Strafe wegen Insiderhandels bestätigt

by Christian on 28 Februar, 2012

In Island kommt langsam auch die strafrechtliche Aufarbeitung der Wirtschaftskrise von 2008 voran. Der oberste Gerichtshof Islands hat jetzt die Strafe wegen Insiderhandels gegen einen früheren Angestellten des Finanzminsteriums bestätigt.

Der Abteilungsleiter im Finanzministerium Baldur Guðlaugsson war vom Reykjaviker Bezirksgericht 2011 wegen Insiderhandels zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Dabei ging es um den Zugang zu Informationen, die er aufgrund seiner Position im Ministerium erhalten hatte, die der allgemeinen Öffentlichkeit aber nicht zur Verfügung standen.

Konkret hatte Baldur Guðlaugsson am 02. September 2008 an einer Sitzung im britischen Finanzministerium teilgenommen, wo der Stand der Icesaveanlagen und mögliche Folgen daraus diskutiert worden. Am 17. und 18. September verkaufte er dann seine Anteile an der Landsbank für 192 Millionen Kronen. Dieser Schritt zog nach dem Crash sehr schnell Aufmerksamkeit auf sich, eine Untersuchung wurde eingeleitet, das Geld zunächst gesperrt.

Mit dem Urteil des obersten Gerichts wird Baldur Guðlaugsson nun als erster Isländer wegen Insiderhandels eine Gefängnisstrafe antreten müssen, zudem wurde der Erlös aus dem Geschäft beschlagnahmt.

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