Unfälle in Island

by Christian on 14 August, 2010

In Island ist es jetzt zweimal in kurzer Zeit zu Unfällen gekommen, die mit mehr Vorsicht wohl zu vermeiden gewesen wären.

Zum einen haben es zwei französische Touristen geschafft ihren Jimney in der Krossa bei Thórsmörk versenkt, als sie versuchten den Fluss zu durchqueren. Das Fahrzeug mit seinen Insassen trieb zunächst einige Hundert Meter(!) im Fluß bevor es sich festsetzte und die Insassen von einem zufällig anwesendem Mitglied des Rettungsdienstes gerettet wurden. Problematisch dabei war hier, das sich der Retter selber in erhebliche Gefahr begeben hat und mehrfach selber untertauchte, da aufgrund der Dringlichkeit der Situation nur sehr wenig Rettungsausrüstung verfügbar war.

Zum anderen hat sich ein zweijähriges Mädchen am Geysir Verbrennungen zweiten Grades an Händen, dem Oberkörper und Im Gesicht zugezogen, als sie über das Absperrseil am Auslauf des Geysir stolperte.

Beide Vorfälle zeigen, wie schnell die Gegebenheiten in Island unterschätzt werden und es dadurch zu Unfällen (leider auch immer wieder tödlichen) kommt.

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Karsten August 14, 2010 um 19:08 Uhr

Wir haben bei unserer Tour in die Thorsmörk (mit einem Guide und einem Super-Jeep) auch einen Toyota Land Cruiser in der Krossa stecken sehen, noch mit laufedem Motor. Unser Guide hat denen zugerufen dass sie den Motor sofort ausschalten sollte, und ein Traktor war auch gleich zur Stelle um den Land Cruiser rauszuziehen. Unser Guide meinte, dass passiert in der Hochsaison 2-3 mal am Tag dass da ein Wagen rausgezogen werden muß.

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Karsten August 14, 2010 um 19:13 Uhr

Apropos Thorsmörk, da liegt viel viel Asche, und die wird bei Sonnenwetter zu kleinen Tornados aufgewirbelt. Wir haben eine Reisbusgruppe gesehen die von so einer Windhose erfasst wurde.

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Bettina Wernowsky August 14, 2010 um 21:02 Uhr

Das mit der Asche bei und um Thorsmörk kann ich nur bestätigen: wir hatten einen Super-Monster-Jeep + Guide, und dieser konnte nur mit Hilfe des GPS auf dem Monitor fahren, zu sehen war nämlich absolut üüüberhaupt nichts! Wir waren im Juli dort. Trotzdem konnten wir noch wandern, dann, irgendwann…

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Ulla August 16, 2010 um 07:54 Uhr

Wir hatten auch viel Staub in der Thorsmörk und beim fotografieren bzw. filmen hat mein Camcorder promt den Geist aufgegeben!

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Ulla August 16, 2010 um 07:56 Uhr

soll ‚prompt‘ lauten :-)

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eule70 August 17, 2010 um 20:26 Uhr

Am Geysir sah ich mal eine junge Mutter ihren Kindercaddy mit Kind über das Absperrseil zum Strokkur heben; zum Glück hat sie ein Ranger sofort zurückgescheucht – aber ich habe mich an den Kopf gefasst, was manche Mütter so im Kopf haben…. Das Zweijährige hatte doch sicher auch Mutter oder Vater…

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Christian August 18, 2010 um 11:05 Uhr

Ja, manchmal fragt man sich, was in den Leuten so vorgeht. Genauso wie in den Leuten, die in Geothermalfeldern die Holzplankenwege verlassen. Denen ist vermutlich nicht wirklich bewusst, das sie sich auf instabilem Untergrund bewegen und es durchaus passieren kann, das sie plötzlich knöcheltief in kochendem Schlamm stehen. Und das ist eher weniger lustig.

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Ines August 18, 2010 um 12:28 Uhr

Ich frage mich sowieso, warum Eltern mit Kleinkindern in Island Urlaub machen. Island ist ein faszinierendes Land, und mein Mann und ich haben dort schon sehr oft in verschiedenen Gegenden Urlaub gemacht, aber Kleinkinder? Was haben die Kleinen von Thermalgebieten, gewaltigen Wässerfällen oder Lavafeldern? Wir haben gesehen, wie diese Kinder stundenlang auf den Hochlandpisten durchgeschüttelt wurden, im grauen Staub in Fjlótshlid krabbeln und mit den Händen darin spielen durften, Schafe am Wegrand durch das geöffnete Autofenster kurz ansehen konnten und vieles mehr. Vielleicht hätten diese Kinder lieber auf einem Bauernhof Urlaub gemacht, mit vielen Tieren zum Anfassen und Streicheln und vielleicht einem Bach zum Spielen und Plantschen und später, wenn sie „groß“ sind, Urlaub in Island?

