Ausbruch des Grímsvötn [3.]

by Christian on 25 Mai, 2011

Der Vulkanausbruch in Island ist in seiner Intensität weiter zurückgegangen, sagte der Geophysiker und Vulkanologe Magnús Tumi Guðmundsson in einem Vortrag beim isländischen Zivilschutz. Es würden nur noch 100 to/sec ausgeworfen, letzte Schätzungen gingen davor vom 10-20fachen aus. Magnús Tumi zufolge sei der Peak der Eruption überschritten und sie werde wahrscheinlich auch nicht wieder so grosse Lava- bzw. Aschemengen ausstossen. Der Ausbruch selber war deutlich stärker als erwartet, so stiess der Grímsvötn in den ersten 24 Stunden der Eruption mehr Material aus, als der Eyjafjallajökull während des gesamten Ausbruchs 2010 in 40 Tagen.

Der Ausbruch sei zwar noch nicht vorbei, werde aber wohl nur noch einige Tage weitergehen, das sei auch das Muster der letzten Ausbrüche des Grimsvötn gewesen. Die Asche werde vermutlich nur noch im Bereich des Vatnsjökull niedergehen. Seinen Angaben zufolge entspreche die Eruption des Grimsvötn einem durchschnittlichen Ausbruch der Katla.

Augenzeugenberichten zufolge, die in der Nacht auf dem Vatnajökull am Grimsvötn unterwegs waren, dampft es aus dem Krater nur noch leicht, was bedeuten würde, das die Eruption vorüber wäre. Ob sich das bestätigt, muss abgewartet werden.

In der Zwischenzeit hat sich auch die Verkehrslage entspannt, so wurde gestern abend ab 19 Uhr der gesperrte Abschnitt der Ringstrasse wieder freigegeben, allerdings betonten Vertreter von Polizei und Rettungsdienst, das die Sperrung jederzeit wieder aufgenommen würde, wenn sich die Sichtbedingungen verschlechtern würden. Es sieht so aus, als wird es hier noch für längere Zeit zu Problemen kommen können.

Bauern in der Gegend um Kirkjubaejarklaustur sind mit Hilfe des Rettungsdienstes und Freiwilliger dabei, Tiere zusammenzutreiben und sie auf die Höfe zu bringen. Eine bisher unbekannte Zahl an Schafen ist aufgrund der massiven Aschefälle verendet, allerdings ist die Zahl der toten Tiere geringer als zunächst befürchtet.

In Europa wirkt sich die Aschewolke immer weiter aus, von Flugsperrungen sind neben Irland und den britischen Inseln auch die Flughäfen Hamburg, Bremen und Berlin betroffen. Auch für Keflavik ist für die nächsten Tage nicht sicher, ob es nicht nochmals zu Sperrungen kommen wird. Für Reisende, die in Island festsitzen hat die Stadt Reykjavik kostenlose City Tickets zur Verfügung gestellt, mit denen man die Busse der Stadt und die Museen und Schwimmbäder kostenlos nutzen kann.

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