Museumdorf Glaumbaer [1.]

by Christian on 7 November, 2010

Bis vor erstaunlich wenigen Jahren waren feste Gebäude in Island relativ selten. Der Grund dafür war die Holzknappheit und daraus resultierend hohe Holzpreise – alles Holz musste entweder per Schiff eingeführt oder als Treibholz gesammelt werden. Verbreitet war deshalb die Bauweise der Torfhäuser.

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Detailansicht der Wand eines Torfhauses. Die einzelnen Lagen sind hier schräg übereinandergestapelt.

Diese haben einen Dachstuhl aus Holz, sind ansonsten aber auch Torf oder Grassoden aufgeschichtet. Bedingt durch ihre Bauweise benötigen diese Häuser permanente Pflege, ansonsten verfallen sie ziemlich schnell und sind bald nicht mehr zu erkennen. Aus diesem Grund gibt es in Island kaum noch solche Häuser oder Kirchen, ausser sie wurden beizeiten in Museen überführt und entsprechend gepflegt.

Ein solches Beispiel ist das Museumdorf Glaumbaer (benannt nach dem gleichnamigen Bauernhof), das in Nordisland einige Kilometer nördlich von Varmalid liegt.

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Frontansicht des Hofes im Glaumbaer. Hier sind nur fünf der sechs Giebel zu sehen.

Der Hof wurde vermutlich im 11. Jahrhundert vom isländischen Endeckerepaar Thorfinn Karlsefni und Guðríður Þorbjarnardóttir gegründet. Die ältesten und heute noch erhaltenen Teile des Hofes stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Der Hof ist mit seinen sechs weissen Giebeln und 13 Räumen ein sehr grosser Hof, der von einer wohlhabenden Familie bewohnt war. Zum Hof gehört ausserdem ein um 1870 zweistöckiges Wohnhaus. Der Hof war in seiner heutigen Form bis 1947 bewohnt und steht seit 1948 unter der Obhut des Nationalmuseums.

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Fenster auf der Rückseite des Hofes. Die Fenster waren so ausgerichtet, das sie maximal viel Licht einlassen konnten.

Einige weitere Fotos gibts in der Gallerie zum Beitrag.

{ 3 comments… read them below or add one }

Ariane November 7, 2010 um 16:21 Uhr

Das ist ja wirklich irre! Sind die Fotos in dem Letzten Bild wirklich fast auf Bodenhöhe??

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Christian November 8, 2010 um 15:45 Uhr

Du meinst die Fenster? Nee, da ist die Unterkante vielleicht auf 1,50m Höhe.

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leslie November 10, 2010 um 00:17 Uhr

Sowas ähnliches haben wir hier in Schleswig Holstein auch. :-)

http://www.freilichtmuseum-sh.de/

Mlg

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