Verkauf der Perl gescheitert

by Christian on 26 April, 2012

Die Investorengruppe, die ein Gebot zum Kauf der Perl gemacht hatte, hat ihre Pläne fallengelassen. In einem Stellungnahme ihres Anwalts bezeichnete dieser das Verhalten der Stadt Reykjavik als Grund für die Aufgabe der Pläne. So habe die Stadt von vornherein die Errichtung weiterer Gebäude auf dem Gelände ausgeschlossen – die Investoren wollten dort ein Hotel mit angeschlossenem Spa und Wellnessbereich bauen. Auch Pläne stattdessen ein Naturmuseum zu bauen, seien abgelehnt worden. Die Stadt will nun einen Wettbewerb über die künftige Nutzung des Gebiets durchführen.

Perlan Reykjavik

Die Perl, ein Gebäude aus sechs Warmwassertanks und einer darauf gebauten Kuppel mit Restaurant, gehört aktuell dem Energieversorger „Orkuveita Reykjavikur“, der im Besitz der Stadt ist. Im Rahmen der Finanzkrise kam auch OR in Finanzprobleme, da auch Kredite zur Expansion der Firma aufgenommen worden waren. Aktuell versucht OR deshalb alle Grundstücke und Gebäude zu verkaufen, die nicht für den Betrieb notwendig sind, dazu gehört auch die Perl.

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leslie April 27, 2012 um 09:43 Uhr

So eine Perl´e sollte die Stadt behalten.

Sollen die Bürger der Stadt zusammenlegen.

Mfg

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Mezger, Margit April 27, 2012 um 21:17 Uhr

Hallo Christian!
Perla gehört schon irgendwie zu Reykjavik – aber, das was jetzt passiert ist hoch politisch und jeder Zug ist entweder richtig oder er ist grottenfalsch. Dass überhaupt jetzt wieder die Stadt und die Bürger selbst entscheiden ist für uns ein Traum hier. Das „Verhalten“ der Stadt Reykjavik – kannst du das näher kommentieren?
Ich stelle mir darunter vor, dass sich die Menschen sicherlich kein neues Spa wünschen – davon gibt es schon genügend – klar, Tourismus, der aber auch eingebremst werden sollte. Und: Naturkundemusem klingt eigentlich nicht schlecht – was sagst du dazu?
Also, warum überhaupt muss denn überhaupt gebaut werden?
Das ist doch unsinnig und zerstört weitere Schätze eurer Insel – nämlich die unglaublich faszinierende Natur, die es dort noch gibt.

Liebe Grüße und
bless
Margit

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Christian April 30, 2012 um 14:25 Uhr

Die Bürger entscheiden erstmal gar nichts – das tun der Bürgermeister und der Stadtrat der Stadt, die natürlich von den Bürgern gewählt worden sind. Ansonsten muss hier nach wie vor kräftig gespart werden, OR, zu dessen Besitztümern das Grundstück immer noch gehört, ist erst letztes Jahr mit einem Notkredit der Stadt vor der Pleite gerettet worden. Der Verkauf ist also nicht eine verrückte Idee, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Und zur Natur – Naturschutz ist wichtig und richtig, aber nur von Natur kann hier auch keiner leben. Es ist immer eine Balanceact.

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Lundi April 30, 2012 um 18:15 Uhr

@ Christian: Wir leben alle von der Natur, ohne Ausnahme! Du hast natürlich recht: Es ist ein Balanceakt! Die Perlan gehört nunmal zu Reykjavík und damit zu ÍS. Hab in den Schluchten/Spalten dort auch eine Theatergrupe beim Proben gesehn. Was machen diese Jugendlichen dann? In der Hotellobby proben? ;-)
Aber gerade Ísland als Flächenstaat hat es in der Hand seine besondere Natur zu bewahren. Die vorhandene Infrastruktur zu erhalten und auszubauen ist für dieses Land natürlich ein Kraftakt. Das zu finanzieren ist schwierig. Aber nicht jede Straße im „Ländle“ muß unbedingt asphaltiert werden. Ich stelle mal einen Link ein. Wenn das alles wahr wird, dann gruselts mir: Wird Ísland dann ein Land der Aluhütten und Kraftwerke? :-(
http://www.framtidarlandid.is/natturukortid/

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Christian Mai 2, 2012 um 13:53 Uhr

Die Aussage war bewusst etwas kontroverser. Die Gegend dort ist Naherholungsgebiet (bis runter zum Nautholsvik), das lässt sich nicht so leicht sperren.
Der Rest ist eine Frage der Politik. Die aktuelle Regierung ist überwiegend gegen solche Projekte, dementsprechend sind die in den letzten Jahren nicht wirklich vorangegangen. Wenn es bei den Wahlen im nächsten Jahr wieder einen Wechsel zu einer konservativen Regierung gibt (und danach sieht es im Moment aus), dann wird sich das wieder ändern…

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Mezger, margit Mai 4, 2012 um 16:52 Uhr

Falsch, Christian!
Jetzt werde ich gleich richtig sauer!
Von der Natur kann man leben!
Wirtschaftliche Notwendigkeit und Natur bewahren/Nachhaltigkeit und Naturschutz schließen sich nicht aus.
Vielleicht hast du das vergessen.

Margit Mezger

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Christian Mai 4, 2012 um 17:18 Uhr

Margit, das darfst du gerne so sehen. Und das ich nicht wirklich Befürworter eines Industriekurses bin, ist vielleicht auch klar. Ansonsten müssen die Menschen in Island aber leben und arbeiten können – und das nicht nur im Raum Reykjavik. Und dafür ist eine gewisse Entwicklung des Landes (befestigen von Strassen usw.) durchaus hilfreich – es dient auch dem Tourismus.

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Margit Mezger Mai 5, 2012 um 10:41 Uhr

Guten Morgen!
Dann hatte ich Dich falsch verstanden – das Befestigen von Straßen, der Aushub, Überfluten von Landschaften zwecks Staudämmen, all das dient dem Industriekurs – u n d den Menschen meinst Du?
Vielleicht bis zu einem gewissen Grad, aber das Herausragende an Island, so wie ich es erlebt habe, war/ist ja eben, dass die Menschen
sich auf dem Land behelfen, durchschlagen, improvisieren… und riskieren.
mpf, ich muss dringend mal mehr Infos einholen.
Eine gute Woche wünscht
Margit

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