Rekordzahl an Touristen in Island

by Christian on 13 Juli, 2011

Im Juni 2011 haben mehr ausländische Touristen Island besucht, als jemals zuvor. Nach Angaben des isländischen Tourismusbüros haben 65.606 Touristen Island über den Flughafen in Keflavik einen Besuch abgestattet, das sind 11.215 Reisende oder 20.6 Prozent mehr als im Juni 2010.

Wenn man sich anschaut, woher diese Reisenden kommen, sind 17,7% aus den USA, 14,6% aus Deutschland, 8,1% aus Norwegen, 6,9% aus Dänemark, 6,6% aus Großbritannien, 6,1% aus Schweden und 6% aus Frankreich. Diese sieben Länder stellen etwa zwei Drittel aller Reisenden im letzten Monat.

Insgesamt sind in diesem Jahr bereits 206,886 Menschen über Keflavik nach Island eingereist, das sind 36.636 mehr als im Vergleichszeitraum 2010 (Januar – Juni). Auch hier ist der prozentuale Zuwachs mit 20,8% sehr hoch. Wenn sich dieser Trend weiter fortsetzt, wird auch 2011 wieder ein Rekordjahr für die Reisebranche in Island.

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Steirer Sigerl Juli 14, 2011 um 16:27 Uhr

Bei der Einreise hatte ich auch das Gefühl, dass diesmal schon besonders viel Touristen da sind. Auf dem Weg von Ásbyrgi zum Dettifoss war es dann doch sehr einsam.
LG
Sigerl

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Steffen Juli 14, 2011 um 21:39 Uhr

Für die Wirtschaft ist es sicherlich toll, wenn viele Touristen kommen und es ist auch schön, wenn wenn viele Menschen die Natur und die Ruhe, die Stille und Frieden,sowie die Schönheit Islands richtig kennenlernen. Aber man merkt es schon, dass es langsam „enger“ wird.
1984 und 1986, bei meinen ersten Islandaufenthalten war es in Hveravellir, Landmannalaugar und an der Askia noch angenehm still – manchmal menschenleer. Manchmal denke ich mir mittlerweile, dass es gut wäre, wenn es öfter kühl, unwegsam, regnerisch und manchmal schwiergiger wäre in Island zu reisen. Für ein kurzes – da war ich auch schon – ist Island absolut viel zu schade.

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Martin August 7, 2011 um 12:22 Uhr

Ja dem kann ich leider nur zustimmen. Gerade zurückgekehrt von der 5. Islandreise muss man leider feststellen, das viele Reisende mit der falschen Einstellung/Bewußtsein nach Island reisen. Vor 11 Jahren zählte noch die Natur im Vordergrund. Alle Seifen etc. sollten biologisch abbaubar sein. Es wurde besondere Rücksicht auf die Natur genommen. Heute findet man in Dyrholaey in unmittelbarer Nähe vor den Papageientauchern unzählige Zigarettenkippen! Absperrungen dort wie auch an Geysir und sonstwo sind für viele nur fotostörende Elemente, hinter denen man sich fotografieren lassen muss. In Hveravellir waren wir mit 7 Bussen und 20 PKW geradezu entsetzt über den Massentourismus. Aber die Straße vom Gullfoss ist ja mit 12 km weiter ins Landesinnere zur bequemeren Anreise asphaltiert worden! Gleiches scheint gerade an Dyrholaey zu geschehen. Klar, die alte Straßenbauweise auf Island ist für den Massentourismus nicht geeignet und damit auch für die Isländer nach Abreise des letzten Touristen für den Rest des Jahres eine zusätzliche Belastung. Der Spagat zwischen geldförderndem Tourismus und Bewahrung der Natur ist sehr schmerzhaft. Spätestens wenn die Sprengisandur asphaltiert ist hat Islands Natur endgültig verloren.
Wir als Touristen und Kurzzeitbewohner dieser Insel müssen umdenken und wieder Respekt vor der Natur bekommen und nicht die ausgetretenen Pfade noch verbreitern, indem wir bewußt neben den von Isländern schon breit ausgelegten Gehwegen laufen (z.B. in Arnarstapi).

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