Rennen um die Präsidentschaft wird interessanter

by Christian on 8 Mai, 2012

Die Entscheidung um den nächsten isländischen Präsidenten wird immer interessanter. So sind haben sich zwei zusätzliche Kandidaten um das Amt beworben, die Gesamtzahl der Kandidaten steigt somit auf acht.

Der siebte Kandidat ist der Geologe Ari Trausti Guðmundsson, der bei der Bekanntgabe seiner Bewerbung betonte, das die Gesellschaft auf den richtigen Pfad gelenkt werden und ethische Diskussionen gestärkt werden müssten (Hintergrund zur letzten Bemerkung ist, das der amtierende Präsident Ólarfur Ragnar es abgelehnt hatte, für sein Amt ethische Leitlinien aufzustellen).

Die achte Kandidatin ist Andrea J. Ólafsdóttir, die Vorsitzende der Hauseigentümerverbandes. So will die Situation bei den Hauskrediten und den Mindestlöhnen verbessern und „demokratische Verbesserungen“ anregen. Solche sehr klaren Ziele sind eigentlich schwierig, da die Person des isländischen Präsidenten eigentlich eine rein repräsentative ist – abgesehen von seiner Funktion, Gesetze zu unterschreiben bzw. in Referenden schicken zu können.

Den letzten Meinungsumfragen zufolge ändert die gestiegene Zahl an Kandidaten nichts an der Stellung der beiden Kandidaten, die die grössten Chancen haben, tatsächlich gewählt zu werden: Þóra Arnórsdóttir und Ólafur Ragnar Grímsson. In den letzten Umfragen führte Þóra deutlich mit 49% der Stimmen, Ólafur Ragnar folgte mit 34,8% auf dem zweiten Platz. Der dritte Platz wurde von Ari Trausti belegt, er kommt nur noch auf 11,5% der Stimmen.

Das Þóra Arnórsdóttir die Umfragen so deutlich anführt, liegt auch am aktuellen Amtsinhaber. Und da liegt es nicht daran, das man ihm eine schlechte Amtsführung vorwirft – in Umfragen ist die Zustimmung zu ihm nach wie vor sehr hoch, im Gegensatz zu vielen anderen isländischen Politikern. Was die Isländer hier aber wollen, ist ein Wechsel – oder wie es ein Kollege die Tage sinngemäß ausdrückte: 16 Jahre sollten die Höchststrafe im Amt sein.

Diese Wahlen könnten dann noch zu einer anderen interessanten Entwicklung führen, nämlich das alle Spitzenpositionen im Land von Frauen besetzt sind. Das wären dann Ministerpräsidentin, Parlamentspräsidentin, die Bischöffin der isländischen Landeskirche und eben das Amt des Staatspräsidenten. Bis auf letzteres sind aktuell alle Positionen in weiblicher Hand – im Falle des Bischofs zum ersten Mal.

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