Tourist verletzt sich in heisser Quelle

by Christian on 12 August, 2011

Ein französischer Tourist hat sich gestern im Rykjadalur nahe Hveragerdi Verbrennungen ersten und zweiten Grades zugezogen, als er in eine heisse Quelle gefallen ist. Zu dem Unfall kam es, als der Mann Fotos der Gegend aufnahm und dabei ausrutschte.

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Warnschild an einem Geothermalgebiet.

Auch hier wurden die Gefahren, die von diesen Geothermalgebieten ausgehen unterschätzt, leider muss man sagen „wieder einmal“. Warnschilder über heisse Temperaturen stehen dort aus gutem Grund, trotzdem sieht man immer wieder Leute, die ihre Hand ins (heisse) Wasser tauchen und sich dann wundern, das sie sich verbrennen.

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Unsicherer Untergrund in einem Geothermalgebiet Islands.

Ebenso gefährlich ist es, von den markierten Wegen abzuweichen und einfach so ins Gelände zu gehen. Ich kann die Faszination, die von diesen Gebieten ausgeht sehr gut verstehen, aber kein Foto der Welt ist es wert, plötzlich knöcheltief (oder auch tiefer) in kochendem Wasser oder Schlamm zu stehen. Das tückische an diesen Gebieten ist, das der Dampf den Boden von unten her angreift und unsicher macht, man sieht von oben nicht, wo der Boden nicht mehr trägt. Diese Gefahr besteht besonders dicht an aktiven Dampfsäulen.

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Wini August 12, 2011 um 10:58 Uhr

ja,ja die vielen tozris… in 5 wochen bin ich auch einer von denen. aber deine berichte haben mir schon so einiges gezeigt an das man einfach nicht denkt, wenn man es nicht kennt. danke!!! aber es ist leider auch bei uns so dass die meisten unfälle in den bergen aufgrund unvorsichtigkeit unwissenheit und all zu oft rücksichtlosigkei gegenüber natur, wild, mitmensch passieren. meist ist einfach mur unglaubliche dummheit ursache von unfällen mit oft krassen auswirkungen auf rettungsdienste und umfeld.
vernunft ist anscheinend ein gut, dass immer mehr verloren geht.
das busunglück, von dem du berichtet hast, löste nur kopfschütteln aus und sogar etwas wut auf menschen die sich cool finden wenn alles um sie herum drauf geht.
trotzdem einen schönen herbst.

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Barbara August 12, 2011 um 18:16 Uhr

Hallo Christian. Wir werden in vier Wochen auch zu Touris im wunderschönen Island und hoffen dann noch ins Hochland fahren zu können. Frage: Wie siehts aus mit Handyempfang im Hochland?

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Christian August 13, 2011 um 00:13 Uhr

Das hängt davon ab, wo ihr euch aufhaltet. Im zentralen Hochland würde ich nicht damit rechnen. Netzabdeckungskarten gibts beispielsweise hier:
http://siminn.is/einstaklingar/netid/dreifikerfid/3g-dreifikerfi/#x=489417&y=449200&z=1&cover=3GL&type=map

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Martin August 14, 2011 um 11:08 Uhr

Um dem Wahnsinn der Touristen bei der Naturzerstörung Einhalt zu gebieten bevor es ganz zu spät ist (in vielen Ecken ist dies uns Toruisten schon gelungen) sollte Island einen Flyer mit Verhaltenscodex herausbringen, der an den beiden Einfalltoren (Fähre und Flughafen) von jedem Touristen vor Betreten der Insel unterschrieben werden muss. Ähnlich derer in Singapur. Darin stehen auch die dort sehr drakonischen Strafen. (u.a. Rauchen in der Öffentlichkeit in Singapur z.B. 500 $ (ca.)). Ähnliches (und auch in eben jener Höhe und viel weiter Aufwärts) sollte in Island für Wege verlassen, Übersteigen einer Absperrung, und Wegwurf einer Zigarettenkippe, Offroad fahren neben der Piste … und ähnliche Dinge geschehen. Zur Überwachung müßten dann ein paar „Ranger“ an den neuralgischen Punkten das ganze mit Digitalkameras überwachen. Bei der Abreise wird dann kassiert, da jeder das unterschrieben hat, kann keiner sich rausreden er hätte von nichts gewusst. Finanzieren würde sich das Ganze von den Strafgeldern, der Rest könnte für Wiederbelebungsmaßnahmen verwendet werden.
Leider – befürchte ich – sind die Isländer ein zu höfliches Volk, um ihre Insel durch solche Maßnahmen für die kommenden Generationen nachhaltig zu schützen.
Besser jetzt die Insel von ein paar Touristen (vom Schlage „Beruf Sohn“ oder „Ich latsch da mal lang“) befreien, als in absehbarer Zeit gar keine Touristen mehr zu haben, da die Einzigartigkeit der Insel nicht mehr existiert.
Die Idee kannst du ja an entsprechende Gremien weiterleiten. Ich wäre froh, einen solchen Flyer bei meinem 6. Besuch auf der Insel unterschreiben zu müssen.

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Bettina August 14, 2011 um 21:23 Uhr

Unser Guide hat bei unserer letzten Tour wirklich Umwelt-Schw… über Satellit den Rangers angezeigt, weil sie im geschützten Bereich mit ihren tollen Offroad-Fahrzeugen gefahren sind. Will sagen: viele Leute denken, Island ist ein großer Disney-Freizeit-Park. Nee, so nicht!

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Jürgen August 16, 2011 um 14:18 Uhr

Ich kann Bettina bestätigen, was sich die Offroad Fahrer manchmal leisten ist eine frechheit. Ich versteh auch nicht warum menschen da Urlaub machen, die keinen respekt vor der Natur haben.

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tom August 17, 2011 um 15:42 Uhr

Ich kann im Großen und Ganzen meinen „Vorrednern“ nur zustimmen. Allerdings mit einer Einschränkung: Es gibt einige einheimische Geländewagen, die im Hochland wie die „Sau“ benehmen. Mit Volldampf durchs Geände abseits der Pisten. Leider habe ich das selbst beobachtet, und nicht nur einmal! Solange es bei denen kein Umdenken gibt (ist ja bloß Wildnis), wird es so weitergehen. Wobei ich die Pistenschweine ausländischer Herkunft wirklich nicht schönreden will!

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Ansgar Dasenbrock August 22, 2011 um 00:04 Uhr

zum Handyempfang. Sind vom Gulfoss die 35 Richtung Norden bis Hveravellir gefahren. Volle Netzabdeckung auf der gesamten Route. Selbst im tiefsten Þórsmörk war alles einwandfrei. Bekam mitten in der Wildnis ne SMS ;-)

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awik August 24, 2011 um 11:25 Uhr

Wir haben auch beobachtet, wie Eltern mit Kindern am großen Geysir saßen und die Füße reinbaumeln ließen… Die Kinder können es nicht besser wissen (wie auch, bei solchen Vorbildern), aber mit den Eltern hätte ich keine Sekunde Mitleid, wenn da was passiert…

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