Island ist verkauft

by Christian on 12 März, 2012

Der Titel liest sich zuerst etwas schockierend, gemeint ist aber hier nicht das Land, sondern die gleichnamige britische Einzelhandelskette Iceland Foods in Großbritannien. Die Kette wurde für 1,5 Mrd britische Pfund an Oswestry Acquico verkauft, zu den bisherigen Eigentürmern gehört zu 67% die alte Landsbank.

Der Gewinn für die alte Landsbank beträgt so etwa 1 Mrd britische Pfund oder gut 200 Mrd isländische Kronen, Geld was zur Tilgung der Schulden der alten Landsbank verwendet werden wird. Die Tilgung erfolgt nach einer Prioritätenliste, auf der sich auch die britische und niederländische Regierung befinden, nachdem diese die Sparer ihrer jeweiligen Länder nach der Icesavepleite entschädigt hatten.

Diese und weitere Erlöse aus dem Verkauf von Vermögen der alten Landsbank veringern damit auch die Summe, die Island den beiden Staaten schuldet. Und bevor Diskussionen über den Sinn dieser Zahlungen aufkommen: In diesem Fall ist die Zahlung zu leisten, da es sich um Vermögenswerte der insolvent gegangenen alten Landsbank handelt. Damit müssen auch weiterhin die Gläubiger bedient werden (der britische und niederländische Staat stellvertretend für die bereits ausgezahlen Bürger), bis dieses Vermögen erschöpft ist oder alle Forderungen beglichen sind. Nach den aktuellen Schätzungen sieht es allerdings so aus, als könnten mindestens 95% der Schulden aus solchen Vermögenswerten beglichen werden.

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Stefan März 12, 2012 um 18:19 Uhr

Für mich stellt sich die Frage, wieviel Geld in den zwei Volksabstimmungen, den Verhandlungen mit GB&NL und den unzähligen Icesave-Debatten verbraten wurde.
Und jetzt? War das Ganze nur eine Fehlrechnung/einschätzung, oder kommt das dicke Ende noch?
Vorher sah das Ganze ja so aus, als ob das isländische Volk viele Jahrzehnte lang die Schulden von Icesave rückzahlen muß. Es gab dazu sogar eine Website (www.iceslave.is) auf der man früher die Dauer der Rückzahlungen ermitteln konnte.
Stefan

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Christian März 13, 2012 um 09:56 Uhr

Warum man da nicht erstmal geschaut hat, was an Vermögen vorhanden ist, bzw. warum man bei einigen Punkten weitergemacht hat, obwohl sich abgezeichnet hat, das da noch was zu holen ist, ist mir auch unklar.
Die entsprechenden Komissionen, die die Reste der alten Banken abwickeln, mussten überhaupt erstmal einen Überblick bekommen, was noch an Vermögen vorhanden war. Und dann war das Ziel diese bestmöglich zu verwerten und nicht schnell zu verschleudern – etwas, was mit der Lebensmittelkette ja ganz gut gelungen scheint. Von daher wäre wohl etwas mehr Ruhe bei allen Beteiligten sicher nicht schlecht gewesen.

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