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Marled August 18, 2010 um 13:19 Uhr

Ich habe es mal gewagt in einem Forum danach zu fragen, ob es auch heutzutage noch so verantwortungsbewusste Eltern gibt, die zu Gunsten der Kinder auf einen Abenteuerurlaub in Island mal ein paar Jahre verzichten, zumal wenn noch gar keine Islanderfahrung vorliegt. Da bin ich ja fast virtuell gesteinigt worden.
Inzwischen habe ich mal etwas bewusster auf Familien mit Kindern geachtet und muss sagen, es gibt solche und solche. Einige, die sich wirklich gut um die Belange ihrer Kinder kümmern und andere, die ihre Kinder einfach laufen lassen und wo es dementsprechend zu Konflikten kommt – mit den Mitmenschen oder mit der Natur.
Ich rate immer noch ab, mit Kleinkindern nach Island zu fahren, es gibt andere Länder, wo ein Urlaub mit Kindern entspannter abläufen kann. Aber Verzichten-Wollen und Können zugunsten der Kinder gehört heute nicht mehr zum Repertoire vieler junger Eltern.
*Ihr dürft mich wieder steinigen*
Marled

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Christian August 18, 2010 um 21:16 Uhr

Ich denke es spricht nichts gegen einen Urlaub mit Kindern in Island. Auch nicht mit kleinen oder sehr kleinen. Gerade letztere sind von ihren Bedürfnissen recht einfach zufriedenzustellen. Für alle anderen gilt, das man den Urlaub anders angehen muss – also stundenlang im Auto sitzen und eine Sehenswürdigkeit nach der anderen „abzuarbeiten“ funktioniert sicherlich eher nicht so.
Island ist als Reiseland von der Akzeptanz mit Kindern ziemlich klasse – und auch die Isländer machen mit ihren Kindern reichlich Urlaub im Land. Warum sollen andere das nicht auch tun?

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Lundi August 18, 2010 um 19:57 Uhr

Ich erinnere mich, die Eltern hatten null Island-Erfahrung und wollten ihren Sproß in einer Art Rucksack-Tasche durch´s Gelände tragen. Das war dann doch etwas krass.
Ich denke auch, mit Kindern unter 6 Jahren muß man nicht nach IS. Auch bei älteren Kindern sollte man kindgerecht planen.

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Michael August 19, 2010 um 13:31 Uhr

Aber sind die isländischen Kinder nicht die eigentlichen Herrscher auf der Insel? Manchmal habe ich so den Eindruck…

Ich bewundere die Isländer für Ihre Ruhe und (für mich als Deutschen manchmal zur Weißglut bringenden) Gelassenheit, auch und besonders was den Umgang mit Ihren Kindern angeht.

Die Kleinen dürfen da ja wirklich sehr viel, wenn ich mich Recht entsinne. Aber ich habe gar nicht so drauf aufgepasst, ob die Kleinen auch draußen so große Freiheit besitzen. Wird da besser aufgepasst? Oder kommen die auch an die Hundeleine?

Weiß das zufällig Jemand?

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Michael August 19, 2010 um 14:45 Uhr

@Michael:
Also was ich beobachtet habe sind die isländischen Kinder auch in der Natur ausser Rand und Band. ;)

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Kathrin August 19, 2010 um 18:12 Uhr

Letztens erzählte ich im Kollegenkreis von unserem Urlaub in Island. Und da kamen wir im Gespräch auf die Frage: Wie lernen Kinder, die in den abgelegenen Höfen wohnen. Wie lernen die Kinder, wenn sie weiterführende Schulen besuchen, denn ein längerer Schulweg täglich wird ja kaum in Frage kommen. Leben sie in Internaten oder gibt es Fernunterricht per PC? Wie muss ich mir das vorstellen?
Vielen Dank schon mal für eine Antwort.

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Marled August 19, 2010 um 18:40 Uhr

Wie sagte neulich eine Freundin? Isländische Kinder werden nicht erzogen, die laufen einfach so mit.
Will jetzt hier keine Diskussion über Erziehungsstile lostreten, aber Island hat inzwischen ein schwerwiegendes Jugendlichenproblem mit viel Drogen- und Alkoholmissbrauch und (Klein)kriminalität und Lehrer und Erzieher in meiner Bekanntschaft sehen die Entwicklung mit viel Sorge, sehr viel Sorge.
Man könnte meinen, das haben wir hier in der BRD auch, aber in Island wächst dieses Problem überproportional zur Bevölkerungsdichte.
Natürlich gibt es auch Eltern in Island, die sich verantwortungsvoll mit ihrem Nachwuchs beschäftigen, nur deren Kinder fallen dann halt eben nicht durch rücksichtsloses Benehmen in der Öffentlichkeit auf und werden auch sicher keine Facebook-Gruppe mit dem Aufruf zur Fremdenhetze starten.
@Kathrin
Die isländische Grundschule umfasst das, was bei uns Grundschule und Sek I ist, also etwa bis zum 15. Lebensjahr. Die Kinder verbringen diese Zeit ortsnah, was in Island auch schon mal Schulwege von 50 km und mehr pro Fahrt bedeuten kann. Später gibt es in „Ballungszentren“ weiterführende Schulen, denen zum Teil Internate angeschlossen sind, zum Teil wohnen die Schüler auch bei Verwandten.
Marled

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