Flutwelle des Gletscherlaufs

by Christian on 10 Juli, 2011

Die Flutwelle des Gletscherlaufs scheint gegen 04 Uhr morgens am 09. Juli sehr plötzlich unter dem Gletscher hervorgebrochen zu sein. Das wird aus den Meßdiagrammen der Pegelstände am Múlaksvísl deutlich.

vdv graph 736712600901168

Ausschnitt aus dem Meßdiagramm des Pegelmeßstation am Múlaksvísl.

Demnach steigt der Pegel gegen 04 Uhr morgens schlagartig bis auf 5m an, bleibt für gut 1,5 Stunden sehr hoch und fällt dann schlagartig wieder ab, nachdem die Welle durchgelaufen ist.

Die weggespülte Brücke soll schnellstmöglich ersetzt werden, erste Arbeiten haben bereits in der Nacht von Samstag zu Sonntag begonnen. Die Dauer der Bauarbeiten wird auf mindestens 2-3 Wochen geschätzt, die Kosten werden bei 3-400 Mio isländischen Kronen liegen.

{ 5 comments… read them below or add one }

leslie Juli 11, 2011 um 11:08 Uhr

Gibt es Angaben über die Temperaturen des Wassers?

mFG

Antworten

a.more.s Juli 11, 2011 um 12:03 Uhr

Hmmm – ich muss bereits umplanen, um von Höfn nach Hella zu gelangen… Kennst du die Bergstraße 208 (Fjallabaksleid Nydri)? Im Moment ist die ja noch offen – habe zwar ein geländegängiges Fahrzeug, doch (noch) keine Hochlanderfahrung – gilt die Strecke bei einigermassen „normalen“ Wetterbedingungen grundsätzlich als schwierig oder eher einfach? Sorry für die Anfrage, konnte aber im Netz bis jetzt keine aufschlussreichen Informationen abrufen.

Antworten

Christian Juli 11, 2011 um 18:41 Uhr

Nein, dazu kann ich nichts sagen, da ich die Strasse noch nicht gefahren bin. Es hängt auch davon ab, wieviel Wasser die Flüsse führen.

Antworten

Stefan Juli 11, 2011 um 17:57 Uhr

@a.more.s: Die Fjallabaksleid nydri ist auch für kleinere Geländefahrzeuge normalerweise passierbar, speziell die erste Etappe von Hella nach Landmannalaugar oder von Norden nach Landmannalaugar ist durchaus gut zu fahren, es gibt nur kleinere Bäche. Der südliche Part ist jedoch etwas spannender, da gibt es neben Fahrten im Flußbett auch steile Anstiege im Sand und Geröll. Normalerweise gut befahrbar, wenn man sich und dem Auto nicht zuviel zumutet und vorsichtig unterwegs ist. Bei Regen mag das allerdings anders aussehen, da kann sich der Wasserstand der Flüße arg ändern und auch die Piste zu einer Rutschpartie wandeln. Wie sich allerdings der derzeitige Verkehr auf die Streckenqualität auswirkt wird schon in den Zeitungen diskutiert – es sollten hier die Grader häufiger zum Einsatz kommen.
Spannend finde ich aber, daß diese Strecken eigentlich nur für wenige Autos ausgelegt sind und die Stellen, an denen zwei Autos einander passieren können, nicht wirklich zu Hauf sind. Da wird wahrscheinlich einiges an Flurschaden zu erwarten sein.
Aber geradezu göttlich finde ich jetzt das Improvisationstalent der Isländer: Ein spezieller Bus wird aus Hólmavík geholt, 2 weitere Trucks werden eingesetzt um Passagiere und kleine Autos über die Stelle zu furten.
Stefan

Antworten

a.more.s Juli 11, 2011 um 19:20 Uhr

@ Stefan: Danke für die ausführliche Schilderung! Ich kann mir jetzt immerhin ein Bild davon machen, was in etwa von der Strecke zu erwarten ist. Leicht schmunzelnd nehme ich den „spannenderen südlichen Part“ zur Kenntnis – für gewiefte Hochlandfahrer mag der wohl „spannender“ sein, doch ich persönlich brauche keinen zusätzlichen Nervenkitzel, sind doch die Umstände im Süden eigentlich an sich schon Hochspannung pur. Ich werde mich natürlich noch vor Ort (spätestens in Kirkjubæjarklaustur) kundig machen – die Situation kann ja schon morgen eine völlig andere sein.

Antworten

Cancel reply

Leave a Comment


{ 1 trackback }

Previous post:

Next post: