Papgeientaucherbestände gefährdet?

by Christian on 30 August, 2010

Die abnehmenden Bestände der Papageientaucher waren hier im Blog bereits mehrfach ein Thema. Allerdings scheint sich die Krise, in der die Vogelbestände auf den Westmännerinseln befinden, deutlich zu verschärfen.

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Papageientaucher mit Sandaalen im Schnabel.

Der Grund für die Krise ist das Zusammenbrechen der Bestände beim Sandaal, der wichtigsten Futterquelle dieser Vögel und besonders der Küken. Der Grund dafür ist unbekannt, vermutet werden veränderte Bedingungen im Meer (Erwärmung oder veränderte Strömungsbedingungen).

Nach Angaben von Biologen gab es in diesem Jahr nahezu keine Jungtiere auf den Westmännerinseln, die die grösste Papageientaucherkolonie weltweit beherrbergen. Untersuchungen von hunderten von Nesthöhlen zum Ende der Brutsaison (die Tiere verlassen ab August ihre Nesthöhlen und ziehen aufs Meer) zeigten in keiner davon Spuren von Brut oder Jungtieren.

In den letzten Jahren lag die Rate bei 10-20% der Nester, auch diese Zahl war bereits besorgniserregend gering. Nach Ansicht der Biologen gibt es bereits andere Beispiele dafür, das Papageientaucherkolonien verschwinden, das geschah beispielsweise 1979 in Norwegen. Wie es um die Zukunft der Papageientaucher aussieht ist unklar, wenn sich dieser Trend allerdings fortsetzt, sieht das ganze nicht gut aus. Und auch wenn es bisher nicht angesprochen wurde, wird vermutlich auch die Jagd auf die Vögel vor dem Aus stehen.

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Sylvia Bolm August 30, 2010 um 20:51 Uhr

Mir ist völlig schleierhaft, warum Jagd auf Papageientaucher gemacht wird. Vielleicht müssen die Isländer schnellstens umdenken, um die Bestände zu retten. Vielleicht wirkt sich ja auch der durch die Jagd entstehende Stress negativ auf das Brutverhalten aus. LG Sylvia

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Christian August 31, 2010 um 11:58 Uhr

Warum sollten sie nicht? Andere Tiere werden auch gejagt. Und bisher waren die Jagdquoten kein Problem, da sie weit unter den Nachwuchszahlen lagen. Sie sind in den letzten Jahren auch nach unten korrigiert worden, es wird also durchaus reagiert.
Das die Jagd das Brutverhalten beeinflusst glaube ich nicht, da erst zum Ende der Brutsaison gejagt werden darf.

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Ulla August 31, 2010 um 11:52 Uhr

Ganz deiner Meinung, die Jagd gehört sofort verboten!!

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Sylvia Bolm September 1, 2010 um 09:06 Uhr

Der Satz: andere Tiere würden auch gejagt, rechtfertigt die Jagd auf Papageientaucher nicht. Etwas Falsches wird nicht dadurch richtiger, weil andere das auch machen. Im übrigen stehe ich der Jagd insgesamt äußerst distanziert gegenüber – vorsichtig formuliert.

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Christian September 1, 2010 um 09:27 Uhr

Das hat dann aber nichts mit den Papageientauchern zu tun, sondern eher mit der Jagd an sich.

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Sylvia Bolm September 1, 2010 um 10:12 Uhr

Jetzt könnten wir natürl. in eine langwierige Grundsatzdiskussion eintreten, das würde den Rahmen hier sicherlich sprengen. Aber die Frage muß doch gestellt werden. Warum werden den Papageientaucher gejagt? – es ist doch nichts dran an den kleinen Wesen. Also doch wieder nur Spaß am „Jagderfolg“.

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Christian September 1, 2010 um 12:04 Uhr

Warum es getan wird? Weil es Teil der traditionell isländischen Küche ist. So wie beispielsweise auch die Schneehühner, die zwischenzeitlich auch nicht gejagt werden durften.

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Ulla September 1, 2010 um 11:07 Uhr

… und wenn die ‚Papageitaucher‘ weiter gejagt werden, dann sind immer weniger Elternpaare da, die evtl. doch Junge aufziehen könnten.

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Christian September 1, 2010 um 12:06 Uhr

Um mal Zahlen zu nennen: Aus den Jahren, als die Bestände noch in Ordnung waren, durften maximal 50.000 Vögel gejagt werden. Bei einer Gesamtzahl von 1,5 Millionen Brutpaaren auf den Westmännern. Die Quoten sind (wie alle dieser Art in Island) recht scharf kontrolliert worden.

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Ines September 1, 2010 um 11:52 Uhr

Möglicherweise haben ja auch die Aschefälle im April/Mai in diesem Jahr die Papageientaucher noch zusätzlich an der Eiablage und dem Brüten gehindert. Da sollten die gestressten Tiere ganz besonders in Ruhe gelasssen werden. (und nicht nur in diesem Jahr, sondern generell.)

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Christian September 1, 2010 um 12:07 Uhr

Zu Problemen mit der Asche ist bei der Brut hier bisher nichts zu lesen gewesen. Ich denke, das die Biologen, die sich mit diesem Themenkomplex beschäftigen, das schon auf dem Radar haben. Es scheint tatsächlich ein Problem mit der Hauptnahrungsquelle zu sein, den Sandaalen.

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Steffen September 16, 2010 um 12:45 Uhr

Probleme mit Papageitauchern gibt es z.B. auch in Norwegen. Auf Runde gab es dieses Jahr fast keine Jungtiere.
Die Brut lief nach Aussage eines örtlichen Führers super an, aber später zogen die Sandaale in die Fjorde. Zuweit für die Altvögel um die Jungen zu versorgen.

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Michael September 19, 2010 um 18:21 Uhr

Ich finde die Jagd auf die Papageientaucher generell unproblematisch.

Immerhin wird hier nicht zum Spaß gejagt, sondern die gejagten Tiere kommen größtenteils der isländischen Küche zugute.

Und es ist doch ein gutes Zeichen, dass sich die Isländer daüber Gedanken machen und nicht blind weitermachen.

Da finde ich den Beifang der weltweiten Fischindustrie bedeutend schlimmer zu bewerten, nur den sehen ja die meisten Leute nicht, wenn Sie in Ihr Filet beißen; oder die untierlichen Bedingungen in manchen Massenvermehrungstierfarmen.

Jagd nur aufgrund des Jagderfolges lehne ich ab, aber die Isländer, die auf die Jagd gehen und die ich kenne, haben alle sehr großen Respekt vor der Natur und den zu jagenden Tieren.

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