vulkanische Verwirrungen

by Christian on 11 Februar, 2011

Vor einigen Tagen hatten sich zwei isländische Vulkanologen zu möglichen zukünftigen Vulkanausbrüchen in Island geäußert. Das ganze war spekulativ, da natürlich niemand vorhersagen kann, wann welcher Vulkan ausbrechen wird. Man kann zwar bestimmte Anzeichen (wie Erdbeben, vulkanischen Tremor oder die Ausdehnung des Bodens) messen und darauf Rückschlüsse auf mögliche Aktivitäten ziehen, eine exakte Aussage ist aber schwierig bis unmöglich. Deshalb sind Warnungen immer Ernst zu nehmen, auch wenn sie manchmal nicht eintreffen.

Verschiedene britische Zeitungen scheinen die Eruption des Eyjafjallajökull und seine Folgen noch deutlich vor Augen gehabt zu haben, als sie die relativ diffuse Warnung vor möglichen Vulkanausbrüchen unter dem Vatnajökull in der Zukunft (die auf jeden Fall passieren werden), gelesen haben. Daraus wurden dann „unmittelbar bevorstehende Ausbrüche“ („Icelandic volcano ’set to erupt'“, The Daily Telegraph) oder die Befürchtungen vor Ausbrüchen, die den letztjährigen in den Schatten stellen würden („Not again! Icelandic volcano set to erupt dwarfing last year’s devastation, warn scientists“, The Daily Mail).

Diese Artikel veranlassten das isländische Wetteramt (das für die Vorhersahen zuständig ist) zu einer Stellungnahme. In dieser heisst es, das es aktuell keinerlei Anzeichen für einen Vulkanausbruch unter dem Vatnajökull gibt und das isländische Wetteramt auch keinerlei Warnungen vor einer Eruption herausgegeben hat, die mit erhöhter Seismik unter dem Gletscher zusammenhängen. Wenn es Anzeichen für eine Eruption gibt, wird das Wetteramt unverzüglich eine Warnung herausgeben.

Der ursprünglich interviewte Vulkanologe Páll Einarsson, sagte das er sehr überrascht gewesen sei, welche Kreise seine Äußerung gezogen haben und weit über seine eigentliche Aussage im Interview herausginge. Ausländische Medien hätten dann seine Aussagen aufgegriffen und das ganze hätte sich hochgeschaukelt.

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Wini Februar 13, 2011 um 10:10 Uhr

…kopfschütteln!! als vor kurzem der vulkan in südjapan ausbrach und eine noch höhere aschewolke ausstiess als der eyjafjallakökull, hat man das kaum komentiert selbst der internationale flugverkehr machte nichts daraus ausser einen kleinen nogen. ich zweifle an der fähigkeit der europäer mit der natur umzugehen und solche ereignisse vernünftig einschätzen zu können.

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Christian Februar 13, 2011 um 12:19 Uhr

Ganz so harsch würde ich die Europäer jetzt nicht angehen. Kein Risiko einzugehen, ist nicht falsch, wenn erstmal ein Flugzeug vom Himmel fällt, weil es durch die Aschewolke geflogen ist, ist das Geschrei groß. Beinaheunfälle gabs ja nun mehrere. Der Unterschied zu Europa ist auch, das hier die ganzen transatlantischen Routen durchgehen (nördlich oder südlich von Island), und die halt massiv betroffen waren. Pech war ebenfalls die Hauptwindrichtung zu der Zeit, die das praktisch komplett nach Europa gedrückt hat.

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