Niedrige Wahlbeteiligung in Island

by Christian on 29 November, 2010

Die Wahlbeteiligung bei den Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung war für isländische Verhältnisse extrem niedrig. Sie betrug etwa 36% (was 83.000 abgegebenen Stimmen entspricht) und liegt damit weit unter der Beteiligung am Icesavereferendum – damals waren etwa 63% der Wähler an die Urnen getreten. Rechnerisch muss Kandidat jetzt etwa 3200 mal an erster Position auf dem Wahlzettel stehen um gewählt zu werden.

Auch historisch ist das Ergebnis sehr schlecht, so hatte nur die erste Wahl einer Regierung 1916 eine schlechtere Beteiligung. Damals war Island allerdings noch eine dänische Kolonie. Die Wahlbeteiligung der letzten Parlamentswahlen lag um 85%. Bemerkenswert ist auch die hohe Zahl ungültiger Stimmen.

Als Gründe gilt unter anderem der relativ komplizierte Wahlmodus. Um eine Stimme abzugeben, mussten die Wähler die Kandidatennummern von bis zu 25 Kandidaten auf ihrem Wahlzettel eintragen. Es sind bisher eine ganze Reihe von Stimmzetteln gefunden wurden, bei denen dieselbe Nummer immer wieder eingetragen wurde. Auch die Notwendigkeit einer verfassungsgebenden Versammlung ist umstritten, so daß vermutlich Wähler, die davon nicht überzeugt sind, einfach zu Hause geblieben sind.

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