Herstellung von Laufabraud

by Christian on 12 Dezember, 2010

Über Laufabraud, welches typischerweise zum isländischen Weihnachtsmenu dazugehört, hatte ich ja schon ein paarmal geschrieben. Da man die fertigen „Brote“ ganz bequem im Supermarkt kaufen kann, ist das auch kein großer Akt. Dann gibt es in der Tiefkühltruhe noch folgende Pakete:

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Das ist tiefgefrorener roher Teig für Laufabraud, der später in Fett ausgebacken werden muss. Das ist quasi die mittelbequeme Variante, wer alles selber machen will, findet hier ein Rezept für den Teig, der dann superdünn ausgerollt werden muss.

Da wir noch etwas unsicher ob des Handlings waren, haben wir Freunde gefragt, wie man das so macht und sind dann spontan zum Laufabraudbacken eingeladen worden (an dieser Stelle nochmal vielen Dank). Das ganze ist eigentlich nicht besonders kompliziert, Fett heiß werden lassen und in der Zwischenzeit mit einem scharfen und spitzen Messer die Teigfladen verzieren. Dazu ritzt man sie ein und klappt die Stücke dann über.

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Fertig verzierter Teigfladen.

Dabei muss man im wesentlichen darauf achten, die Teile beim bewegen und beim schneiden nicht kaputtzumachen. Ausserdem müssen sie vor dem austrocknen bewahrt werden, dazu deckt man alle Fladen, die nicht gerade bearbeitet werden am besten mit einem feuchten Küchentuch ab.

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Danach werden die Fladen einzeln in heißem Fett ausgebacken, bis sie goldbraun sind. Nach dem herausnehmen sollte man sie gut abtropfen und abkühlen lassen.

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Elkü Dezember 12, 2010 um 12:35 Uhr

Diese halb-bequeme Variante kannte ich noch gar nicht! Das wäre was für mich! Statt Plätzchen backen, dazu hab ich nämlich keine Lust. Aber so ein paar eigene Muster entwerfen, au ja! Danke für den schönen Tipp! Morgen gleich mal schauen, ob’s die auch im Kjarval in Vík gibt… Sonst muss halt doch selbst gerollt werden. ;-)

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steffi Dezember 13, 2010 um 10:02 Uhr

…bitte bitte, war uns ein vergnuegen :-)

aber Christian, natuerlich nimmt man die gefrorenen fladen von Kristjánsbakari aus Akureyri!!!!! ;-Þ

das problem am laufabrauð ist nur dass es so einen hohen suchtfaktor hat, und einmal angefangen zu knabbern hört man nicht mehr auf… sprich mim weihnachtsessen wird dann doch wieder gekauftes laufabrauð auf den tisch kommen…

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Ariane Dezember 13, 2010 um 13:02 Uhr

Die sehen lecker aus!

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eule70 Dezember 13, 2010 um 21:36 Uhr

Als ich im Isländischen Nationalmuseum zum ersten Mal Laufabrauð sah und las, dass es durch ein von Dänemark verhängtes Mehl-Embargo entstanden ist, ging mir das ziemlich nahe. Man hat nur ganz wenig Mehl, und daraus macht man dann etwas ganz Kunstvolles…
Es ist schön, dass das als Weihnachtsbrauch erhalten geblieben ist – obwohl sie jetzt genügend Mehl importieren können (wenn sie nicht wegen des Klimawandels bald selbst eigenes Mehl haben werden).
Und: ich würde das ja gerne mal kosten. Ob das wohl auch mal exportiert wird?

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Christian Dezember 14, 2010 um 21:33 Uhr

Kann man schon, das Laufabraud ist aber ziemlich fragil und wird vermutlich den Transport nicht heil überleben.

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marled Dezember 14, 2010 um 17:02 Uhr

Du kannst es bestellen, ist allerdings auf Grund des Expressversandes ziemlich teuer.
http://nammi.is/kristjans-laufabraud-leaf-bread-586-gr-p-419.html
Ich habe es auch schon selbser gebacken, obwohl die kunstvollen Verzierungen habe ich nicht ganz so kunstvoll hingekriegt.
http://icecook.blogspot.com/2006/11/icelandic-christmas-bread-laufabrau.html

Marled

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Christian Dezember 14, 2010 um 21:35 Uhr

Die Verzierungen sind eine Frage der Übung. Ich habe am Wochenende im Museumsdorf in Árbaejar da Leute die Verzierungen schneiden sehen und die waren erstens erheblich schneller und zweitens auch kunstvoller.

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Ines Dezember 17, 2010 um 07:49 Uhr

Hallo Christian, Dein Artikel über das Laufabraud hat uns richtig Lust gemacht, es sebst einmal zu backen. Wie spricht man Laufabraud eigentlich aus? Liebe Grüße aus dem tief verschneiten Deutschland.

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marled Dezember 18, 2010 um 08:55 Uhr

Hallo Ines!
Hier kannst du dir das Wort: laufabrauð (und andere) vorlesen lassen. Musst allerdings drauf achten, dass es auch richtig geschrieben ist, am besten über Kopieren und Einfügen.
http://www.vefthulan.is/lesa-texta
Marled

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Ines Dezember 20, 2010 um 09:58 Uhr

Hallo Marled,
Danke für die Info! Es ist doch schließlich besser, wenn man auch ausprechen kann, was man da gebacken hat und ißt. ;-)
Der Teig ist so herrlich einfach zu herzustellen und das Muster „Basteln“ macht Riesenspaß, und wenn das alle noch bei original isländischer Musik gemacht wird, ist das wie ein bißchen Islandurlaub!
Viele Grüße Ines

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