Investitionen oder Ausverkauf des Landes?

by Christian on 30 August, 2011

In Island sorgen im Moment Pläne des chinesischen Investors und Multimillionärs Huang Nubo ein grosses Stück Land zu kaufen und dort ein Luxushotel und einen Golfplatz zu bauen, für erhebliche Unruhe.

Dabei geht es um das Landstück Grímsstadir á Fjöllum im Nordosten Islands, das buchstäblich im Nirgendwo liegt. Interessant wird die Gegend aber durch ihre Nähe zu Mývatn, Dettifoss, dem Ásbyrgi Naturreservat, dem Bergmassiv Herdubreid, dem Vulkan Askja. Die Grösse des Landes soll um 300 km² betragen (die Fläche Reykjaviks ist etwa dreimal so gross), der Kaufpreis bei 8,8 Mio US-Dollar (ca. 6,1 Mio Euro) liegen.

Die Hauptfrage die sich stellt, ist, warum für ein Hotel mit Golfplatz ein so riesiges Areal benötigt wird – und ob hier möglicherweise nicht alle Pläne auf dem Tisch liegen. Ebenso stellt sich die Frage, ob und wie sich ein Hotel in diesem Gebiet gewinnbringend betreiben lassen kann.

Das Land liegt im Rand des östlichen Hochlandes und dürfte im Winterhalbjahr schwer erreichbar sein, so das sich der Tourismus im wesentlichen auf die drei Sommermonate beschränken dürfte. Auch gibt es in dieser Ecke des Landes keine internationale Anbindung – Keflavik dürfte auf dem Landweg etwa 700km entfernt sein, so das für die angepeilte Zielgruppe zusätzlich Flugmöglichkeiten zu schaffen wären um dorthin zu kommen.

Die Frage nach möglichen anderen Interessen lässt sich relativ schnell beantworten: Durch dieses Gebiet fliesst einer der grössten bisher unregulierten Gletscherflüsse des Landes, die Jökulsá á Fjöllum. Zusätzlich gibt es in der Nähe bereits Geothermalgebiete, die zur Energiegewinnung ausgebeutet werden. Von Seiten des Investors wurde ein Interesse an Wasser- und Energierechten allerdings verneint.

Da der chinesische Investor nicht aus dem europäischen Wirtschaftsraum kommt, muss ein solcher Kauf durch die isländische Regierung genehmigt werden. Der zuständige isländische Innenminister sagte auch in einem Interview, das sowohl der Verkauf als auch mögliche Pläne für die Region sehr genau untersucht würden, bevor man eine Entscheidung über eine Zustimmung oder Ablehnung treffen würde.

Die Pläne sind mittlerweile auch in der internationalen Presse angekommen, so erschienen heute gleich zwei Artikel bei Spiegel Online zum Thema, diese sind hier und hier zu finden. Als englischsprachige Nachrichtenquelle hat sich CNN mit dem Thema beschäftigt, dieser Artikel ist hier zu finden.

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Anon August 31, 2011 um 07:29 Uhr

Island braucht Geld, soviel ist mir klar. Aber ausländischen Investoren würde ich immer kritisch begegnen. Denen ist nicht selten der Profit wichtiger als Land und Leute.

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egk August 31, 2011 um 08:12 Uhr

Da versucht jemand seine Dollar, die wie „Konfetti“ gedruckt werden, schleunigst in Realitäten umzutauschen … sprich in konkreten Besitz zu retten …
Mr. Huang Nubo hat wohl einen Tip bekommen (abgesehen von der strategischen Sicht: Stützpunkt/Präsenz Chinas in der Nordsee) ?

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Serian August 31, 2011 um 11:13 Uhr

Wenn ich richtig gerechnet habe, sind das knapp 3 €cent für den Quadratmeter. Für so ein schlappes Geld würde ich als Isländer mein Land nicht verkaufen wollen.
Auf der anderen Seite: Wenn das Schule macht, kaufe ich mir gerne für 30 € an einem schönen Plätzchen mal eben 1.000m² von Island.
Ein nettes Grundstück für ein kleines Ferienhäuschen…

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Anon August 31, 2011 um 12:58 Uhr
Christian August 31, 2011 um 14:07 Uhr

Da geht es erstmal generell darum, ausländische Investoren nicht generell abzulehnen. Sich kritisch anzuschauen, was die so vorhaben, ist aber sicher nicht falsch.

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Wini September 1, 2011 um 11:53 Uhr

Solche Szenerien gibt es uberall. In der schweiz (3xkleiner und 7mio Einwohner, kaum noch Platz für eine Kuh) kommt ein Ägypter und baut in einem Alpental genau dasselbe. Da gingen die Emotionen erst ricgtig hoch. Und heute kann es kaum jemand erwarten bis es fertig ist.
Denke, wie Du sagst Christian, erst mal prüfen. Dann aber richtig entscheiden!

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Londo September 1, 2011 um 13:26 Uhr

Danke für die Infos. Ich habe mich damit in einem Blogeintrag auseinandergesetzt und dabei auch auf dein Blog verlinkt. Hier der manuelle Trackback: http://www.eoraptor.de/blog/?p=192

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marcia September 5, 2011 um 17:50 Uhr

ich habe im August in Grímsstadir übernacht. Die Eisamkeit dieses Platzes ist wunderschön und ich würde immer wieder dort zurückkehren, wenn es so bleibt wie es gerade ist. Ein großes Hotel dort zu bauen, kann nur diese Eisamkeit zertören und die Schönheit dieses Ortes kaputt machen.

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