Vulkanausbruch des Grímsfjall

by Christian on 23 Mai, 2011

Am Samstag, dem 21.5.2010 ist der Grimsfjall ausgebrochen (das ist den Lesern des Blogs ja nicht entgangen :-) ). Dem voraus gingen eine Anzahl von kleinen Erdbeben, wie hier auf der Erdbebenkarte des Vatnakjökull zu sehen ist. Vier Erdbeben erreichten eine Stärke von mehr als 3 auf der Meßskala, das stärkste sogar 4,1. Diese Beben dürften durch aufsteigende Lava verursacht worden sein, das Muster war bei den letzten Ausbrüchen jedenfalls gleich. Eine Reihe von Minibeben wurden von einigen stärkeren Beben gefolgt, denen dann der Ausbruch folgte.

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Ebenfalls vor dem Ausbruch stieg der vulkanische Tremor im Bereich des Grimsfjall stark an.

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Kurz vor dem Ausbruch kam es zu einem Anstieg die Gígja um 30cm, hier sorgte vermutlich die verstärkte Aktivität des Vulkans für ein verstärktes Abschmelzen des Gletschers.

Die Eruption ist ziemlich stark zu sein, da die Asche- und Dampfwolke bis in gut 20km Höhe aufgestiegen ist. Sie wird bereits jetzt als grösser als die Eruption des Eyjafjallajökull 2010 eingeschätzt und Experten bezeichnen diesen Ausbruch als den stärksten des Grimsfjall der letzten 100 Jahre.

Die Asche hat sich mittlerweile in praktisch ganz Island verteilt, Berichte über starke Ascheniederschläge gibt es aus Akureyri, Selfoss und anderen Städten. Das haben wir in der Nähe von Geysir gestern abend auch mitbekommen, hier betrug die Sicht teilweise unter 500m, am nächsten Morgen war alles draussen von einer dünnen Ascheschicht bedeckt (Fotos dazu folgen später). Extrem davon betroffen ist der Bereich um Kirkjubaejarklaustur und des Skeidarasandur, in beiden Bereichen ist auch die Ringstrasse aktuell komplett gesperrt. Eine Verteilung der Aschwolke über Island mit aktuellen Daten ist hier zu finden.

Die Aschewolke beeinträchtigte auch direkt den isländischen Flugverkehr, aktuell gibt es aber wenig Störungen. Reisende sollten aber unbedingt die Informationen des Flughafens in Keflavik bzw. ihrer Fluglinie beachten.

Und es ist natürlich typisch, das ein solches Ereignis passiert, wenn ich mal ein Wochenende ohne Netz unterwegs bin.

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eule70 Mai 23, 2011 um 20:37 Uhr

Ja, typisch auch für uns, dass wir gerade zwei Tage weg waren und keinerlei Nachrichten zur Kenntnis genommen haben :-D. Erst vorhin bei der Heimkehr das Bild in der Frankfurter Rundschau, Fernsehen angeschaltet, da kam nicht viel, also sofort unsere beste Informationsquelle den Island-Blog angezapft! Dank für die Informationen.
Asche und Sichtbehinderung über ganz Island – das ist ja noch schlimmer als beim Eyjafjallajökull !

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Johannes Mai 24, 2011 um 06:16 Uhr

Warum schreibst du eigentlich vom Grímsfjall, während sonst immer vom Grímsvötn die Rede ist? Ist der eine der Vulkan und der andere der Gletscher obendrauf?

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Christian Mai 24, 2011 um 09:07 Uhr

Weil der Vulkan eigentlich Grímsfjall heisst. Grímsvötn ist eher Name des Sees unter dem Gletscher (vatn=Wasser). Es werden aber beide Namen synonym gebraucht, besonders in den Medien findet eine Unterscheidung nicht statt.

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