Geburtenrekord – Nachtrag

by Christian on 13 September, 2010

In einem Kommentar zum Beitrag über den Geburtenrekord 2009 kam die Frage auf, ob und inwieweit die Finanzkrise einen Einfluß auf die Geburtenzahlen hat. Die Krise nahm Anfang Oktober 2008 ihren Lauf, Kinder die nach diesem Termin gezeugt wurden, kommen dann ab Anfang Juli 2009 zur Welt. Ich habe mir dann die Geburtenzahlen für 2009 nach Monaten aufgeschlüsselt besorgt und das ganze dann mal graphisch aufgetragen.

geburtenverteilung kl

Grosse Version nach dem Klick aufs Bild, Daten von Statice.

Kurz gesagt: Sie hat einen Einfluß und zwar einen positiven. Schaut man sich die Graphik an, fällt auf, der Anstieg im Juli und August (also Kinder die im Oktober und November 2008 direkt nach der Krise entstanden sind) nach dem Tief im Juni ziemlich aufällig ist. Noch deutlicher wird dieser Trend, wenn man mal ausrechnet, wieviele Kinder im Zeitraum von Januar – Juni und von Juli – Dezember durchschnittlich geboren werden. Im ersten Zeitraum (also vor der heissen Phase der Krise) sind das durchschnittlich 405 Kinder/Monat, im zweiten Zeitraum sind es dagegen 433 Kinder/Monat.

Die Frage hierbei ist, ob das ganze zufällig ist, oder tatsächlich der Krise folgt. Ich habe mir dazu die Daten der Vorjahre angeschaut (ab 2005) und auch dort werden in der zweiten Jahreshälfte mehr Kinder geboren als in der ersten, auch das „Loch“ im Sommer ist deutlich sichtbar. Zum Jahresende gehen die Zahlen dort aber wieder zurück.

geburtenzahlen 2005-2009 kl

Grosse Version nach dem Klick aufs Bild, Daten von Statice.

Was aber auffällt, ist der schon erwähnte Anstieg der Geburtenzahlen im Juli und August 2009, der sich so sonst nicht findet und der insgesamt deutlich höheren Geburtenzahl des Jahres 2009 insgesamt. Ich denke, das lässt wenig Fragen offen.

Über die genauen Gründe für diesen Anstieg lässt sich nur spekulieren, vermutlich spielt aber eine Rolle, das Schwangere einen erheblich erweiterten Kündigungsschutz geniessen und die Erziehungszeiten nach der Geburt als Beitragszeit für die Arbeitslosenversicherung gelten – man ist in dieser Zeit also nicht arbeitslos. Auch soziale Faktoren, wie ein zusammenrücken und eine höhere persönliche Nähe (siehe auch die Entwicklungen nach dem großen Stromausfall in New York in den 70ern) spielen sicher eine wichtige Rolle.

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SOe September 13, 2010 um 15:24 Uhr

Meine Vermieterin ist Hebamme und bestätigte mir dies schon vor einer Weile. Familie ist wieder wichtiger geworden.

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