Gletscher in Island auf dem Rückzug

by Christian on 18 Mai, 2011

Als Folge der globalen Erwärmung befinden sich Gletscher weltweit auf dem Rückzug – die isländischen stellen dabei keine Ausnahme dar. Aktuelle Schätzungen von isländischen Wissenschaftlern gehen davon aus, das die Gletscher in Island in 200 Jahren komplett verschwunden sein werden, wenn die Erwärmung weiter so anhält wie bisher.

gletscherberg

Neue Forschungsergebnisse zeigen jetzt, das die drei grössten Gletscher Islands (Langjökull, Hofsjökull und Vatnajökull) sehr unterschiedlich auf den Klimawandel reagieren. Der wichtigste Faktor dabei ist die Lage des Gletschers zum Meer.

Von den drei oben genannten Gletschern liegt der Langjökull am westlichen Rand des Hochlandes am niedrigsten und schmilzt daher schneller ab, als Hofsjökull und Vatnajökull. Der Hofsjökull liegt im zentralen Hochland und erstreckt sich bis auf eine Höhe von 1800 und schmilzt daher langsamer ab. Er hat in den letzten 15 Jahren trotzdem geschätzte 10 Kubikkilometer an Eis verloren, das sind ca. 5% seines Eisbestandes.

Auch wenn die Gletscher in der Summe schrumpfen ist dieser Prozess jahreszeitlich verschieden. Im Winter nehmen die Gletscher an Grösse zu, wie stark hängt von den jeweiligen Niederschlägen ab. Der Winter 2010-11 war in dieser Hinsicht sehr ergiebig, so wuchs der Hofsjökull dabei um 1,73m. Dieser Wert liegt um 18% über dem Durchschnitt der Jahre 1988-2010.

Auch der letzte Sommer lag hier über dem Durchschnitt, die Gletscher Islands sind dabei so stark abgeschmolzen wie nie zuvor, seit die Messungen begonnen haben. Der klimatisch bedingte Effekt wurde durch Asche des Eyjafjallajökull verstärkt, da sich die dunklen Ascheschichten auf den Gletschern stärker aufheizen.

Der Vatnajökull ist Island höchstgelegener Gletscher, seine höchste Erhebung ist die Hvannadalshnjúkur, der mit etwa 2100m auch gleichzeitig Islands höchster Berg ist. Auch wenn die niedriger gelegenen Auslaßgletscher wie der Breidamerkurjökull stark vom Rückgang betroffen sind, ist der Vatnajökull gesamt betrachtet noch relativ wenig betroffen. Es steht aber zu befürchten, das sich dieser Prozess in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch beschleunigen wird.

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Sabrina Mai 18, 2011 um 21:36 Uhr

Selbes Problem bei uns in der Schweiz, wobei man letztes Jahr versucht hat den Aletschgletscher teils mit einer Art Plastikplane zu überdecken damit er wieder wächst und hat auch funktioniert… muss mal schauen ob ich was im Netz finde…

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leslie Mai 20, 2011 um 15:18 Uhr

Gletscher mit Folien abdecken:-/

Wird im Sommer gemacht um ein verstärktes abtauen zu verhindern.
Wird im Endeffekt aber auch nix bringen,
da es den Alpen immer häufiger im Winter an Niederschlägen fehlt.
Letzter Winter soll ja besonders grausam gewesen sein.

Mfg

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Wini Mai 20, 2011 um 15:48 Uhr

Ich sehe jeden Tag an die Alpengletscher. Manchmal tuts weh, wenn man sieht wie die schwinden. Andererseits habe ich schon die tollstem Dinge gesehen in den neu entstandenen Gletschervorfeldern.
Mache aber immer noch lieber eine Gletschertour als eine Foliemtour.
Wünsche allen einen kalten Sommer, damit die Gletscher nicht noch mehr schmelzen :-)
Gruess Wini

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Stefán Mai 21, 2011 um 20:06 Uhr

Ich würde sagen, ab jetzt schmilzt der Gletscher ein wenig schneller. Seit 18:00 gibt es mal wieder einen Ausbruch, wie der wohl wird?
Schade nur, daß der Vulkan so abgeschieden ist, der Eyjafjallajökull war da leichter zu beobachten!
Grüße
Stefán

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leslie Mai 22, 2011 um 03:00 Uhr

Es ist soweit.
http://vulkane.net/blogmobil/?p=2090
Update 23:15 Uhr: Wie gerade bekannt wird, hat die Eruption am Grimsvötn bereits begonnen! Um 20 Uhr (GMT) stieg eine Eruptionswolke auf und erreichte eine Höhe von 11 km. Ein Aufklärungsflugzeug ist auf dem Weg zum Gletscher-Vulkan.
Den wenigen Informationen nach scheint es sich um einen größeren Vulkanausbruch zu handeln. Ich bin gespannt, ob es wieder zu einem Flugverbot kommen wird.

Seit heute abend ist eine seismische Krise am subglazialen Vulkan Grimsvötn im Gange. Unter dem Gletscher Vatnajökull ereigneten sich in der letzten Stunde ca. 40 Beben. Die meisten konzentrierten sich im Bereich der Vulkane Grimsvötn und Barabunga. 4 Beben hatten eine Magnitude größer als 3. Zudem stieg der Wasserstand des Gletscherflusses Gigja um 30 cm an. Es liegt die Vermutung nahe, dass der Wärmefluss unter dem Gletscher stark angestiegen ist. Möglicherweise findet unter dem Eis bereits ein Vulkanausbruch statt.

Die seismische Aktivität beschränkt sich nicht auf den Subglazialen Vulkan, sondern zieht sich durch die gesamte Störungszone im Südosten der Insel. Im Bereich der Laki und der Katla wurden ebenfalls zahlreiche Beben registriert.

Da gibts jetzt auch mächtig Gletscherschmelze.

Webcams aufbauen,aber schnell.

Meinetwegen auch fliegende. :-)

Mfg

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Sebastian Mai 23, 2011 um 05:34 Uhr

Die Webcams sind schon vorbereitet, bzw eine schon online.
http://live.mila.is/grimsvotn/

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Jacky Mai 23, 2011 um 08:17 Uhr

Hier wären noch Videos dazu! :-)

http://www.ts-bochum.de/?p=800

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Sven Trowe Mai 23, 2011 um 08:37 Uhr

Hallo,

was macht denn Christian?
Ist der im Urlaub? Da ist so ruhig. Man bekommt gar keine news.

Viele Grüße Sven

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Christian Mai 23, 2011 um 22:45 Uhr

Ich bin ja da. Nur am WE war ich halt ohne Netz unterwegs. Und habe vom Ausbruch erst was mitbekommen, als bei uns Aschewolken ankamen. Jetzt sollte es hier langsam etwas aktueller werden :-)

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