Bus aus See geborgen

by Christian on 11 August, 2011

Gestern wurde der tschechische Reisebus, der letztes Wochenende im See Blautulón versunken ist, geborgen. Dazu befestigten Taucher zunächst Luftsäcke und Seile am Fahrzeug, bevor dieses dann mit einem Bagger an Land gezogen wurde.

Das Video zeigt die Bergung des Fahrzeuges, der zweite Beitrag geht auf Praktiken des Unternehmens ein und zeigt einige Beispiele dazu.

Mittlerweile steht das tschechische Reiseunternehmen in Island stark in der Kritik, da es in der Vergangenheit bereits mehrfach negativ aufgefallen ist. So wurde über rücksichtsloses fahren, überhöhte Geschwindigkeit und offroad fahren (das ist in Island streng verboten, da der so geschädigte Boden Jahrzehnte zu Erholung braucht) berichtet. Ein Video, das die Firma als Eigenwerbung genutzt hat (und das mittlerweile gelöscht wurde), zeigt ausserdem, das Fahrgäste auf dem Dach des Fahrzeuges sitzen. Die Firma selbst beteuert, sich immer an alle Regeln gehalten und auch immer rücksichtsvoll gehandelt zu haben.

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Werbungsvideo von Tatrabus.

Ich denke, das in dieser Sache das letzte Wort noch lange nicht gesprochen ist und dieser Vorfall Konsequenzen haben wird. Aktuelle Forderungen gehen von einer Lizensierung für ausländische Reiseunternehmen, von der Anwesenheit lizensierter isländischer Guides bis hin zu einem Verbot schwerer Busse und LKW (nichts anderes sind die Fahrzeuge von Tatrabus) im Hochland.

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Thomas August 11, 2011 um 08:17 Uhr

:-) Das 2. Video wird in Deutschland mal wieder gesperrt…..was hat denn die Gema daran wieder auszusetzen?

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Christian August 11, 2011 um 10:52 Uhr

Das Video ist mit Musik unterlegt. Ich habe jetzt noch eine Version gefunden, die ohne Ton ist (den braucht man ohnehin nicht), die müsste eigentlich problemlos funktionieren.

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Thomas August 11, 2011 um 08:27 Uhr

über einen Proxysever gehts natürlich. Sehr interessant, Danke!

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Thomas August 11, 2011 um 12:57 Uhr

Ja…jetzt gehts auch ohne Proxy :-)

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Stefán August 12, 2011 um 09:23 Uhr

Der Chef des Reiseunternehmens hatte sich laut RUV nun bei den Isländern und der isländischen Natur entschuldigt, die wollen nun die Kosten der Reinigung und Bergung übernehmen. Das allerdings würde ich sowieso als seine Pflicht ansehen…
Er schien allerdings in der Berichtserstattung eine Fremdenfeindlichkeit zu finden, die ich nicht so ganz nachvollziehen kann. Wer derart rücksichtslos durch die isländische Natur fährt, braucht nun nicht wirklich mit Applaus zu rechnen.
Und die Isländer verurteilen auch eigene Landsleute, wie vor einiger Zeit der Fall eines isländischen Offroadfans zeigt, der seine Fräsarbeiten in der Natur ebenso stolz im Internet verbreitete…

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Christian August 12, 2011 um 14:04 Uhr

Ich glaube das Reiseunternehmen war vom Ausmaß der Empörung deutlich überrascht. Seinen Ruf wird er nicht mehr retten, wo diese Busse auftauchen, sind sie wohl nicht mehr willkommen und werden mit Argusaugen beobachtet werden. Da habe ich nun kein Mitleid mit.

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Ulla August 12, 2011 um 12:26 Uhr

Solche oder ähnliche Gefährte sind uns auf dem Weg in die Askja auch mit überhöhter Geschwindigkeit begegnet! Dabei ging es nur ganz knapp an unserem Hochlandbus vorbei, Glück gehabt.
Gruß Ulla

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Martin August 13, 2011 um 12:37 Uhr

Das Video von Tatrabus bringt einen schon zum Kochen!
Zum einen die Rücksichtslosikeit allgemein,dann scheinen die Fahrer noch stolz auf ihre Tempoexzesse zu sein!
Sollen die doch in ihren heimischen Kiesgruben herumtollen!
Aber nicht in der einzigartigen Natur Islands!
Bin im Rettungswesen tätig,und es nervt manchmal schon,wenn wieder mal was passiert ist,nur weil jemand alle Hinweise,Gebote und Warnungen von Guides oder Einheimischen missachtet!Und wenn dann was passiert,sind immer die anderen schuld!
Manchmal wünschte ich mir schon,dass in Island nur noch einheimische Reiseunternehmen,Fahrer und Guides unterwegs sind….

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Biki August 14, 2011 um 21:30 Uhr

Dieses Fahrzeug und diesen Fahrer im Werbevideo habe wir im Juni getroffen. Leicht hyperaktiv der Typ. Hat den ganzen Abend geprahlt, was er alles mit dem Bus schafft und wieviel Strecke er macht.
Kein Wunder bei so einer Fahrweise.
Es gibt so viel zu schauen und zu genießen auf der Insel, da hat so eine Rallye-Fahrerei echt nix verloren.

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