Verkehrsunfälle in Gewässern

by Christian on 7 August, 2011

Wenn man die Nachrichten vom Wochenende so liest, könnte man fast auf die Idee kommen, das es aktuell Mode ist, sein Fahrzeug in Flüssen oder Seen zu versenken. An diesem Wochenende haben sich gleich zwei derartige Unfälle ereignet, passiert ist mit viel Glück ausser Fahrzeugschäden nichts.

Bereits am Samstag, dem 06.08. versank ein tschechischer Reisebus im See Blautulón westlich des Vatnajökull. Dabei befanden sich 11 der 22 Touristen nicht im Bus, die restlichen wurden durch eine beherzte Aktion des Fahrers gerettet, der den Bus durch ein Fenster verließ und eine Dachluke öffnete, um ein Entkommen zu ermöglichen. Das es dabei nicht zu einer Katastrophe gekommen ist, scheint auch eine große Portion Glück gewesen zu sein, den Medienberichten zufolge sank der Bus in 51 Sekunden.

Warum es zu dem Unglück kam ist noch unklar, nahe der Unglücksstelle muss der See an einer Stelle gefurtet werden. Dort muss man sich im flachen Wasser nahe des Ufers halten, da es sehr schnell recht tief ist. Der Bus ist vollständig untergegangen und liegt in ca. 10m tiefem Wasser. Eine Meldung zum Thema (auf isländisch) mit einem Foto findet sich bei RÚV.

Heute wurde dann das Auto eines Schweizer Ehepaares in der Skyndidalsá (einem Fluss der in die Jökulsá í Lóni mündet) 50m im Fluss mitgerissen. Die beiden konnten sich auf das Dach ihres Fahrzeuges retten und alarmierten von dort aus die Schweizer Polizei, die dann den isländischen Rettungsdienst verständigte. Immerhin war ihnen bekannt, auf welcher Strasse sie unterwegs gewesen waren. Passiert ist hier nichts weiter, ausser das der Mietwagen stark beschädigt wurde.

Beide Vorfälle zeigen (leider wieder einmal), das Island einiges an Gefahren birgt, mit denen man nicht unbedingt rechnet. Daher ist neben sorgfältiger Planung auch immer eine konservative Risikoabschätzung wichtig. Und wenn man unsicher ist, sollte man lieber umkehren, als zu hohe Risiken eingehen. Hilfe kann man eigentlich immer von Leuten bekommen, die in der entsprechenden Region leben, so kann man sich beispielsweise an Tankstellen oder Restaurants über die Befahrbarkeit von Strassen informieren. Und wenn doch etwas passiert ist, ist der Notruf in Island 112, damit bekommt man im ganzen Land so schnell wie möglich Hilfe.

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Michael August 8, 2011 um 10:45 Uhr

Haben die Tschechen nicht, wie die Japaner damals, alles richtig gemacht? Da wo der Fluss am ruhigsten und breitesten ist, gibt es am wenigsten Strömung und er ist am flachesten… Da sollte man dann furten…

Das gilt aber glaub ich nicht für einen SEE!! ;-)

Schön das Du wieder da bist und ich hoffe, Du hattest dann so richtig „ruhigen“ Urlaub! :-)

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Ulla August 9, 2011 um 16:08 Uhr

Je mehr Touristen, um so mehr Leichtsinnige sind unterwegs!

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Sabrina August 9, 2011 um 18:41 Uhr

War vor zwei Wochen auf dem Weg zum Kerlingarfjöll, was mir da für Mietautos entgegen kamen unglaublich! Wenn ich mich richtig entsinne, erlauben doch keine Autovermietungen das fahren auf Hochlandpisten. Wobei mir gerade auffällt das die Kjölur Route ja eine sogenannte „braune“ Strasse ist… die wird wohl erlaubt sein…

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Christian August 10, 2011 um 08:51 Uhr

Ich habe bisher keine echte Bestätigung dafür gefunden, ob die Kjölur nun noch eine F-Strasse ist, oder nicht. Unabhängig davon enthalten die Mietbedingungen der meisten Mietwagenfirmen ein explizites Verbot diese Strasse zu nutzen, sie ist gerade im südlichen Teil häufig ziemlich holprig. Nichts, was ich mir mit einem Kleinwagen antun würde.

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Stefan August 10, 2011 um 19:59 Uhr

Wer sich die Heldentaten der Abenteuer-Busfahrer anschauen mag, sollte sich den Artikel auf grapevine.is nicht entgehen lassen. Offenbar war der Bus schon letzten September in einen Unfall verwickelt – laut Polizei war der auf der falschen Seite in die Kurve gefahren – die Darstellung der Busfahrer spricht dagegen von einem zu schnellen Jeep, der ihnen entgegen kam…
Schade, daß diese Spezialisten sich nicht irgendein Tagebauloch aussuchen, um ihre Autos und Busse mit viel Lärm und Getöse zu versenken. Wenn es denen nur um den Kick geht braucht es die isländische Natur doch nicht dazu!

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Sabine August 12, 2011 um 11:12 Uhr

Hallo!
Wir haben den „Abenteuerbus“ einen Tag vor dem Versinken im See am Campingplatz in Landamannarlaugar gesehen. Er erschien uns als echtes Angeberauto. Mit so einem Gefährt muss man unbedingt schnell über das Hochland brausen und mit großen Gespritze durch die Furten, möglichst dabei noch ein anderes Auto überholen, wie wir es mit eigenen Augen beobachten konnten. Laut Auskunft unseres (sehr umwelt-und naturbewussten) Reiseleiters scheinen sich in Island immer mehr „Autoprotze“ zu tummeln, die zu Hause oder in Afrika keine schönen und/oder sicheren Pisten finden, auf denen sie sich austoben können. Die machen jetzt in Island die Natur unsicher. Das ist extrem blöd und müsste unterbunden werden.
Wir hatten aber bis auf diese Vorkommnisse einen traumhaften Island-Urlaub mit bestem Wetter.

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Bettina August 14, 2011 um 21:19 Uhr

Warum glauben diese Menschen einfach nicht, dass Island kein Disney-Park mit Absicherungen ist?! Man muss schon hingucken, wo man hinläuft, wir hatten zum Glück einen Guide, der uns durch den Glymur führte… Ich meine nicht die übliche Route. Aber so allein ohne Respekt vor der Natur – ich weiß nicht!

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