeresboden. Auch Fische ernähren sich von den Algen, wobei zuviel Plankton zu einem Fischsterben führt. Das kam vor kurzem im Fernsehen in einem Bericht über Möglichkeiten die Klimaerwärmung zu stoppen.

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Christian Juli 1, 2010 um 09:43 Uhr

Vom Phytoplankton ernährt sich der Zooplankton, der dann wieder Nahrung für noch grössere Tiere ist. Die Algenblüte geht solange, bis Sauerstoff und/oder Nährstoffe in den oberen Wasserschichten erschöpft sind, danach bricht die Population ein und das ganze verlangsamt sich deutlich.

Mia Juli 1, 2010 um 07:03 Uhr

Hey Christian!
Da deine Seite seit ein paar Monaten zu einer meiner Haupt-Infoquellen über Island geworden ist (Dankeschön für die vielen Interessanten Berichte und Links!), dachte ich, ich frag dich mal, ob du etwas über den Tremor-Anstieg vor zwei Tagen am Grimsfjall weißt (hier gesehen: http://hraun.vedur.is/ja/oroi/grf.gif ).
Vielleicht wurde in Island ja darüber berichtet?
Liebe Grüße,
Mia

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Christian Juli 1, 2010 um 11:37 Uhr

Nein, dazu kann ich aktuell nichts sagen. Für den Grimsvötn erwarten die Experten aber in nicht allzuferner Zukunft (gemeint sind hier die nächsten 2 Jahre) einen Ausbruch. Das kann, muss aber nicht damit zusammenhängen.

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Sebastian Juli 1, 2010 um 15:05 Uhr

Was ist eigentlich am Jökulsárlón los?
Der See erscheint mir extrem leer, also sehr wenig Abbruch vom Gletscher.

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Mia Juli 1, 2010 um 17:25 Uhr

Schade, dann weißt du auch nicht mehr als ich selbst schon rausfinden konnte. Trotzdem vielen Dank!
Gruß, Mia

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Christian Juli 2, 2010 um 13:51 Uhr

Es gibt übrigens noch eine Möglichkeit: Durch die Gletscherläufe der Skafta haben sich unter dem Vatnajökull Seen entleert, was zu einer Setzung in den betroffenen Gebieten geführt haben dürfte. Und das kann man höchstwahrscheinlich auf den Tremorplots sehen.

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