Vulkanausbruch des Grímsvötn [2.]

by Christian on 24 Mai, 2011

Der Ausbruch des Grímsfjall geht auch heute weiter, die ausgeworfenen Asche- und Lavamengen haben sich nach Schätzungen von Geologen aber verringert. Wurden in der Anfangsphase der Eruption geschätzt 10.000 Tonnen Lava pro Sekunde gefördert, hat sich diese Menge mittlerweile auf geschätzte 2000 to/sek (ca. 700 Kubikmeter/sek) reduziert. Diese Mengen sind aber immer noch gewaltig, so hat der Grímsfjall in den ersten 48h der Eruption so bereits etwa gleichviel Material ausgespuckt, wie der Eyjafjallajökull während des gesamten Ausbruchs.

Wie lange der Vulkan noch Asche ausspucken wird, hängt auch davon ab, wielange die austretende Lava in Kontakt mit Gletschereis/Wasser kommt. Tut sie das nicht mehr, bildet sich auch kaum noch Asche. Isländische Vulkanologen halten es aber auch noch für möglich, das sich eine neue Spalte unterhalb des Vatnajökull öffnet. Würde dieses geschehen, kommt es zu neuen Aschewolken und auch zu Gletscherläufen. Die aktuelle Gefahr von Gletscherläufen wird als gering eingestuft, da sich der Grímsvötn (der See unterhalb des Vatnajökull am Grímsfjall) ja letzten November entleert hat.

Die Asche ist in einem Bereich von Vík bis Kirkjubaejarklaustur im Moment das grösste Problem. Von dort werden je nach Windrichtung Sichtweiten von 1-500m gemeldet. Richtig schlimm dran sind die Bauern, deren Schafe jetzt mit den Jungtieren auf den Weiden sind (was üblich ist um diese Jahreszeit). Die können die Tiere teilweise weder finden (weil die Sicht zu schlecht ist) noch sie alle richtig unterbringen, weil die Herden durch die neuen Jungtiere zu groß für die Ställe sind. Es gibt auch bereits Berichte über tote Tiere. Wie es da weitergeht, ist im Moment völlig unklar. Die Ringstrasse im Süden ist wegen der Aschestürme weiterhin voll gesperrt, Informationen darüber gibt es hier .

Flüge in Keflavik werden im Moment wohl nicht beeinträchtigt sein, in Schottland und Irland wird es heute aber wohl zu Flugstreichungen kommen. Auch der Besuch des amerikanischen Präsidenten Obama in Irland wurde aus Sorge vor der Aschewolke verkürzt. Für Flugreisende empfiehlt es sich aber immer, die Abfluginformationen der Fluglinien bzw. Flughäfen genau im Auge zu behalten, die des Flughafen in Keflavik finden sich hier.

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Johannes Mai 24, 2011 um 09:47 Uhr

Vielen Dank für die Erklärung bzgl. Grímsfjall versus Grímsvötn. Tolle Berichterstattung hier im Blog!

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Georg Mai 24, 2011 um 13:43 Uhr

mach da mal nen Korken rein in den Vulkan, am 2. Juni kommt Juliana mit Flugzeug und irgendwelche Asche in der Luft wär da echt deplatziert, wenn die zu Flugstreichungen führt ;)

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